Bild folgtKI-generierte IllustrationFamilie: Diastylidae
Wenn wir über unsere heimische Natur sprechen, denken wir meist an Vögel oder Insekten. Doch direkt vor unserer Küste, im Sandboden der Nord- und Ostsee, lebt ein interessanter Bewohner: Diastylis rathkei. Diese Art gehört zu den sogenannten Schwebegarnelen-ähnlichen Krebstieren, genauer gesagt zu den Cumacea (Geißelkrebse). Sie haben einen charakteristischen Körperbau mit einem vorderen, gepanzerten Bereich und einem sehr schlanken, beweglichen Hinterleib, der in einer gegabelten Schwanzflosse endet. Da sie überwiegend im Sediment leben, also in den obersten Schichten des Meeresbodens graben, filtern sie dort organische Partikel aus dem Substrat. Sie sind ein wichtiger Bestandteil der Nahrungskette für bodenlebende Fische.
Der Lebenszyklus dieser Krebstiere ist eng an die Wassertemperatur und das Nahrungsangebot gekoppelt. Die Fortpflanzungsphasen finden meist in den kühleren Monaten statt. Die Weibchen tragen ihre Eier in einem Brutraum, dem Marsupium, bis die Larven schlüpfen. Im Frühjahr und Sommer erreichen die Populationen oft ihre höchste Aktivitätsdichte im Sediment. Da diese Tiere keine Überdauerungsstadien an Land bilden, findet ihr gesamter Lebenszyklus unter Wasser statt, abhängig von der Stabilität der benthischen, also bodennahen, Lebensräume.
Da es sich bei Diastylis rathkei um ein rein marines Tier handelt, ist es in Ihrem Garten nicht anzutreffen. Sollten Sie an der Küste spazieren gehen, beobachten Sie bitte das Ökosystem des Spülsaums und der Uferzone mit Respekt. Da viele Kleinkrebse sehr empfindlich auf Wasserverschmutzungen reagieren, ist der Verzicht auf chemische Mittel in der Küstennähe essenziell. Gartenbesitzer können den Schutz mariner Kleintiere indirekt unterstützen, indem sie auf torfhaltige Erde verzichten, da der Torfabbau in Mooren oft zur Belastung der Fließgewässer führt, die schließlich ins Meer münden.
Die Art Diastylis rathkei wird der Familie der Diastylidae zugeordnet. In der Biologie ist die systematische Einordnung wichtig, um das Verhalten zu verstehen: Als Vertreter der Geißelkrebse besitzen diese Tiere eine spezielle Anpassung an das Leben im Sediment. Sie sind an das Licht-Dunkel-Verhältnis angepasst, da sie oft bei einbrechender Dämmerung aus dem sandigen Boden aufsteigen, um im freien Wasser zu schwimmen – ein Verhalten, das man als vertikale Migration bezeichnet. Ihre Körpergröße bleibt meist im Bereich weniger Millimeter, weshalb sie für das bloße Auge im feuchten Sand leicht zu übersehen sind.
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
Alle Daten sind CC BY 4.0, CC0 oder kompatibel lizenziert. Namensnennung gemäß Lizenzbedingungen. Vollständige Quellenübersicht →