Bild folgtKI-generierte IllustrationFamilie: Chthoniidae
Wenn du beim Umsetzen von Töpfen oder beim Verschieben von altem Holz im Garten kleine, fast durchscheinende Wesen entdeckst, die wie Miniatur-Skorpione ohne Schwanz aussehen, dann hast du Bekanntschaft mit den Pseudoskorpionen gemacht. Chthonius tetrachelatus ist ein heimischer Vertreter dieser Gruppe. Er erreicht nur eine Körperlänge von etwa zwei bis drei Millimetern. Auffällig sind seine kräftigen Scheren, die sogenannten Pedipalpen. Diese dienen ihm nicht zur Verteidigung gegen uns, sondern zum Ergreifen seiner winzigen Beutetiere wie Springschwänze oder Milben. Da diese Tiere eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit benötigen, halten sie sich bevorzugt im Bodenstreu, unter feuchten Steinen oder in der Laubschicht auf. Sie sind als lautlose Jäger ein Zeichen für ein gesundes, strukturreiches Bodenmilieu.
Der Lebenszyklus von Chthonius tetrachelatus ist eng an die Feuchtigkeit und Temperatur des Bodens gekoppelt. Die Tiere sind ganzjährig aktiv, sofern der Boden nicht durch Frost zu stark abkühlt. Im Frühjahr, wenn die Bodentemperaturen steigen, beginnt die Paarungszeit. Die Weibchen legen ihre Eier in ein aus Gespinstfäden gefertigtes Brutnest, das sie in Bodenhohlräumen anlegen. Die Entwicklung der Larven verläuft über mehrere Häutungsstadien, bis sie das adulte (geschlechtsreife) Stadium erreichen. Im Spätherbst ziehen sie sich in tiefere Bodenschichten zurück, um den Winter geschützt zu überdauern.
Es besteht keinerlei Gefahr durch diese Tiere. Aufgrund ihrer winzigen Größe sind sie für den Menschen absolut harmlos. Die Pedipalpen sind zwar mit Giftdrüsen ausgestattet, diese sind jedoch ausschließlich auf die für den Pseudoskorpion relevanten Beutetiere spezialisiert und können die menschliche Haut nicht durchdringen. Im Garten sind sie als Nützlinge zu betrachten, da sie zur natürlichen Regulation der Bodenfauna beitragen. Ein direkter Schutzstatus im Sinne einer besonderen Gefährdung liegt nicht vor, doch profitieren sie von einem naturnahen Garten ohne chemische Bodenbehandlungen.
Die Art Chthonius tetrachelatus gehört zur Familie der Chthoniidae innerhalb der Ordnung Pseudoscorpiones (Pseudoskorpione). Im Gegensatz zu echten Skorpionen besitzen sie kein Giftstachel-tragendes Abdomen (Hinterleib), das nach vorne gebogen ist. Ihre Taxonomie basiert unter anderem auf der Anordnung der sogenannten Trichobothrien – das sind feinste Tasthaare auf den Scheren, die auf Luftströmungen und Erschütterungen reagieren. Sie sind weltweit verbreitet, wobei unsere heimischen Arten fast ausschließlich in bodennahen, geschützten Habitaten (Lebensräumen) vorkommen.
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
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