Bild folgtKI-generierte IllustrationBromus secalinus
Auch bekannt als: Roggentrespe, Roggen-Trespe
Artengruppe
1
Arten
interagieren
1
Interaktionen
dokumentiert
An den schweren, leicht überhängenden Ährchen lässt sich die Roggen-Trespe (Bromus secalinus) sofort erkennen, wenn sie im Sommerwind sanft wiegt. Als Archäophyt – also eine Pflanze, die bereits vor dem Jahr 1492 zu uns kam – ist sie ein wertvolles lebendes Denkmal unserer alten Ackerlandschaften. In Deinem Garten fördert sie spezialisierte Arten wie das Große Getreidehähnchen (Oulema melanopus), einen Käfer, der auf solche Süßgräser angewiesen ist. Wenn Du dieses historische Gras pflanzt, leistest Du einen echten Beitrag zum Artenschutz für eine Gruppe, die heute kaum noch Platz in der freien Natur findet. Es ist ein wunderbares Gefühl zu sehen, wie dieses fast vergessene Gras Deinem Garten eine natürliche Wildheit verleiht.
Historisches Ackergras: Ein Stück lebendige Naturgeschichte mit 0.72 m Höhe.
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Die Roggen-Trespe ist eine unverzichtbare Futterpflanze für das Große Getreidehähnchen (Oulema melanopus), dessen Larven sich an den breiten Blättern entwickeln. Mit einem Diasporengewicht (Gewicht der Ausbreitungseinheit) von 10.6626 mg produziert das Gras vergleichsweise schwere Samen. Diese sind eine wichtige Energiequelle für am Boden lebende Vögel und kleine Säugetiere, besonders im Spätsommer. Im Boden geht die Pflanze eine Symbiose mit Arbuskulären Mykorrhizapilzen (AM) ein, was die Bodenstruktur verbessert und den Nährstoffaustausch fördert. Da sie keine weite Windausbreitung besitzt, dient sie im Garten als stabiler Ankerpunkt für die lokale Insektenwelt.
Die Roggen-Trespe wird als nicht kindersicher eingestuft, da die Grannen (die borstenartigen Fortsätze an den Ährchen) beim Anfassen kratzen oder in die Kleidung gelangen können. Es handelt sich jedoch um keine Giftpflanze. Achte darauf, dass Kinder die Ährchen nicht in den Mund nehmen, da die harten Fasern Reizungen verursachen können.
Licht
Sonne
Feuchtigkeit
Frisch (Mäßig feucht)
Boden
Mittelzehrer (Normaler Boden)
Blütezeit
Jun – Jul
Bodenreaktion
Mäßig sauer bis neutral
Bioregion
Continental
Wuchsform
Gras
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.72 m
Morphologische Merkmale: TRY ID3 (CC BY 3.0) & TRY ID81 (CC BY)
Wähle einen vollsonnigen Standort (Lichtwert 7), damit die Halme ihre Standfestigkeit behalten.
Der Boden sollte frisch, also mäßig feucht sein (Feuchtezahl 5); vermeide jedoch dauerhafte Staunässe.
Ein normaler, mittelmäßiger Gartenboden ohne starke Düngung ist ideal für diesen Mittelzehrer.
Pflanze die Trespe am besten im Frühjahr (März bis Mai) oder im Herbst, solange der Boden offen ist.
Da sie eine Wuchshöhe von genau 0.72 m erreicht, eignet sie sich hervorragend für den mittleren Bereich einer Wildblumenwiese.
Lasse die Halme über den Winter stehen, da die schweren Samen erst spät abfallen und Vögeln dienen.
Die Vermehrung erfolgt über Selbstaussaat; aufgrund des hohen Samengewichts wandert die Pflanze nur langsam durch den Garten.
Gute Partnerin: Die Kornblume (Cyanus segetus) – sie besiedelt natürlicherweise die gleichen Standorte und ergänzt das Gras optisch perfekt.
Die Roggen-Trespe gehört zur Familie der Süßgräser (Poaceae) und ist in Deutschland, Österreich sowie der Schweiz als indigen oder alteingebürgert (Archäophyt) verbreitet. Ihr natürlicher Lebensraum sind Getreideäcker und Ruderalflächen (vom Menschen geprägte Rohböden), auf denen sie als Mittelzehrer auf mäßig warmen, neutralen Böden gedeiht. Morphologisch besticht sie durch ihre breiten Blätter mit einer Fläche von 1914.0 mm² und ihren straff aufrechten Wuchs, der eine präzise Höhe von 0.72 m erreicht. Trotz ihrer Seltenheit in der Agrarlandschaft gilt sie laut Roter Liste derzeit als nicht gefährdet, ist aber ein wichtiger Bestandteil der regionalen Biodiversität.
1 Video zu Roggen-Trespe (Artengruppe)

•Interaktionsdaten via GloBI (CC-BY 4.0)
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•TRY Categorical Traits (ID3) — Kattge et al. (2012), DOI: 10.17871/TRY.3 (CC BY 3.0)
•TRY Global Spectrum (ID81) — Díaz et al. (2016/2021), DOI: 10.17871/TRY.81 (CC BY)
•Govaerts R et al. (2025) — World Checklist of Vascular Plants (WCVP) v14. Royal Botanic Gardens, Kew. DOI: 10.34885/xs7h-ze42 (CC BY 4.0)
Alle Daten sind CC BY 4.0, CC0 oder kompatibel lizenziert. Namensnennung gemäß Lizenzbedingungen. Vollständige Quellenübersicht →