Bild folgtKI-generierte IllustrationGentianella bohemica
Auch bekannt als: Böhmischer Kranzenzian
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Arten
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Interaktionen
dokumentiert
Wer den Böhmischen Enzian (Gentianella bohemica) einmal gesehen hat, vergisst ihn nicht: Mit seinen trichterförmigen, violetten Blüten, die am Rand fein gefranst sind, fällt er im Spätsommer sofort auf. Diese seltene Schönheit ist ein ökologisches Juwel, da sie spezialisierten Insekten wie dem Goldenen Scheckenfalter (Euphydryas aurinia) und dem Alpenglocken-Scheckenfalter (Melitaea varia) wertvolle Nahrung bietet. Im Garten ist er ein Zeichen für echte Naturverbundenheit und handwerkliches Geschick im Umgang mit nährstoffarmen Standorten. Da er nur 0,13 m hoch wird, eignet er sich hervorragend für den vorderen Rand von Magerbeeten. Wenn Du ihm den richtigen Platz gibst, holst Du Dir ein Stück schützenswerte Wildnis direkt vor das Fenster.
Späte Blütenpracht für seltene Scheckenfalter: Ein Juwel für Kenner.
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Nach aktuellen Beobachtungen ist der Böhmische Enzian eine unverzichtbare Nektarquelle im Spätsommer und Herbst. Von Juli bis Oktober profitieren insbesondere seltene Schmetterlingsarten von dem Angebot. Zu den wichtigsten Besuchern zählen der Goldene Scheckenfalter (Euphydryas aurinia) und der Alpenglocken-Scheckenfalter (Melitaea varia), die auf solche spezialisierten Blütenangebote angewiesen sind. Da die Pflanze erst spät blüht, schließt sie eine wichtige Versorgungslücke für Insekten vor der Winterruhe. Die enge Bindung an spezifische Bodenpilze zeigt zudem, wie vernetzt diese Art im Bodenökosystem ist.
Der Böhmische Enzian ist als nicht kindersicher eingestuft. Er enthält Bitterstoffe, die bei Verzehr zu Unwohlsein führen können; er sollte daher nicht in Reichweite von sehr kleinen Kindern gepflanzt werden. Im Falle eines versehentlichen Verzehrs ist der Giftnotruf unter der Nummer 0228 19 240 erreichbar.
Licht
—
Feuchtigkeit
—
Boden
—
Blütezeit
Jul – Okt
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.13 m
Morphologische Merkmale: TRY ID3 (CC BY 3.0) & TRY ID81 (CC BY)
Standort: Wähle einen vollsonnigen Platz, da die Art sehr lichtbedürftig ist.
Wuchshöhe: Mit genau 0.13 m bleibt die Pflanze sehr niedrig und darf nicht von Nachbarn überwachsen werden.
Boden: Das Substrat muss mager (nährstoffarm), kalkarm und gut durchlässig sein; gegebenenfalls mit reichlich Sand abmagern.
Pflanzzeit: Idealerweise im Frühling von März bis Mai oder im Herbst zwischen September und November.
Wasserbedarf: Gleichmäßig feucht halten, aber Staunässe (stehendes Wasser im Wurzelbereich) unbedingt vermeiden.
Düngung: Absolut keinen Dünger verwenden, da dies die Mykorrhiza-Pilze schädigt und die Pflanze verdrängt.
Pflege: Nach der Blüte die Samenstände stehen lassen, damit sich die zweijährige Pflanze selbst aussäen kann.
Pflanzpartner: Das Borstgras (Nardus stricta) ist eine ideale Partnerin, da es die gleichen Standortansprüche teilt und einen natürlichen Winterschutz bietet.
Der Böhmische Enzian gehört zur Familie der Enziangewächse (Gentianaceae) und ist eine charakteristische Art der Mittelgebirge. Sein natürliches Vorkommen beschränkt sich auf das Böhmische Massiv, wo er in Borstgrasrasen (saure, nährstoffarme Wiesen mit dem namensgebenden Gras) und auf Berg-Mähwiesen wächst. Morphologisch zeichnet sich diese krautige, nicht verholzte Pflanze durch ihre breitblättrigen Blattrosetten und die typischen Fransenkronen aus. Eine Besonderheit ist seine Lebensweise mit AM-Mykorrhiza (einer Symbiose mit Bodenpilzen), die ihm hilft, in extrem nährstoffarmen Böden zu überleben.
2 Arten interagieren mit dieser Pflanze
•Middleton-Welling_2020
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•TRY Categorical Traits (ID3) — Kattge et al. (2012), DOI: 10.17871/TRY.3 (CC BY 3.0)
•TRY Global Spectrum (ID81) — Díaz et al. (2016/2021), DOI: 10.17871/TRY.81 (CC BY)
•Govaerts R et al. (2025) — World Checklist of Vascular Plants (WCVP) v14. Royal Botanic Gardens, Kew. DOI: 10.34885/xs7h-ze42 (CC BY 4.0)
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