Bild folgtKI-generierte IllustrationBaldellia ranunculoides subsp. ranunculoides
Wer den Gewöhnlichen Igelschlauch (Baldellia ranunculoides subsp. ranunculoides) einmal gesehen hat, vergisst ihn nicht: Die zierlichen, dreizähligen weißen Blüten mit ihrem leuchtend gelben Zentrum sind unverwechselbar. Diese Art ist ein echter Überlebenskünstler an nährstoffarmen Teichrändern und trägt die Rote-Liste-Einstufung 2, was sie als stark gefährdet ausweist. In deinem Garten schaffst du mit ihr eine wertvolle Nische für spezialisierte Sumpfbewohner, die auf sauberes, mageres Wasser angewiesen sind. Du tust hier also aktiv etwas gegen das Artensterben in unserer Landschaft. Wenn du einen sonnigen Platz am Wasser hast, ist diese Pflanze genau das richtige Projekt für dich.
Rote-Liste-Juwel: Schütze den bedrohten Igelschlauch in deinem Gartenteich.
Da der Gewöhnliche Igelschlauch als stark gefährdet gilt (Rote Liste 2), ist seine Pflege im Garten ein echter Beitrag zum regionalen Artenschutz. Er besetzt die ökologische Nische der Schwachzehrer an Gewässerrändern, ein Lebensraum, der in unserer intensiv genutzten Landschaft immer seltener wird. Seine Blüten stellen eine wichtige Nahrungsquelle für spezialisierte Sumpfinsekten dar. Die Verbreitung erfolgt über winzige Samen mit einem Gewicht von nur 0,4377 mg, was der Pflanze erlaubt, auch neue, isolierte Wasserstellen im Gartenraum zu besiedeln. Er dient zudem als Strukturgeber in der flachen Wasserzone für Amphibien.
Der Gewöhnliche Igelschlauch wird als nicht kindersicher eingestuft. Da viele Froschlöffelgewächse Stoffe enthalten, die Haut und Schleimhäute reizen können, solltest du bei der Pflanzung vorsichtshalber Gartenhandschuhe tragen. Im Falle eines versehentlichen Verzehrs kontaktiere bitte umgehend den Giftnotruf unter 0228 19 240.
Licht
Sonne
Feuchtigkeit
Feucht
Boden
Schwachzehrer (Magerer Boden)
Blütezeit
—
Bodenreaktion
Basisch / Kalkhold
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.205 m
Morphologische Merkmale: TRY ID3 (CC BY 3.0) & TRY ID81 (CC BY)
Standort: Wähle einen vollsonnigen Platz (Ellenberg Lichtwert 8), damit die Pflanze ihre charakteristischen Blüten entwickelt.
Bodenfeuchte: Der Boden muss dauerhaft feucht oder nass sein (Ellenberg Feuchtewert 8), ideal ist die flache Uferzone deines Gartenteichs.
Nährstoffe: Setze ihn unbedingt in mageres Substrat (Ellenberg Nährstoffwert 2), da er als Schwachzehrer (Pflanze mit geringem Nährstoffbedarf) bei zu viel Dünger schnell von Gräsern verdrängt wird.
Bodenbeschaffenheit: Er bevorzugt kalkhaltige, basische Verhältnisse (Ellenberg Reaktionswert 7).
Pflanzzeit: Setze die Jungpflanzen im Frühjahr zwischen März und Mai, sobald das Wasser nicht mehr gefroren ist.
Wuchshöhe: Mit 0,21 m bleibt er kompakt und sollte im Vordergrund der Uferbepflanzung platziert werden.
Pflege: Vermeide jeden Düngereintrag in die Pflanzzone.
Gute Partnerin: Das Sumpf-Vergissmeinnicht (Myosotis scorpioides) – es teilt die Vorliebe für sonnige, nasse Standorte und ergänzt die weiße Blüte des Igelschlauchs wunderbar.
Der Gewöhnliche Igelschlauch gehört zur Familie der Froschlöffelgewächse (Alismataceae). In Mitteleuropa besiedelt er vor allem kalkhaltige (basische) und zugleich sehr nährstoffarme Gewässerufer. Sein natürlicher Lebensraum sind flache Uferzonen und Moore, die zeitweise trockenfallen können. Er wächst als nicht verholzende, krautige Pflanze und erreicht eine sehr spezifische Wuchshöhe von genau 0,21 m. Besonders markant sind seine breitblättrigen Blätter und die extrem leichten Samen, die eine Fernausbreitung durch Wind oder Wasser ermöglichen.
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•TRY Categorical Traits (ID3) — Kattge et al. (2012), DOI: 10.17871/TRY.3 (CC BY 3.0)
•TRY Global Spectrum (ID81) — Díaz et al. (2016/2021), DOI: 10.17871/TRY.81 (CC BY)
•Govaerts R et al. (2025) — World Checklist of Vascular Plants (WCVP) v14. Royal Botanic Gardens, Kew. DOI: 10.34885/xs7h-ze42 (CC BY 4.0)
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