Bild folgtKI-generierte IllustrationEpipactis leptochila
Auch bekannt als: Epipactis leptochila, Schmallippige Stendelwurz
Auffällig sind die schmalen, spitzen Lippen der Blüten, die der Schmallippigen Ständelwurz (Epipactis leptochila) ihren Namen geben. Als heimische Orchidee ist sie eine echte Besonderheit für schattige Gartenbereiche, in denen sich andere Pflanzen schwertun. Da sie eine enge Lebensgemeinschaft mit Bodenpilzen eingeht, fördert sie ein gesundes Bodenmilieu in deinem Garten. Sie ist ideal für dich, wenn du einen naturnahen Schattenplatz oder einen Bereich unter alten Bäumen ökologisch aufwerten möchtest. Mit ihrer dezenten Erscheinung fügt sie sich perfekt in eine waldähnliche Pflanzung ein. Traust du dich an diese anspruchsvolle, aber dankbare Schattenkünstlerin heran?
Echte Wald-Orchidee für schattige Gartenwinkel: Dezent, heimisch und besonders.
Die Schmallippige Ständelwurz ist als heimische Art ein wichtiger Baustein für die Biodiversität im Schattengarten. Da keine spezifischen Bestäuberdaten vorliegen, lässt sich festhalten, dass sie als Waldpflanze spezialisierte Insekten des Waldschattens anspricht. Besonders wertvoll ist ihre Rolle im Boden: Durch die arbuskuläre Mykorrhiza stärkt sie das unterirdische Netzwerk aus Pilzfäden, was indirekt der Vitalität der umliegenden Gehölze zugutekommt. Im Winter bieten die vertrockneten Stängel Schutz für Kleinstlebewesen. Da sie in der Roten Liste als nicht gefährdet geführt wird, ist sie eine robuste Vertreterin ihrer Gattung für die Gartenkultur.
Die Schmallippige Ständelwurz ist nicht kindersicher und sollte nicht verzehrt werden. Wie viele Orchideenarten enthält sie Stoffe, die bei empfindlichen Personen oder Haustieren zu Unverträglichkeiten führen können. Es besteht keine direkte Verwechslungsgefahr mit stark giftigen Arten im selben Lebensraum, dennoch ist beim Umgang Vorsicht geboten.
Licht
Schatten
Feuchtigkeit
Frisch (Mäßig feucht)
Boden
Mittelzehrer (Normaler Boden)
Blütezeit
Jul – Aug
Bodenreaktion
Basisch / Kalkhold
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.34 m
Standort: Wähle einen schattigen Platz, da die Pflanze keine direkte Sonne verträgt.
Boden: Die Erde sollte frisch (mäßig feucht) und ein normaler Gartenboden (Mittelzehrer) sein.
Pflanzzeit: Setze die Orchidee am besten von März bis Mai oder im Herbst von September bis November, solange der Boden frostfrei ist.
Feuchtigkeit: Achte darauf, dass der Boden nie ganz austrocknet, Staunässe sollte jedoch vermieden werden.
Pflege: Da sie eine Mykorrhiza (Lebensgemeinschaft mit Pilzen) benötigt, verzichte auf chemische Dünger oder Fungizide (Pilzbekämpfungsmittel).
Vermehrung: Im Garten gelingt die Etablierung am besten durch den Erhalt des natürlichen Standorts; eine Teilung ist bei Orchideen riskant.
Kombinationsempfehlung: Eine gute Partnerin ist die Wald-Segge (Carex sylvatica). Beide teilen den Standortanspruch an schattige, frische Standorte und die Segge bietet den nötigen Schutz für das empfindliche Mikroklima am Boden.
Die Schmallippige Ständelwurz (Epipactis leptochila) gehört zur Familie der Orchideen (Orchidaceae) und ist in Deutschland, Österreich sowie der Schweiz indigen (heimisch). Sie besiedelt bevorzugt schattige Standorte und zeigt eine morphologische Besonderheit durch ihre hängenden Blüten mit der schmalen, meist grünlich-gelben Lippe. Als Mittelzehrer benötigt sie einen Boden mit normalem Nährstoffgehalt. Eine Besonderheit ist ihre Abhängigkeit von der arbuskulären Mykorrhiza (AM), einer speziellen Form der Pilz-Wurzel-Symbiose, die der Pflanze hilft, Nährstoffe effizienter aufzunehmen.
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
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