Bild folgtKI-generierte IllustrationFamilie: Psyllidae
Wenn du im Frühjahr an deinem Besenginster (Cytisus scoparius) kleine, grünliche Insekten entdeckst, die bei Berührung ruckartig davonspringen, hast du wahrscheinlich Arytaina genistae vor dir. Diese Art gehört zur Familie der Psyllidae, im Deutschen als Blattflöhe bekannt. Sie werden so genannt, weil ihre kräftigen Hinterbeine sie zu weiten Sprüngen befähigen, ähnlich wie wir es von Flöhen kennen. Die Tiere saugen Pflanzensaft an den jungen Trieben des Besenginsters. Auffällig ist, dass sich die Larven durch die Abgabe von sogenannten Honigtau-Fäden schützen – das sind klebrige Ausscheidungen, die sie in ihrem unmittelbaren Umfeld ablagern, um sich vor Feinden und Austrocknung zu bewahren.
Die Entwicklung von Arytaina genistae ist an den Austrieb des Ginsters gekoppelt. Die Überwinterung erfolgt meist im Eistadium an den Trieben der Wirtspflanze. Im zeitigen Frühjahr schlüpfen die Larven und beginnen mit der Nahrungsaufnahme. Die Entwicklung durchläuft mehrere Stadien, bis sich im späten Frühjahr die erwachsenen Tiere zeigen, die dann für die Paarung und Eiablage sorgen. Da die Art eng an die phänologische Entwicklung – also den jahreszeitlichen Entwicklungsrhythmus – des Ginsters gebunden ist, ist ihr Auftreten zeitlich präzise auf die Wachstumsphasen der Pflanze abgestimmt.
Da diese Insekten fest in das ökologische Gefüge ihres Wirtes, des Ginsters, eingebunden sind, ist ein Eingreifen vonseiten des Gärtners nicht erforderlich. Auch wenn der klebrige Honigtau an den Zweigen für das menschliche Auge zunächst ungewohnt wirken mag, ist er ein natürlicher Bestandteil des Lebenszyklus dieser Tiere. Verzichte bitte vollständig auf den Einsatz von Insektiziden, also Mitteln zur Insektenbekämpfung. Diese würden nicht nur den Blattfloh, sondern auch dessen natürliche Gegenspieler wie Marienkäfer oder Florfliegenlarven schädigen, die den Bestand auf natürliche Weise regulieren.
Der Besenginster-Blattfloh (Arytaina genistae) ist eine hochspezialisierte Art. Das bedeutet, er ist in seiner Lebensweise und Ernährung exklusiv auf eine bestimmte Pflanzengattung angewiesen, in diesem Fall den Ginster. Die Tiere sind etwa 3 bis 4 Millimeter lang. Systematisch zählen sie zur Ordnung der Schnabelkerfen (Hemiptera), was man an ihrem speziellen Mundwerkzeug erkennt, das als Stechrüssel ausgebildet ist. Anders als bei Schädlingen im klassischen Sinne, verursachen sie an gesundem Besenginster in der Regel keine nennenswerten Schäden, die das Überleben der Pflanze gefährden würden.
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
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