Bild folgtKI-generierte IllustrationCuscuta epithymum
Auch bekannt als: Klee-Seide
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Arten
interagieren
14
Interaktionen
dokumentiert
Mit ihren rötlichen, fadenförmigen Stängeln, die wie feine Seidengespinste andere Pflanzen umschlingen, fällt die Quendel-Seide sofort auf. Diese faszinierende Pflanze besitzt weder Blätter noch Wurzeln im Boden, da sie als Vollschmarotzer (Pflanze, die Nährstoffe komplett von einer Wirtspflanze bezieht) lebt. Für deinen Naturgarten ist sie ein wertvoller Gewinn, da sie auf der Roten Liste steht und spezialisierte Besucher wie die Dunkelgrüne Schmalbiene (Lasioglossum nitidulum) anzieht. Wenn du sie bei dir ansiedelst, unterstützt du eine gefährdete Art und bringst ein echtes Stück unberührter Natur in dein Beet. Trau dich ruhig an diesen ungewöhnlichen Gartenbewohner heran.
Rote-Liste-Art und wichtiger Ankerpunkt für die Dunkelgrüne Schmalbiene.
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Nach aktuellen Bestäubungsdaten ist die Quendel-Seide eine wichtige Nahrungsquelle für spezialisierte Wildbienen. Besonders die Dunkelgrüne Schmalbiene (Lasioglossum nitidulum) nutzt die kleinen, knäuelartigen Blüten regelmäßig. Da die Pflanze von Mai bis September blüht, bietet sie über einen sehr langen Zeitraum hinweg Nektar und Pollen an. In der Natur übernimmt sie eine regulierende Funktion, indem sie kräftige Wirtspflanzen leicht schwächt und so die Artenvielfalt auf der Fläche erhöht. Die Samen bieten zudem eine Nahrungsgrundlage für verschiedene Vögel in der kargen Jahreszeit.
Die Quendel-Seide ist nicht als kindersicher eingestuft und sollte daher außerhalb der direkten Reichweite von spielenden Kindern stehen. Eine Verwechslung mit giftigen Arten ist aufgrund der einzigartigen, blattlosen Wuchsform fast ausgeschlossen. Achte dennoch darauf, dass keine Pflanzenteile verzehrt werden.
Licht
Sonne
Feuchtigkeit
Frisch (Mäßig feucht)
Boden
Schwachzehrer (Magerer Boden)
Blütezeit
Mai – Sep
Bodenreaktion
Mäßig sauer bis neutral
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.45 m
Wähle für die Quendel-Seide einen vollsonnigen Platz im Garten aus.
Der Boden sollte mager (nährstoffarm) und frisch (mäßig feucht) sein.
Da sie ein Vollschmarotzer ist, benötigt sie zwingend eine passende Wirtspflanze zum Überleben.
Die ideale Pflanzzeit liegt zwischen März und Mai, sobald der Boden offen und frostfrei ist.
Säe die Samen direkt an die Basis ihrer Wirte aus, damit die Keimlinge schnell Kontakt finden.
Eine zusätzliche Düngung ist nicht notwendig und sogar schädlich für das natürliche Gleichgewicht.
Die Pflege beschränkt sich darauf, den Standort der Wirtspflanzen nicht zu stören.
Schneide die Pflanze im Winter nicht zurück, sondern lass die vertrockneten Gespinste als Schutz für Insekten stehen.
Eine Vermehrung erfolgt am besten über die reifen Samen im Spätsommer.
Gute Partnerin: Arznei-Quendel (Thymus pulegioides) – beide teilen den Standortanspruch und der Quendel dient als idealer Wirt.
Die Quendel-Seide (Cuscuta epithymum) ist eine einheimische, parasitäre Pflanze, die in Deutschland, Österreich und der Schweiz vorkommt. Ihr typischer Lebensraum sind sonnige Standorte auf mageren Böden (nährstoffarme Untergründe) und frischen Wiesen. Morphologisch zeichnet sie sich durch ihre rötlichen, blattlosen Triebe aus, die kleine, knäuelartige Blütenstände bilden. Als Archäophyt (Pflanze, die bereits vor 1492 durch menschlichen Einfluss eingeführt wurde) ist sie ein fester Bestandteil unserer regionalen Flora.
2 Videos zu Quendel-Seide


8 Arten interagieren mit dieser Pflanze
•EuPPollNet (Zenodo 10.5281/zenodo.14747448)
•Interaktionsdaten via GloBI (CC-BY 4.0)
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
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