Bild folgtKI-generierte IllustrationMyrica gale
Auch bekannt als: Gagel, Gagelstrauch, piment royal
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Arten
interagieren
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Interaktionen
dokumentiert
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Wirtsbeziehungen
Arten
An seinen verkehrt-eiförmigen, graugrünen Blättern und dem intensiv würzigen Harzduft lässt sich der Moor-Gagel (Myrica gale) sofort erkennen. Er ist ein wertvoller Schatz für den Naturgarten, da er auf der Roten Liste als gefährdet eingestuft ist und somit aktiven Artenschutz bietet. Besonders Nachtfalter wie die Rotbraune Waldrandeule (Mniotype adusta) oder der Heide-Gelbspanner (Aspitates gilvaria) sind auf ihn als Futterquelle angewiesen. Wenn du feuchte oder moorige Stellen in deinem Garten hast, ist dieser Strauch die perfekte Wahl. So holst du dir ein Stück urwüchsige Natur direkt vor die Terrassentür.
Aromatischer Moorbewohner und unverzichtbare Kinderstube für seltene Nachtfalter.
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In der Tierwelt spielt der Moor-Gagel eine Schlüsselrolle für spezialisierte Insektenarten. Er dient als wichtige Raupenfutterpflanze für Falter wie die Erbseneule (Melanchra pisi), die Schmale Kätzcheneule (Orthosia gracilis) und die Scheck-Tageule (Lacanobia contigua). Auch die Graue Heidelbeereule (Xylena vetusta) und der Dunkelgraue Eckflügelspanner (Macaria alternata) profitieren von seinem Laub. Der Birkenblattroller (Deporaus betulae) nutzt die Blätter zur Eiablage, während der Grüne Schmalprachtkäfer (Agrilus viridis) auf den Zweigen zu finden ist. Durch seine Seltenheit ist er ein wichtiger Baustein zur Förderung der regionalen Biodiversität.
Der Moor-Gagel wird offiziell als nicht kindersicher eingestuft. Grund dafür sind die stark konzentrierten ätherischen Öle in den Blättern, die bei unsachgemäßem Verzehr oder Hautkontakt Reizungen auslösen können. Eine Verwechslungsgefahr mit giftigen Arten besteht aufgrund seines sehr charakteristischen, aromatischen Duftes kaum.
Licht
—
Feuchtigkeit
—
Boden
—
Blütezeit
Apr – Mai
Bioregion
Continental
Wuchsform
Strauch/Baum
Verholzung
Verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
1.41 m
Standort: Wähle einen vollsonnigen bis halbschattigen Platz, der dauerhaft feucht ist.
Boden: Ideal ist ein saurer, nährstoffarmer Boden, etwa ein Gemisch aus Sand und viel Humus.
Feuchtigkeit: Er verträgt problemlos Staunässe (stehendes Wasser), sollte aber nie austrocknen.
Pflanzzeit: Setze den Strauch am besten von März bis Mai oder im Herbst zwischen September und November.
Pflege: Er wächst eher langsam, weshalb ein Rückschnitt nur bei Platzmangel nötig ist.
Vermehrung: Das funktioniert gut über Stecklinge oder das Abtrennen der natürlichen Ausläufer.
Besonderheit: Die Pflanze nutzt eine Arbuskuläre Mykorrhiza (Symbiose zwischen Pilzen und Pflanzenwurzeln) zur Nährstoffaufnahme.
Kombination: Ein hervorragender Partner ist die Glocken-Heide (Erica tetralix) – beide Arten teilen die Vorliebe für nasse, kalkfreie Moorbeete.
Der Moor-Gagel (Myrica gale) ist der einzige europäische Vertreter der Gagelstrauchgewächse (Myricaceae). Er ist vor allem im atlantisch geprägten Nordwesten Deutschlands heimisch und besiedelt dort nasse Standorte wie Niedermoore oder Erlenbrüche. Eine botanische Besonderheit ist die Fähigkeit, über eine Symbiose mit Bodenbakterien Stickstoff zu binden. Die Pflanze wächst als sommergrüner Strauch und ist meist zweihäusig (männliche und weibliche Blüten auf getrennten Pflanzen), wobei die Blüten in auffälligen Kätzchen erscheinen.
31 Arten nutzen diese Pflanze als Wirt
2 weitere Arten besuchen die Blüten
•Interaktionsdaten via GloBI (CC-BY 4.0)
•Cook et al. (2025) UK Butterfly & Moth Traits (DOI: 10.5285/dbc7cc17-cbbd-49dd-bab4-8e8855768d66)
•FloraWeb / BfN
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
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