
Epipogium aphyllum
Auch bekannt als: Ohnblatt, Widerbart
2
Arten
interagieren
4
Interaktionen
dokumentiert
Wer den Blattlosen Widerbart (Epipogium aphyllum) einmal gesehen hat, vergisst ihn nicht: Er wirkt wie eine geisterhafte Erscheinung aus Wachs, da ihm das Blattgrün völlig fehlt. Diese Orchidee ist ein hochspezialisierter Bewohner schattiger Wälder und lebt in einer engen Gemeinschaft mit Bodenpilzen. Da sie keine Photosynthese betreibt, ist sie im Garten extrem anspruchsvoll und fast nur in naturnahen Waldstücken zu finden. Besonders die Helle Erdhummel (Bombus lucorum) profitiert von dem seltenen Blütenangebot im Hochsommer. Wenn du dieses Juwel in deinem Garten entdeckst, hast du alles richtig gemacht – bewahre den Standort unbedingt ungestört.
Geisterhafte Schönheit: Die seltene Wald-Orchidee für echte Naturschützer.
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Trotz seiner Seltenheit ist der Blattlose Widerbart ein wichtiger Nektarlieferant für spezialisierte Insekten. Nach aktuellen Bestäubungsdaten wird die Art vor allem von der Hellen Erdhummel (Bombus lucorum) und der Ackerhummel (Bombus pascuorum) besucht. Da die Blütezeit erst im Juli und August liegt, bietet sie Nahrung in einer Phase, in der viele Frühlingsblüher bereits verblüht sind. Die Vermehrung erfolgt über winzige Samen mit einem Gewicht von nur 0.0057 mg. Dieses extrem leichte Diasporengewicht ermöglicht eine Windausbreitung über weite Distanzen. Als Rote-Liste-Art (Status 2) ist jeder Standort ein bedeutender Beitrag zum Erhalt der regionalen Artenvielfalt.
Der Blattlose Widerbart ist ausdrücklich als nicht kindersicher eingestuft. Er sollte daher an Stellen wachsen, die für Kinder und Haustiere unzugänglich sind, auch um die empfindliche Pflanze vor Trittschäden zu bewahren. Im Falle eines versehentlichen Verzehrs kontaktiere bitte umgehend den Giftnotruf unter 0228 19 240.
Licht
Schatten
Feuchtigkeit
Frisch (Mäßig feucht)
Boden
Mittelzehrer (Normaler Boden)
Blütezeit
Jul – Aug
Bodenreaktion
Mäßig sauer bis neutral
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.143 m
Morphologische Merkmale: TRY ID3 (CC BY 3.0) & TRY ID81 (CC BY)
Licht: Wähle einen tiefschattigen Platz im Garten, der direkte Mittagssonne vollständig vermeidet.
Feuchtigkeit: Der Boden sollte frisch (mäßig feucht) gehalten werden, Staunässe ist jedoch zu vermeiden.
Bodenbeschaffenheit: Ideal ist ein normaler, mittel-nährstoffreicher Gartenboden mit neutralem bis schwach saurem pH-Wert.
Pflanzzeit: Setze die Pflanze vorzugsweise im Frühling (März bis Mai) oder im Herbst (September bis November) ein.
Wuchshöhe: Plane für die zierliche Pflanze eine Höhe von genau 0.14 m ein.
Schutz: Da die Art extrem selten ist, darf sie niemals in der Natur ausgegraben werden; beziehe sie nur aus zertifizierten Zuchten.
Pflege: Verzichte auf jegliches Hacken oder Düngen am Standort, um die lebensnotwendigen Bodenpilze nicht zu schädigen.
Gute Partnerin: Wald-Sanikel (Sanicula europaea) – sie gedeiht unter identischen schattigen Wald-Bedingungen und ergänzt das Unterholz ökologisch sinnvoll.
Der Blattlose Widerbart gehört zur Familie der Orchideengewächse (Orchidaceae) und ist in Deutschland, Österreich sowie der Schweiz als indigene Art heimisch. Er besiedelt bevorzugt schattige Waldstandorte mit neutralen bis schwach sauren Bodenverhältnissen. Morphologisch fällt er durch seine blass-gelbliche Farbe und den Verzicht auf grüne Laubblätter auf. Mit einer Wuchshöhe von genau 0.14 m bleibt diese krautige Pflanze sehr zierlich. Er gilt nach der Roten Liste als stark gefährdet (Stufe 2) und ist streng an seine Mykorrhiza (Lebensgemeinschaft mit Pilzen) gebunden.
•DoPI - Database of Pollinator Interactions (UK)
•Interaktionsdaten via GloBI (CC-BY 4.0)
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•TRY Categorical Traits (ID3) — Kattge et al. (2012), DOI: 10.17871/TRY.3 (CC BY 3.0)
•TRY Global Spectrum (ID81) — Díaz et al. (2016/2021), DOI: 10.17871/TRY.81 (CC BY)
•Govaerts R et al. (2025) — World Checklist of Vascular Plants (WCVP) v14. Royal Botanic Gardens, Kew. DOI: 10.34885/xs7h-ze42 (CC BY 4.0)
•Foto: © www.NaturePhoto.cz / Adobe Stock / AdobeStock_533987965
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