Bild folgtKI-generierte IllustrationBlackstonia perfoliata agg.
Artengruppe
Unverwechselbar ist der Durchwachsenblättrige Bitterling durch seine namensgebenden, am Stängel paarweise verwachsenen Blätter, durch die der Mitteltrieb hindurchzuwachsen scheint. Diese zierliche Art aus der Familie der Enziangewächse (Gentianaceae) ist in unserer Landschaft selten geworden und wird auf der Roten Liste als stark gefährdet geführt. Da sie als Pionierpflanze offene, kalkreiche Bodenstellen besiedelt, leistest du mit ihrer Ansiedlung einen echten Beitrag zum Schutz bedrohter Wildpflanzen. Die leuchtend gelben Blüten bringen zudem Farbe in magere Gartenbereiche. Schau doch mal, ob du ein sonniges Plätzchen für diesen besonderen Gast findest.
Gefährdete Schönheit: Hol dir den seltenen Kalk-Spezialisten in deinen Garten.
Als Art der Roten Liste (Gefährdungsgrad 2) übernimmt der Durchwachsenblättrige Bitterling eine wichtige Rolle im lokalen Ökosystem. Er besiedelt als Spezialist ökologische Nischen auf kalkhaltigen Magerböden, die von konkurrenzstarken Arten gemieden werden. Die Pflanze nutzt ihre winzigen Diasporen (Ausbreitungseinheiten) von nur 0,0103 mg für eine effektive Fernausbreitung durch den Wind. Durch die Ansiedlung in deinem Garten unterstützt du den Erhalt dieser gefährdeten Enzianverwandten in der Region. Da die Art als Archäophyt (alteingebürgerte Pflanze) gilt, ist sie tief in der heimischen Flora verwurzelt und trägt zur genetischen Vielfalt bei.
Der Durchwachsenblättrige Bitterling ist nicht als kindersicher eingestuft. Wie viele Enziangewächse enthält er Bitterstoffe, die bei Verzehr zu Unwohlsein führen können; bitte achte auf Kinder und Haustiere im Garten. Im Falle eines versehentlichen Verzehrs kontaktiere sicherheitshalber den Giftnotruf unter der Nummer 0228 19 240.
Licht
Sonne
Feuchtigkeit
Frisch (Mäßig feucht)
Boden
Schwachzehrer (Magerer Boden)
Blütezeit
—
Bodenreaktion
Basisch / Kalkhold
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.25 m
Morphologische Merkmale: TRY ID3 (CC BY 3.0) & TRY ID81 (CC BY)
Wähle einen vollsonnigen Standort (Ellenberg Lichtwert 9), da die Pflanze maximale Lichtausbeute benötigt.
Der Boden sollte mager und nährstoffarm sein (Schwachzehrer); bei fettem Gartenboden empfiehlt sich die Abmagerung mit Sand.
Achte auf einen kalkhaltigen Untergrund (basische Reaktion), da die Art auf sauren Böden kaum gedeiht.
Halte die Erde frisch, also mäßig feucht (Feuchtezahl 6), vermeide jedoch Staunässe durch eine gute Drainage.
Die ideale Pflanzzeit liegt im Frühjahr zwischen März und Mai oder im Herbst, solange der Boden offen ist.
Halte bei der Pflanzung einen Abstand von etwa 15 cm ein, damit sich die krautige Struktur gut entwickeln kann.
Da die Samen mit 0,0103 mg extrem leicht sind, erfolgt die Vermehrung über Selbstaussaat durch den Wind; lass die Stängel daher über den Winter stehen.
Gute Partnerin: Der Gewöhnliche Wundklee (Anthyllis vulneraria) – er teilt die Vorliebe für kalkreiche, magere Standorte und fördert als Leguminose (Hülsenfruchtler) das Bodenleben.
Der Durchwachsenblättrige Bitterling gehört zur Ordnung der Enzianartigen (Gentianales) und ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz als indigene (einheimische) Art verbreitet. Sein natürlicher Lebensraum sind Xerothermrasen (trockene, warme Magerwiesen) sowie kalkhaltige Pionierstandorte. Morphologisch besticht die Pflanze durch ihre blaugrün bereiften, breiten Blätter und eine Wuchshöhe von exakt 0,25 m. Die oberen Blattpaare sind am Grund breit miteinander verwachsen und bilden eine Art Manschette um den Stängel, was ihn im Feld unverkennbar macht.
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•TRY Categorical Traits (ID3) — Kattge et al. (2012), DOI: 10.17871/TRY.3 (CC BY 3.0)
•TRY Global Spectrum (ID81) — Díaz et al. (2016/2021), DOI: 10.17871/TRY.81 (CC BY)
•Govaerts R et al. (2025) — World Checklist of Vascular Plants (WCVP) v14. Royal Botanic Gardens, Kew. DOI: 10.34885/xs7h-ze42 (CC BY 4.0)
Alle Daten sind CC BY 4.0, CC0 oder kompatibel lizenziert. Namensnennung gemäß Lizenzbedingungen. Vollständige Quellenübersicht →