Bild folgtKI-generierte IllustrationPseudathyrium alpestre
Auch bekannt als: Gebirgs-Frauenfarn, Athyrium distentifolium
An den fein zerteilten, fast schon filigranen Wedeln und dem aufrechten Wuchs lässt sich der Berg-Frauenfarn (Pseudathyrium alpestre) sofort erkennen. Er bringt den urwüchsigen Charme kühler Gebirgswälder direkt in deinen Garten und ist ein wunderbarer Strukturgeber für schattige Winkel. Auch wenn keine speziellen Bestäubungsdaten vorliegen, bietet das dichte Blattwerk wertvollen Schutz und ein feuchtes Mikroklima für Amphibien wie den Bergmolch (Ichthyosaura alpestris). Als Biologe schätze ich ihn besonders für seine Robustheit an Standorten, an denen es für andere Pflanzen zu kühl ist. Wenn du eine langlebige Bereicherung für deine Gehölzränder suchst, ist dieser Farn eine hervorragende Wahl.
Alpine Eleganz für kühle Schattenplätze: Robust, langlebig und strukturstark.
In unseren Gärten übernimmt der Berg-Frauenfarn eine wichtige Funktion als Strukturpflanze und Feuchtigkeitsregulator. Durch die Verdunstung über seine großen Wedel schafft er ein kühles Mikroklima, das besonders für Wirbellose in heißen Sommern überlebenswichtig ist. Da Farne keine Blüten bilden, locken sie keine klassischen Bestäuber an, doch ihre dichten Bestände bieten wertvolle Verstecke für Erdkröten (Bufo bufo) und Laufkäfer. Die Pflanze geht eine AM-Mykorrhiza (Symbiose mit Bodenpilzen) ein, was die Stabilität des Boden-Ökosystems fördert. Seine Sporenreife im Juli trägt zur natürlichen Ausbreitung dieser spezialisierten Gebirgspflanze bei.
Der Berg-Frauenfarn wird als nicht kindersicher eingestuft. Wie viele Farne enthält er Inhaltsstoffe, die bei Verzehr zu Unwohlsein führen können; achte daher besonders auf Haustiere und kleine Kinder. Im Falle eines versehentlichen Verzehrs kontaktiere bitte den Giftnotruf unter 0228 19 240.
Licht
Halbschatten
Feuchtigkeit
Frisch (Mäßig feucht)
Boden
Mittelzehrer (Normaler Boden)
Blütezeit
Jul – Jul
Bodenreaktion
Mäßig sauer bis neutral
Bioregion
Continental
Standort: Wähle einen Platz im Halbschatten (Ellenberg Licht 5), direkte Mittagssonne sollte vermieden werden.
Boden: Die Erde sollte frisch bzw. mäßig feucht sein (Ellenberg Feuchte 5) und eine gleichmäßige Feuchtigkeit aufweisen.
Nährstoffe: Ein normaler, humoser Gartenboden ist ideal, da die Pflanze ein Mittelzehrer (Ellenberg Nährstoffe 6) ist.
Pflanzzeit: Setze den Farn im Frühjahr (März bis Mai) oder im Herbst (September bis November), solange der Boden offen ist.
Vorbereitung: Verbessere den Boden bei Bedarf mit etwas Laubkompost, um den neutralen bis schwach sauren Charakter (Ellenberg Reaktion 4) zu unterstützen.
Pflege: Lass die abgestorbenen Wedel über den Winter stehen; sie dienen als natürlicher Frostschutz für das Rhizom (Wurzelstock).
Pflanzpartner: Die Breitblättrige Glockenblume (Campanula latifolia) ist eine ideale Nachbarin, da sie ähnliche Ansprüche an Schatten und Bodenfeuchte stellt.
Der Berg-Frauenfarn gehört zur Familie der Wimperfarngewächse (Athyriaceae) innerhalb der Ordnung der Tüpfelfarnartigen (Polypodiales). Er ist in den höheren Lagen Deutschlands und Österreichs heimisch und besiedelt dort bevorzugt Blockhalden und kühle Bergwälder. Typisch für diesen Farn ist die doppelt bis dreifach gefiederte Blattstruktur, wobei die Sori (Sporenkapseln auf der Blattunterseite) meist rundlich ausfallen. Er ist perfekt an ein kühles, nordisch-alpines Klima angepasst und verträgt im Gegensatz zu vielen Zierfarnen auch sehr niedrige Temperaturen problemlos.
1 Video zu Berg-Frauenfarn
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Govaerts R et al. (2025) — World Checklist of Vascular Plants (WCVP) v14. Royal Botanic Gardens, Kew. DOI: 10.34885/xs7h-ze42 (CC BY 4.0)
Alle Daten sind CC BY 4.0, CC0 oder kompatibel lizenziert. Namensnennung gemäß Lizenzbedingungen. Vollständige Quellenübersicht →