Bild folgtKI-generierte IllustrationEuphorbia seguieriana subsp. seguieriana
Auch bekannt als: Euphorbia seguieriana subsp. seguieriana
Wer die Steppen-Wolfsmilch (Euphorbia seguieriana subsp. seguieriana) einmal gesehen hat, vergisst sie nicht: Mit ihren schmalen, blaugrauen Blättern und den leuchtend gelbgrünen Scheinblüten bildet sie markante, halbkugelige Polster. In deinem Garten ist diese Art besonders wertvoll, da sie als gefährdete Pflanze der Roten Liste (Stufe 3) einen aktiven Beitrag zum Artenschutz leistet. Sie besetzt Nischen auf extrem trockenen Flächen, die für die regionale Artenvielfalt in Deutschland und der Schweiz entscheidend sind. Als sogenannter Archäophyt (eine Pflanze, die vor 1492 eingeführt wurde) ist sie perfekt an unser Klima angepasst. Mit ihrer Pflanzung schaffst du ein dauerhaftes Refugium für Spezialisten sonniger Magerstandorte. In deinem Kiesbeet oder an einer Kalkmauer wird sie zum langlebigen Blickfang, der kaum Pflege benötigt.
Rote-Liste-Schatz für Sonnenanbeter: 34 Zentimeter pure Kraft auf kargem Kalk.
Die Steppen-Wolfsmilch ist eine unverzichtbare Spezialistin für Trockenbiotope, die in der freien Landschaft immer seltener werden. Ihre Samen sind mit nur 0,8955 mg extrem leicht, was ihnen als Diasporen (Ausbreitungseinheiten) die Fernausbreitung durch den Wind ermöglicht. In deinem Garten fungiert sie als wichtiger Trittstein (vernetzender Lebensraum) für die Insektenwelt der Trockenrasen. Da sie auf der Roten Liste als gefährdet eingestuft ist, sichert jedes Exemplar im Garten wertvolle genetische Ressourcen. Sie bietet Struktur in Lebensräumen, die für viele andere Pflanzen zu extrem sind. Damit förderst du indirekt die gesamte Nahrungskette dieser spezialisierten Ökosysteme.
Die Pflanze ist in allen Teilen giftig und enthält Terpenverbindungen wie Diterpenester. Der weiße Milchsaft führt bei Hautkontakt zu Reizungen und ist bei Einnahme gefährlich für Menschen und Haustiere. Trage bei der Gartenarbeit unbedingt Handschuhe. Im Falle einer Vergiftung oder bei Augenkontakt kontaktiere sofort den Giftnotruf unter 0228 19 240.
Licht
Sonne
Feuchtigkeit
Trocken
Boden
Schwachzehrer (Magerer Boden)
Blütezeit
—
Bodenreaktion
Basisch / Kalkhold
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Blattphänologie
Teils immergrün
Pflanzenhöhe
0.336 m
Morphologische Merkmale: TRY ID3 (CC BY 3.0) & TRY ID81 (CC BY)
Ellenberg Licht 9: Wähle unbedingt einen vollsonnigen Standort, Schatten verträgt sie nicht.
Ellenberg Feuchte 2: Der Boden muss trocken sein; gießen ist nur bei extrem langanhaltender Dürre nötig.
Ellenberg Nährstoffe 2: Setze sie in mageren Boden. Falls deine Erde zu humusreich ist, mische reichlich Sand oder Kies unter (abmagern).
Ellenberg Reaktion 8: Sorge für einen kalkhaltigen, basischen Untergrund (pH-Wert über 7).
Pflanzzeit: Setze die Wolfsmilch jetzt im April oder im Herbst (September bis November) in den Boden.
Pflanzabstand: Halte aufgrund der Wuchshöhe von 0,34 m etwa 30 cm Abstand zu Nachbarpflanzen ein.
Pflege: Ein Rückschnitt der alten Stängel erfolgt im zeitigen Frühjahr; trage dabei wegen des Milchsafts immer Handschuhe.
Gute Partnerin: Der Echte Herzgespann (Leonurus cardiaca) – beide schätzen sonnige, eher trockene Plätze und ergänzen sich in der Struktur.
Die Steppen-Wolfsmilch gehört zur Familie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae) und ist eine ausdauernde, krautige Pflanze. Ihr natürliches Vorkommen liegt vor allem in Xerothermrasen (trockene, warme Magerwiesen) und auf sonnigen Felsfluren mit kalkhaltigem Untergrund. Auffällig ist der kompakte Wuchs mit einer fixen Höhe von 0,34 m und die ledrigen, schmal-linealen Blätter. Wie alle Vertreter ihrer Gattung führt sie einen weißen Milchsaft in ihren Geweben. In der Natur findet man sie oft in Gesellschaft anderer Trockenkünstler auf basenreichen Böden.
1 Video zu Steppen-Wolfsmilch
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•TRY Categorical Traits (ID3) — Kattge et al. (2012), DOI: 10.17871/TRY.3 (CC BY 3.0)
•TRY Global Spectrum (ID81) — Díaz et al. (2016/2021), DOI: 10.17871/TRY.81 (CC BY)
•Checklist Alien Plants Belgium — Verloove F (2023), Botanic Garden Meise (CC BY 4.0)
•Govaerts R et al. (2025) — World Checklist of Vascular Plants (WCVP) v14. Royal Botanic Gardens, Kew. DOI: 10.34885/xs7h-ze42 (CC BY 4.0)
Alle Daten sind CC BY 4.0, CC0 oder kompatibel lizenziert. Namensnennung gemäß Lizenzbedingungen. Vollständige Quellenübersicht →