Bild folgtKI-generierte IllustrationFamilie: Rhopalidae
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Hast du in deinem Garten schon einmal eine intensiv rot-schwarz gemusterte Wanze beobachtet, die auf den ersten Blick wie eine Feuerwanze aussah? Wenn du genauer hinschaust, erkennst du die Zimtwanze (Corizus hyoscyami). Im Gegensatz zur gemeinen Feuerwanze ist ihr Körper fein behaart und sie besitzt voll entwickelte Flügel, mit denen sie geschickt fliegen kann. Ihren Namen verdankt sie einem speziellen Sekret, das sie bei Bedrohung abgibt und das für uns Menschen dezent nach Zimt duftet. Du findest sie meist an sonnigen Tagen auf Korbblütlern (Asteraceae) oder Doldenblütlern, wo sie mit ihrem Rüssel an Pflanzensäften saugt. Ein markantes Merkmal sind die zwei schwarzen Flecken auf dem roten Hinterleib, die durch die meist durchscheinenden Spitzen der Hemelytren (die teilweise verhärteten Vorderflügel der Wanzen) sichtbar sind. Sie ist ein friedlicher Bewohner, der zeigt, dass dein Garten eine gute Struktur mit vielen Wildkräutern aufweist.
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Die Zimtwanze durchläuft einen einjährigen Zyklus. Sie überwintert als fertiges Insekt, als sogenannte Imago, in der schützenden Bodenstreu oder in hohlen Pflanzenstängeln. Im zeitigen Frühjahr, meist ab März oder April, verlassen die Tiere ihre Winterquartiere und beginnen mit der Nahrungsaufnahme. Nach der Paarung im Mai legen die Weibchen ihre Eier an den Blättern und Stängeln der Wirtspflanzen ab. Die daraus schlüpfenden Larven durchlaufen fünf Stadien, in denen sie ihrem Aussehen nach den Alttieren immer ähnlicher werden. Ab August ist die neue Generation der erwachsenen Wanzen ausgewachsen. Diese Tiere fressen sich dann die nötigen Reserven für den Winter an, bevor sie sich bei sinkenden Temperaturen im Spätherbst wieder zur Ruhe begeben.
Die Zimtwanze ist für den Gartenbau völlig unbedenklich. Sie sticht nicht und überträgt keine Krankheiten auf den Menschen oder auf Haustiere. Auch wenn sie an Pflanzensäften saugt, ist die Entnahme so geringfügig, dass deine Gartenpflanzen dadurch keinen Schaden nehmen. Im Sinne der ökologischen Gartenkultur solltest du auf jegliche chemische Bekämpfung verzichten. Ein naturnaher Garten mit heimischen Wildstauden bietet ihr ausreichend Lebensraum. Achte darauf, beim Aufräumen im Herbst nicht alle trockenen Pflanzenteile zu entfernen, da diese für die Wanze lebensnotwendige Rückzugsorte darstellen.
Corizus hyoscyami gehört zur Familie der Rhopalidae, die im Deutschen als Glasflügelwanzen bezeichnet werden. Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zu anderen Wanzenfamilien ist das Fehlen von Punktaugen-Rinnen und die Tatsache, dass sie zwei Ocellen (einfache Punktaugen zur Helligkeitsmessung) zwischen den großen Facettenaugen besitzen. Die Tiere erreichen eine Körperlänge von etwa 9 bis 12 Millimetern. Als phytophage (pflanzenfressende) Art ist sie nicht auf eine einzige Wirtspflanze spezialisiert, zeigt aber eine Vorliebe für trockene, warme Standorte. In der Systematik wird sie oft in zwei Unterarten unterteilt, wobei in unseren Gärten zumeist die Nominatform vorkommt. Ihr Körperbau ist im Vergleich zu den verwandten Randwanzen eher gedrungen und oval.
•EuPPollNet (Zenodo 10.5281/zenodo.14747448)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
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