Bild folgtKI-generierte IllustrationGladiolus imbricatus
Auch bekannt als: Gladiolus imbricatus
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Arten
interagieren
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Interaktionen
dokumentiert
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Wirtsbeziehungen
Arten
Wer die Dachzieglige Siegwurz (Gladiolus imbricatus) einmal gesehen hat, vergisst sie nicht: Mit ihren einseitswendigen, purpurrosa Blütenständen ist sie eine der elegantesten Erscheinungen auf feuchten Wiesen. Als Biologe schätze ich sie besonders, weil sie in der freien Natur vom Aussterben bedroht ist und in deinem Garten eine wichtige Arche-Funktion übernimmt. Von ihrem Nektarangebot profitiert unter anderem die Ampfer-Eule (Acronicta rumicis), eine Nachtfalterart, die auf solche spezialisierten Wildpflanzen angewiesen ist. Mit dieser Pflanze holst du dir ein Stück echte Wildnis zurück, das durch seine Seltenheit jeden Naturgarten aufwertet. Du wirst sehen, wie die filigranen Blüten im Juni zum Blickfang werden.
Vom Aussterben bedrohtes Juwel: Die 38 cm hohe Rettungsinsel für seltene Falter.
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Die ökologische Bedeutung dieser Wildgladiole ist durch ihre Seltenheit enorm hoch. Sie dient als spezialisierte Nahrungsquelle für Bestäuber, wobei nach aktuellen Beobachtungsdaten insbesondere die Ampfer-Eule (Acronicta rumicis) die Bestände nutzt. Ihre Vermehrungsstrategie setzt auf Leichtgewichte: Die Samen wiegen nur etwa 2,7911 mg, was eine Fernausbreitung durch den Wind ermöglicht. Im Boden geht die Pflanze eine Symbiose mit Arbuskulären Mykorrhizapilzen (AM) ein, was das Bodenleben stärkt und die Nährstoffaufnahme auf mageren Standorten optimiert. Da sie im Hochsommer blüht, schließt sie eine wichtige Lücke im Nahrungsangebot für Insekten, wenn viele Frühjahrsblüher bereits verblüht sind.
Die Dachzieglige Siegwurz wird als nicht kindersicher eingestuft, da Teile der Pflanze bei Verzehr Unverträglichkeiten auslösen können. In Haushalten mit kleinen Kindern oder neugierigen Haustieren solltest du sie daher an einem Ort pflanzen, der nicht direkt als Spielfläche genutzt wird.
Licht
Sonne
Feuchtigkeit
Frisch (Mäßig feucht)
Boden
Mittelzehrer (Normaler Boden)
Blütezeit
Jun – Jul
Bodenreaktion
Basisch / Kalkhold
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.377 m
Morphologische Merkmale: TRY ID3 (CC BY 3.0) & TRY ID81 (CC BY)
Wähle einen vollsonnigen Standort (Lichtzahl 8), damit die Pflanze ihre volle Blütenpracht entwickeln kann.
Der Boden sollte frisch (mäßig feucht, Feuchtezahl 6) sein, aber eine gute Durchlässigkeit aufweisen.
Als Schwachzehrer (Nährstoffzahl 3) benötigt sie einen mageren Boden; vermeide daher unbedingt die Gabe von Mineraldünger oder frischem Kompost.
Achte auf ein kalkhaltiges (basisches) Milieu im Boden, gegebenenfalls kannst du mit etwas Algenkalk nachhelfen.
Pflanzzeit: Setze die Knollen am besten im Frühjahr (März bis Mai) oder im Herbst (September bis November) in die Erde.
Die Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von 0.38 m und benötigt in der Regel keine Stützhilfe.
Lass die welken Blätter und Samenstände stehen, damit die Pflanze Energie in die Knolle zurückführen kann.
Gute Partnerin: Die Sibirische Schwertlilie (Iris sibirica) – sie hat ähnliche Ansprüche an Bodenfeuchte und Kalkgehalt und ergänzt das feine Blattwerk ideal.
Die Dachzieglige Siegwurz gehört zur Familie der Schwertliliengewächse (Iridaceae) und ist eine indigene Art in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ihr natürlicher Lebensraum sind kalkhaltige (basische) und wechselfeuchte Magerwiesen sowie Niedermoore. Morphologisch zeichnet sie sich durch ihre dachziegelartig überlappenden Blütenhüllblätter aus, die ihr den Namen gaben. Mit einer Wuchshöhe von genau 0.38 m bleibt sie deutlich zierlicher als die oft überzüchteten Gartengladiolen. Da sie auf der Roten Liste mit der Stufe 1 (vom Aussterben bedroht) geführt wird, ist jeder Standort im Siedlungsraum ein wertvoller Beitrag zum Artenschutz.
•EuPPollNet (Zenodo 10.5281/zenodo.14747448)
•Interaktionsdaten via GloBI (CC-BY 4.0)
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•TRY Categorical Traits (ID3) — Kattge et al. (2012), DOI: 10.17871/TRY.3 (CC BY 3.0)
•TRY Global Spectrum (ID81) — Díaz et al. (2016/2021), DOI: 10.17871/TRY.81 (CC BY)
•Govaerts R et al. (2025) — World Checklist of Vascular Plants (WCVP) v14. Royal Botanic Gardens, Kew. DOI: 10.34885/xs7h-ze42 (CC BY 4.0)
Alle Daten sind CC BY 4.0, CC0 oder kompatibel lizenziert. Namensnennung gemäß Lizenzbedingungen. Vollständige Quellenübersicht →