Bild folgtKI-generierte IllustrationAsplenium ceterach
Auch bekannt als: Schriftfarn, Asplenium ceterach
Mit seinen ledrigen, fiederspaltigen Blättern, deren Unterseite dicht mit rostbraunen Schuppen bedeckt ist, fällt der Milzfarn (Asplenium ceterach) sofort auf. Er ist ein faszinierender Überlebenskünstler, der sich bei Trockenheit komplett einrollt und bei Regen wie durch Zauberei wieder entfaltet. In deinem Garten übernimmt er eine wichtige Rolle für den Artenschutz, da er als gefährdete Art (Rote Liste 3) gilt und spezialisierte Nischen in Trockenmauern besiedelt. Obwohl er keine Blüten bildet, schafft er wertvolle Strukturen in extremen Lebensräumen, von denen spezialisierte Kleinstlebewesen profitieren. Wenn du einen sonnigen, kalkreichen Platz an einer Mauer hast, ist dieser Farn genau die richtige Wahl für dich.
Überlebenskünstler für die Trockenmauer: Gefährdeter Farn liebt Kalk und Sonne.
Der Milzfarn ist ein hochspezialisierter Bestandteil unserer heimischen Flora und wird in der Roten Liste als gefährdet (Stufe 3) geführt. Da er keine Blüten besitzt, bietet er zwar keinen Nektar, erfüllt aber eine wesentliche Funktion als Strukturbildner in extremen Trockenbiotopen. Er besiedelt ökologische Nischen auf Kalkfelsen, die für andere Pflanzen zu lebensfeindlich sind, und bietet dort Versteckmöglichkeiten für spezialisierte Spinnentiere und Asseln. Als Mykorrhiza-Pflanze (Symbiose mit Pilzen) ist er eng mit dem Bodenleben vernetzt. Durch die Ansiedlung im Garten hilfst du aktiv dabei, die Bestände dieser selten gewordenen Art in der Region zu sichern.
Bitte beachte, dass der Milzfarn nach aktuellen gärtnerischen Daten nicht als kindersicher eingestuft wird. Auch wenn keine schweren Vergiftungen dokumentiert sind, sollten die Wedel nicht verzehrt werden. Bei Unfällen oder Fragen wende dich bitte sicherheitshalber an den Giftnotruf unter 0228 19 240.
Licht
Sonne
Feuchtigkeit
Trocken
Boden
—
Blütezeit
Jun – Aug
Bioregion
Continental
Wuchsform
Farn
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Morphologische Merkmale: TRY ID3 (CC BY 3.0) & TRY ID81 (CC BY)
Wähle einen vollsonnigen Standort, da der Farn viel Licht benötigt (Lichtwert 8).
Sorge für einen sehr trockenen Platz (Feuchtewert 2), idealerweise in den Spalten einer Trockenmauer.
Der Boden sollte mager sein (Nährstoffwert 2), da die Pflanze ein Schwachzehrer ist und kaum Dünger braucht.
Achte auf ein kalkhaltiges Substrat (Reaktionswert 8), beispielsweise durch Beigabe von Kalksplitt oder Kalkmörtel.
Pflanzzeit ist im Frühjahr (März bis Mai) oder im Herbst (September bis November).
Setze die Pflanzen direkt in Mauerritzen oder schmale Felsspalten, um Staunässe sicher zu vermeiden.
Ein Rückschnitt ist nicht erforderlich, da die Wedel auch im vertrockneten Zustand als Schutz dienen.
Gute Partnerin: Die Mauerraute (Asplenium ruta-muraria) – sie hat identische Ansprüche an Kalk und Trockenheit und besiedelt dieselben Mauernischen.
Der Milzfarn (Asplenium ceterach) gehört zur Familie der Streifenfarngewächse (Aspleniaceae) und ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz heimisch. Sein natürlicher Lebensraum sind xerotherme Standorte (trockene, warme Lagen), an denen er vor allem kalkhaltige Felsspalten und alte Steinmauern besiedelt. Er gilt als Archäophyt (Pflanze, die vor 1492 eingeführt wurde) oder indigen (ursprünglich heimisch) und ist perfekt an extreme Hitze angepasst. Eine Besonderheit ist seine Fähigkeit zur Wechselfeuchtigkeit: Er kann fast vollständig austrocknen, ohne abzusterben, was ihn von den meisten anderen Farnen unterscheidet.
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•TRY Categorical Traits (ID3) — Kattge et al. (2012), DOI: 10.17871/TRY.3 (CC BY 3.0)
•TRY Global Spectrum (ID81) — Díaz et al. (2016/2021), DOI: 10.17871/TRY.81 (CC BY)
•Govaerts R et al. (2025) — World Checklist of Vascular Plants (WCVP) v14. Royal Botanic Gardens, Kew. DOI: 10.34885/xs7h-ze42 (CC BY 4.0)
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