Bild folgtKI-generierte IllustrationPrimula clusiana
Auch bekannt als: Clusius' Schlüsselblume, Alpenprimel, Jägerblut, Clusius-Primel
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Arten
interagieren
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Interaktionen
dokumentiert
An ihren leuchtend rosaroten Blüten mit dem auffällig weißen Zentrum lässt sich die Clusius-Primel (Primula clusiana) sofort erkennen. Jetzt im Februar ruht sie noch, doch bald schon treiben die festen Blattrosetten aus. Diese seltene Schönheit ist ein ökologisches Juwel, da sie in der freien Natur als extrem gefährdet gilt (Rote Liste R). Besonders der seltene Skabiosen-Scheckenfalter (Euphydryas aurinia) profitiert von ihrem Nektarangebot in den Frühsommermonaten. Durch ihre Symbiose mit der Arbuskulären Mykorrhiza (AM - eine nützliche Lebensgemeinschaft zwischen Pilzen und Pflanzenwurzeln) fördert sie zudem ein gesundes Bodenleben. Wenn du einen kalkreichen Steingarten hast, kannst du mit dieser heimischen Kostbarkeit einen echten Beitrag zum Artenschutz leisten.
Alpine Kostbarkeit: Die Rettungsinsel für den Skabiosen-Scheckenfalter.
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Die Clusius-Primel ist nach aktuellen Bestäubungsdaten eine exklusive Nahrungsquelle für spezialisierte Insekten der Gebirgsregionen. Besonders der gefährdete Skabiosen-Scheckenfalter (Euphydryas aurinia) nutzt ihre Blüten als wichtige Nektarstation. Durch die Arbuskuläre Mykorrhiza (AM - Wurzelpilze) verbessert die Pflanze die Bodenstruktur und unterstützt den Nährstoffkreislauf im Garten. Ihre Samenstände bieten im Spätsommer und Herbst Struktur für Kleinstlebewesen im Bodennahen Bereich. Als indigene (einheimische) Art der Alpenregion ist sie ein unverzichtbarer Bestandteil der regionalen Biodiversität. Da sie auf der Roten Liste als extrem selten geführt wird, fungiert jede Gartenansiedlung als wertvolles Trittsteinbiotop (vernetzender Lebensraum) für bedrohte Hochgebirgsarten.
Bitte sei vorsichtig im Umgang mit der Pflanze, da sie nicht kindersicher ist. Wie viele Arten ihrer Gattung enthält sie Primin, das bei Hautkontakt allergische Reaktionen oder Juckreiz auslösen kann. Ein Verzehr der Pflanzenteile ist für Menschen und Haustiere gesundheitsschädlich.
Licht
—
Feuchtigkeit
—
Boden
—
Blütezeit
Mai – Jul
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.05 m
Wähle einen Standort im Steingarten oder Alpinum, der hell ist, aber keine pralle Mittagssonne abbekommt.
Der Boden muss kalkreich und sehr durchlässig sein, um Staunässe (Wasseransammlung im Wurzelraum) zu verhindern.
Ideal ist eine Mischung aus humoser Erde und viel mineralischem Schotter.
Die beste Pflanzzeit liegt zwischen März und Mai oder im Herbst von September bis November.
Da die Pflanze eine Arbuskuläre Mykorrhiza (AM) eingeht, solltest du auf Kunstdünger verzichten, um die Pilze im Boden nicht zu schädigen.
Halte die Erde auch im Sommer gleichmäßig frisch, da sie keine vollständige Austrocknung mag.
Eine Vermehrung ist durch Aussaat der reifen Samen im Spätsommer möglich.
Im Winter benötigt sie keinen besonderen Schutz, solange der Wasserabzug gewährleistet ist.
Gute Partnerin: Die Silberwurz (Dryas octopetala) – beide teilen den Standortanspruch an kalkreiches Gestein und bilden zusammen ein stabiles Polster.
Die Clusius-Primel gehört zur Familie der Primelgewächse (Primulaceae) und ist in den nördlichen Kalkalpen von Deutschland und Österreich heimisch. Sie besiedelt natürlicherweise kalkreiche Felsspalten und alpine Rasengesellschaften auf steinigen Böden. Charakteristisch sind ihre ledrigen, dunkelgrünen Blätter, die einen feinen Knorpelrand (eine schmale, helle Gewebekante am Blattrand) aufweisen. Als ausdauernde, krautige Pflanze ist sie perfekt an das raue Gebirgsklima angepasst.
•Middleton-Welling_2020
•FloraWeb / BfN
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
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