Bild folgtKI-generierte IllustrationChenopodium vulvaria
Auch bekannt als: Stinkender Gänsefuß, Übelriechender Gänsefuss, Übelriechender Gänsefuß
Wer den Stink-Gänsefuß (Chenopodium vulvaria) einmal gesehen hat, vergisst ihn nicht: Typisch sind seine mehlig bestäubt wirkenden, breiten Blätter und der charakteristische Geruch nach Trimethylamin (faulem Fisch). Mit einer Wuchshöhe von exakt 0,28 m ist er eine eher unauffällige Erscheinung, die jedoch eine enorme Bedeutung für die Artenvielfalt hat. Als stark gefährdeter Archäophyt (Pflanze, die vor 1492 eingeführt wurde) steht er auf der Roten Liste 2. Indem du diesem Spezialisten für nährstoffreiche Böden einen Platz bietest, trägst du aktiv zum Überhalt einer fast verschwundenen Wildpflanze bei. Schau doch mal genau hin, wie sich dieses seltene Gewächs in deinem Garten entwickelt.
Seltener Überlebenskünstler: Schütze den gefährdeten Spezialisten in deinem Garten.
Der Stink-Gänsefuß ist ein seltener Spezialist, der als Starkzehrer (Pflanze mit extrem hohem Nährstoffbedarf) wichtige ökologische Nischen auf nährstoffreichen Böden besetzt. Obwohl keine spezifischen Daten zu Bestäuberbesuchen vorliegen, leisten seine Samen mit einem Gewicht von nur 0,5034 mg einen Beitrag zum Naturhaushalt, da sie durch Wind- oder Fernausbreitung verbreitet werden. Die Einstufung in die Rote Liste 2 macht ihn zu einer Prioritätsart für den botanischen Artenschutz. In einem naturnahen Garten dient er als Zeigerpflanze für stickstoffreiche Böden und bereichert die Vielfalt der indigenen (einheimischen) Flora in einem Bereich, der oft von Allerweltspflichten dominiert wird.
Der Stink-Gänsefuß wird in Fachdatenbanken als nicht kindersicher eingestuft. Auch wenn keine spezifischen Giftigkeitsdaten vorliegen, solltest du im Garten vorsichtig sein, wenn kleine Kinder dort spielen. Im Falle eines versehentlichen Verzehrs ist der Giftnotruf unter der Nummer 0228 19 240 erreichbar.
Licht
Sonne
Feuchtigkeit
Frisch (Mäßig feucht)
Boden
—
Blütezeit
Jun – Sep
Bodenreaktion
Basisch / Kalkhold
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.281 m
Morphologische Merkmale: TRY ID3 (CC BY 3.0) & TRY ID81 (CC BY)
Standort: Wähle einen vollsonnigen Platz (Lichtzahl 7), damit die Pflanze ausreichend Energie für die Samenbildung hat.
Boden: Der Untergrund muss sehr nährstoffreich sein (Starkzehrer); bereite die Stelle am besten mit reichlich Kompost vor.
Feuchtigkeit: Halte den Boden frisch (mäßig feucht), vermeide aber Staunässe, die das Wurzelwachstum stören könnte.
Kalkgehalt: Achte auf einen kalkhaltigen oder basischen Boden (Reaktionszahl 7) für eine optimale Entwicklung.
Pflanzzeit: Die beste Zeit für die Aussaat oder Pflanzung ist das Frühjahr (März bis Mai).
Wuchsraum: Plane für die krautige Pflanze eine Höhe von genau 0,28 m ein, idealerweise im Vordergrund eines Beetes.
Pflege: Da sie einjährig ist, solltest du die verblühten Triebe bis zur Samenreife stehen lassen, um die Selbstaussaat zu fördern.
Gute Partnerin: Die Weg-Malve (Malva neglecta) – sie teilt die Vorliebe für nährstoffreiche, dörfliche Standorte und bietet einen schönen optischen Kontrast.
Der Stink-Gänsefuß gehört zur Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae) und ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz als Archäophyt (alteingebürgerte Pflanze) verbreitet. Sein natürlicher Lebensraum sind stickstoffreiche Ruderalstellen (vom Menschen beeinflusste Rohbodenflächen) und Siedlungsränder auf kalkhaltigem Untergrund. Morphologisch ist die krautige, nicht verholzte Pflanze durch ihre bemehlte Blattoberfläche und die liegende bis aufsteigende Wuchsform gekennzeichnet. Aufgrund seiner Seltenheit und der Bindung an spezielle Nährstoffbedingungen gilt er heute als stark gefährdet.
3 Videos zu Stink-Gänsefuß
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•TRY Categorical Traits (ID3) — Kattge et al. (2012), DOI: 10.17871/TRY.3 (CC BY 3.0)
•TRY Global Spectrum (ID81) — Díaz et al. (2016/2021), DOI: 10.17871/TRY.81 (CC BY)
•Govaerts R et al. (2025) — World Checklist of Vascular Plants (WCVP) v14. Royal Botanic Gardens, Kew. DOI: 10.34885/xs7h-ze42 (CC BY 4.0)
Alle Daten sind CC BY 4.0, CC0 oder kompatibel lizenziert. Namensnennung gemäß Lizenzbedingungen. Vollständige Quellenübersicht →