Bild folgtKI-generierte IllustrationFamilie: Ichneumonidae
Cosmoconus meridionator ist ein Vertreter der Schlupfwespen, den du im Sommer oft an Doldenblütlern wie Giersch oder Wildmöhre beobachten kannst. Mit ihrem schlanken Körperbau und der markanten Färbung – ein schwarzer Vorderkörper kombiniert mit einem leuchtend rot-orangen Hinterleib – fällt sie im Garten schnell ins Auge. Die Weibchen besitzen am Hinterleibsende einen kurzen Legestachel, den sie jedoch ausschließlich zur Fortpflanzung nutzen. Für uns Menschen ist dieses Insekt völlig harmlos. In deinem Garten übernimmt Cosmoconus meridionator eine wichtige Rolle im ökologischen Gefüge, da sie als Gegenspieler von Blattwespen fungiert. Die erwachsenen Tiere, in der Fachsprache Imagines genannt, ernähren sich von Nektar und Pollen und sind somit auf ein reiches Angebot an heimischen Wildblumen angewiesen.
Die Flugzeit von Cosmoconus meridionator erstreckt sich hauptsächlich über die Sommermonate von Juni bis August. In dieser Zeit findet die Paarung statt, und die Weibchen suchen aktiv nach geeigneten Blattwespenlarven für ihre Eiablage. Die Entwicklung vom Ei über die Larve findet eng gekoppelt an den Lebenszyklus des Wirtstieres statt. Den Winter verbringt die Schlupfwespe als Larve oder bereits verpuppt innerhalb des Kokons ihres Wirtes im Boden. Erst im nächsten Frühsommer schlüpft die neue Generation aus der Erde und der Kreislauf beginnt von vorn. Um diesen Zyklus zu unterstützen, ist ein lockerer, unversiegelter Gartenboden von großer Bedeutung.
Du brauchst dir keine Sorgen um Stiche zu machen. Der Legestachel der Schlupfwespe ist morphologisch darauf spezialisiert, Eier präzise an Wirtstieren zu platzieren, und kann die menschliche Haut nicht durchdringen. Im Garten ist sie ein nützlicher Helfer, der dabei hilft, die Populationen von blattfressenden Wespenlarven auf natürliche Weise zu regulieren. Um diese Tiere zu fördern, solltest du auf den Einsatz von Insektiziden verzichten und stattdessen auf mechanische Methoden oder biologische Vielfalt setzen. Auch ein Verzicht auf übermäßiges Aufräumen im Herbst hilft ihnen, da sie in der Streuschicht oder im Boden geschützte Plätze für ihre Entwicklung finden.
Innerhalb der Familie der Ichneumonidae (Schlupfwespen) gehört diese Art zur Unterfamilie Tryphoninae. Ein besonderes biologisches Merkmal ist ihre Lebensweise als koinobionte Ektoparasitoide. Das bedeutet, dass das Weibchen sein Ei außen am Körper einer Wirtslarve befestigt, wobei die Larve – meist eine Blattwespenlarve der Familie Tenthredinidae – zunächst weiterlebt und frisst. Erst wenn sich der Wirt zur Verpuppung in den Boden zurückzieht, beginnt die Larve der Schlupfwespe mit dem eigentlichen Verzehr ihres Wirtes. Cosmoconus meridionator bevorzugt offene Habitate mit angrenzenden Gehölzen und ist besonders in naturnahen Gärten zu finden, die nicht durch chemische Pflanzenschutzmittel belastet sind.
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
Alle Daten sind CC BY 4.0, CC0 oder kompatibel lizenziert. Namensnennung gemäß Lizenzbedingungen. Vollständige Quellenübersicht →