Bild folgtKI-generierte IllustrationFamilie: Strongylidae
Du wirst diesen kleinen Fadenwurm, der zoologisch zu den Nematoden gehört, vermutlich nie direkt in deinem Garten beim Jäten entdecken. Er tritt vor allem dort in Erscheinung, wo Gartenkultur auf Kleintierhaltung trifft. Der Großmündige Schafdarmwurm ist ein etwa 1,5 bis 2 Zentimeter langer, weißlicher Rundwurm, der als Endoparasit – also als ein im Inneren lebender Schmarotzer – im Dickdarm von Wiederkäuern siedelt. Sein markantestes Merkmal ist die große, glockenförmige Mundhöhle, die sogenannte Buccalkapsel. Mit dieser klammert er sich an der Darmwand von Schafen oder Ziegen fest. In einem naturnah geführten Garten ist er ein Teil des verborgenen Ökosystems, das eng mit der Gesundheit unserer Weidetiere verknüpft ist.
Der Kreislauf beginnt im Darm des Wirtstieres, wo die Weibchen Eier legen, die mit dem Kot ins Freie gelangen. Auf der Weide schlüpfen bei ausreichend Feuchtigkeit die Larven. Sie durchlaufen zwei Häutungen, bis sie das dritte Stadium erreichen – die sogenannte L3-Larve. Dies ist das infektiöse Stadium, in dem der Wurm darauf wartet, beim Fressen vom Schaf aufgenommen zu werden. Besonders im feuchten Frühjahr und im Spätsommer wandern diese Larven an den Grashalmen empor. Den Winter überdauern sie entweder als Larve auf der Weide oder in einer Art Wartestadium im Darmgewebe des Wirtes, um im nächsten Frühjahr den Zyklus von neuem zu starten.
Für dich als Gartenbesitzer oder für deine Haustiere wie Hunde und Katzen ist dieser Wurm harmlos, da er streng auf Wiederkäuer spezialisiert ist. Solltest du jedoch selbst Schafe zur Beweidung halten, ist eine gute Weidehygiene wichtig. Anstatt auf synthetische Wurmkuren zu setzen, empfehle ich dir das Management der Graslänge: Da sich die infektiösen Larven meist in den unteren fünf Zentimetern der Grashalme aufhalten, hilft es, die Tiere rechtzeitig auf ein neues Teilstück umzusiedeln, bevor das Gras zu kurz gefressen ist. Ein regelmäßiger Wechsel der Weideflächen unterbricht den Entwicklungszyklus auf natürliche Weise.
Chabertia ovina gehört zur Ordnung der Strongylida und zur Familie der Strongylidae. Diese Gruppe ist für ihre spezialisierte Lebensweise in den Verdauungsorganen von Säugetieren bekannt. Der Wurm ist ein sogenannter direkter Parasit, was bedeutet, dass er für seine Entwicklung keinen Zwischenwirt wie etwa eine Schnecke benötigt. Seine Wirte sind primär Schafe und Ziegen, seltener werden auch Rinder oder Wildwiederkäuer wie Rehe befallen. Die Art ist weltweit verbreitet und zeichnet sich durch eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit gegenüber kühleren Temperaturen aus, was sie in unseren Breitengraden besonders erfolgreich macht.
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
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