
Blitum bonus-henricus
Auch bekannt als: Chenopodium bonus-henricus
Du erkennst den Guten Heinrich an seinen markanten, pfeilförmigen Blättern, die sich oft etwas mehlig anfühlen und an den eher unscheinbaren, grünlichen Blütenknäueln in langen Ähren. Diese ausdauernde Pflanze ist ein wertvoller Zeiger für nährstoffreiche Böden und ein echter Kulturfolger im Garten. Als Archäophyt (eine Pflanze, die bereits vor der Entdeckung Amerikas 1492 bei uns heimisch war) bereichert er Standorte, die für viele andere Wildblumen zu stickstoffreich sind. Er bietet Struktur und dient im Winter mit seinen Samen als natürliche Futterquelle für Vögel. Wenn du eine pflegeleichte Wildstaude mit historischem Hintergrund suchst, ist er die richtige Wahl für dich.
Historischer Stickstofffresser: Einheimisch, robust und ideal für fette Böden.
In deinem Garten übernimmt der Gute Heinrich die wichtige Funktion eines Stickstoffzeigers und besetzt Nischen auf fetten Böden. Da er von Juni bis September blüht, bietet er über den gesamten Hochsommer hinweg eine stabile Pflanzenstruktur. Nach aktuellen Daten findet die Bestäubung vorwiegend durch den Wind statt, doch die dichten Blütenstände dienen zahlreichen kleinen Gliedertieren als Versteck. Im Winter sind die stehengelassenen Samenstände eine wertvolle Energiequelle für heimische Vögel. Er fördert so die Biodiversität an Standorten, die für typische Magerwiesenpflanzen ungeeignet sind. Sein Status als alte Kulturpflanze macht ihn zudem zu einem wichtigen Bestandteil der regionalen Flora.
Bitte beachte, dass der Gute Heinrich als nicht kindersicher eingestuft wird und daher außerhalb der Reichweite von Kleinkindern gepflanzt werden sollte. Bei einem Verdacht auf eine Vergiftung oder versehentlichem Verzehr kontaktiere bitte umgehend den Giftnotruf unter 0228 19 240.
Licht
Sonne
Feuchtigkeit
Frisch (Mäßig feucht)
Boden
Starkzehrer (Nährstoffreicher/Fetter Boden)
Blütezeit
Jun – Sep
Bodenreaktion
Mäßig sauer bis neutral
Bioregion
Continental
Standort: Wähle einen vollsonnigen Platz (Lichtwert 8), damit die Pflanze kräftig gedeihen kann.
Boden: Der Untergrund muss sehr nährstoffreich sein (Starkzehrer); arbeite bei Bedarf reifen Kompost ein.
Feuchtigkeit: Achte auf eine frische Bodenbeschaffenheit (Mäßig feucht), vermeide aber stehende Nässe.
Bodenreaktion: Ein kalkhaltiger oder basischer Boden (Reaktionswert 7) ist ideal für das Wachstum.
Pflanzzeit: Setze junge Pflanzen im Frühjahr (März bis Mai) oder im Herbst vor den ersten starken Frösten.
Pflege: Da er Stickstoff liebt, ist eine organische Düngung im Frühjahr förderlich.
Vermehrung: Die Pflanze versamt sich an zusagenden Stellen moderat von selbst.
Pflanzpartner: Gute Nachbarn sind der Echte Beinwell (Symphytum officinale) oder die Große Brennnessel (Urtica dioica), da sie die gleichen hohen Ansprüche an den Nährstoffgehalt des Bodens stellen.
Der Gute Heinrich (Blitum bonus-henricus) gehört zur Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae) und ist in Deutschland sowie Österreich heimisch. Sein natürlicher Lebensraum umfasst vor allem Ruderalstandorte (vom Menschen geprägte Schutt- oder Trümmerflächen) und dörfliche Stickstofffluren. Morphologisch zeichnet er sich durch seinen aufrechten Wuchs und die wechselständigen, dreieckig-spießförmigen Blätter aus. Als ausdauernde, krautige Pflanze überdauert er den Winter unterirdisch und treibt im Frühjahr verlässlich wieder aus.
2 Videos zu Guter Heinrich
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Govaerts R et al. (2025) — World Checklist of Vascular Plants (WCVP) v14. Royal Botanic Gardens, Kew. DOI: 10.34885/xs7h-ze42 (CC BY 4.0)
•Foto: © Adobe Stock / AdobeStock_1664717019
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