Bild folgtKI-generierte IllustrationFamilie: Clubionidae
Wenn du im Garten die Blätter von Stauden oder Sträuchern vorsichtig auseinanderziehst, entdeckst du vielleicht eine hellbraune, unauffällige Spinne. Clubiona reclusa gehört zur Familie der Sackspinnen. Den Namen verdanken sie ihrer Lebensweise: Sie weben keine Fangnetze, sondern fertigen sich tagsüber einen sogenannten Wohngespinstschlauch an – eine kleine, röhrenartige Konstruktion aus festen Seidenfäden, die meist in zusammengerollten Blättern versteckt ist. Nachts verlassen sie diesen Schutz, um aktiv auf die Jagd nach kleineren Gliederfüßern zu gehen. Da sie keine klebrigen Netze benötigen, sind sie als sogenannte freijagende Spinnen darauf angewiesen, ihre Beute durch ihre Schnelligkeit und ihre kräftigen Kieferklauen (Cheliceren) zu überwältigen.
Der Lebenszyklus dieser Spinnenart erstreckt sich über ein Jahr. Die ausgewachsenen Tiere sind vor allem in den Monaten Mai bis Juli aktiv, wenn die Paarungszeit stattfindet. Das Weibchen baut nach der Paarung ein spezielles Brutgespinst, in dem es die Eier ablegt und diese bewacht, bis der Nachwuchs schlüpft. Die Jungtiere überwintern meist in einer geschützten Larval- oder Jugendphase, oft unter loser Rinde oder in hohlen Pflanzenstängeln, bevor sie im darauffolgenden Frühjahr ihre Entwicklung zum geschlechtsreifen Tier abschließen.
Wie fast alle heimischen Spinnen ist auch Clubiona reclusa völlig harmlos für den Menschen. Auch wenn sie theoretisch in der Lage wäre, bei grober Bedrängung die menschliche Haut zu durchdringen, kommt dies in der Gartenpraxis so gut wie nie vor, da die Tiere bei Störung flüchten oder in ihrem Gespinst verharren. Sie sind nützliche Bewohner deines Gartens, die durch die Regulation von Insektenpopulationen einen Beitrag zum ökologischen Gleichgewicht leisten. Ein besonderer Schutz ist nicht erforderlich, da die Art in strukturreichen Gärten weit verbreitet ist.
Clubiona reclusa ist eine Art aus der Gattung Clubiona, die innerhalb der Ordnung der Webspinnen zur Familie der Clubionidae (Sackspinnen) gezählt wird. Ein markantes anatomisches Merkmal der Gattung sind die zwei kleinen Klauen an den Enden ihrer Laufbeine, ergänzt durch ein Büschel aus Hafthaaren, das ihnen eine enorme Beweglichkeit auf glatten Oberflächen wie Blattunterseiten ermöglicht. Die Tiere erreichen eine Körperlänge von etwa 7 bis 10 Millimetern. Ihre Färbung ist meist einheitlich bräunlich bis gelb-bräunlich, was sie perfekt an ihre Umgebung anpasst.
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
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