
Cicerbita alpina
An den bläulich-violetten Blütenköpfen, die in einer hohen, traubigen Rispe (einem verzweigten Blütenstand) angeordnet sind, lässt sich der Alpen-Milchlattich (Cicerbita alpina) sofort erkennen. Diese beeindruckende Staude ist ein wahrer Spezialist für die kühleren, feuchten Ecken deines Gartens und bringt die Atmosphäre von Bergwäldern direkt zu dir. Da er von Juni bis September blüht, bietet er eine verlässliche Nahrungsquelle für Bestäuber in der zweiten Jahreshälfte. Für dich als Gärtner ist er ein unkomplizierter Begleiter, sofern der Boden nährstoffreich genug ist. Wenn du einen halbschattigen Platz (Plätze mit nur wenigen Stunden direkter Sonne) hast, solltest du diesem Alpenbewohner unbedingt eine Chance geben.
Blaues Wunder für kühle Schattenplätze: Ein majestätischer Gebirgsbote im Garten.
Nach aktuellen Bestäubungsdaten ist der Alpen-Milchlattich durch seine späte Blüte bis in den September eine wichtige Futterquelle für Insekten der Bergregionen. Als Korbblütler (Pflanze, deren Blütenstand aus vielen kleinen Einzelblüten besteht) stellt er Pollen und Nektar leicht zugänglich bereit. Davon profitieren verschiedene Gruppen von Wildbienen und Schwebfliegen, die in kühleren Lagen aktiv sind. Die markante blaue Blütenfarbe dient dabei als weithin sichtbares Signal. Im Winter bieten die stehengelassenen Samenstände zudem eine natürliche Nahrungsquelle für Vögel, die in der kalten Jahreszeit nach Sämereien suchen.
Der Alpen-Milchlattich wird als nicht kindersicher eingestuft. Der im Stängel enthaltene Milchsaft kann bei Kontakt mit der Haut Reizungen hervorrufen. Es empfiehlt sich daher, bei Pflegearbeiten wie dem Rückschnitt Gartenhandschuhe zu tragen und die Pflanze nicht direkt an Kinderspielflächen zu setzen.
Licht
Halbschatten
Feuchtigkeit
Frisch (Mäßig feucht)
Boden
Starkzehrer (Nährstoffreicher/Fetter Boden)
Blütezeit
Jun – Sep
Bodenreaktion
Mäßig sauer bis neutral
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Morphologische Merkmale: TRY ID3 (CC BY 3.0) & TRY ID81 (CC BY)
Standort: Wähle einen Platz im Halbschatten (Lichtwert 5), ideal sind kühle Bereiche ohne pralle Mittagssonne.
Boden: Als Starkzehrer (Pflanze mit hohem Nährstoffbedarf) benötigt er einen sehr nährstoffreichen, fetten Boden.
Feuchtigkeit: Der Boden sollte stets frisch bis mäßig feucht (Feuchtewert 5) gehalten werden; Staunässe aber vermeiden.
Pflanzzeit im Frühling: Nutze die Monate März bis Mai für die Ansiedlung im Garten.
Pflanzzeit im Herbst: Von September bis November ist das Pflanzen ebenso möglich, solange der Boden offen (frostfrei) ist.
Bodenvorbereitung: Arbeite vor der Pflanzung reichlich reifen Kompost ein, um den hohen Hunger der Pflanze zu stillen.
Pflege: Schneide die Stängel erst im Spätwinter zurück, damit die hohlen Strukturen als Winterquartier dienen können.
Gute Partnerin: Der Blaue Eisenhut (Aconitum napellus) – er teilt die Vorliebe für kühle, feuchte und nährstoffreiche Standorte in Gebirgslage.
Der Alpen-Milchlattich (Cicerbita alpina) gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) und ist in den Gebirgsregionen von Deutschland, Österreich und der Schweiz heimisch. Sein natürlicher Lebensraum sind Hochstaudenfluren (nährstoffreiche Pflanzengemeinschaften feuchter Bergstandorte) und lichte Bergmischwälder. Die Pflanze wächst als ausdauernde, krautige Staude und führt in ihren Stängeln einen charakteristischen Milchsaft. Typisch für die Gattung Cicerbita sind die blauen Zungenblüten, die im Kontrast zu den oft rötlich-drüsigen Blütenstielen stehen.
1 Video zu Alpen-Milchlattich

•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•TRY Categorical Traits (ID3) — Kattge et al. (2012), DOI: 10.17871/TRY.3 (CC BY 3.0)
•TRY Global Spectrum (ID81) — Díaz et al. (2016/2021), DOI: 10.17871/TRY.81 (CC BY)
•Govaerts R et al. (2025) — World Checklist of Vascular Plants (WCVP) v14. Royal Botanic Gardens, Kew. DOI: 10.34885/xs7h-ze42 (CC BY 4.0)
•Foto: © Adobe Stock / AdobeStock_422841807
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