Bild folgtKI-generierte IllustrationKein deutscher Name bekannt
Wenn du beim Umgraben oder beim Versetzen von Steinen eine Spinne entdeckst, die fast so aussieht wie ein kleiner, glänzend dunkelbrauner Knopf, könnte das eine Harpactocrates globifer sein. Sie gehört zur Familie der Dysderidae, im Deutschen auch als Röhrenspinnen bezeichnet. Anders als die Netzspinnen, die wir meist in den Ecken unserer Schuppen finden, baut diese Art keine Fangnetze. Stattdessen lebt sie versteckt in Bodenlöchern oder unter Totholz und geht dort aktiv auf die Jagd nach kleineren Bodenlebewesen. Ihre Körperoberfläche wirkt durch die fehlende starke Behaarung fast wie poliertes Leder, was sie von den meisten anderen heimischen Spinnen unterscheidet.
Die Lebensweise dieser Spinne ist stark an die Bodenfeuchtigkeit gebunden. Im Frühjahr, wenn die Temperaturen steigen, beginnen die Tiere ihre Jagd in der Humusschicht. Da sie keine winterharten Netze baut, zieht sie sich in der kalten Jahreszeit in tiefer gelegene Bodenverstecke zurück, um dort den Frost zu überdauern. Den Sommer verbringt sie meist verborgen in der Laubstreu oder unter Steinen, wo sie vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt bleibt. Erst bei feuchter Witterung oder in der Dämmerung zeigt sie sich gelegentlich aktiver auf der Oberfläche.
Es gibt keinen Grund zur Sorge, wenn du dieser Spinne im Garten begegnest. Wie nahezu alle unsere heimischen Spinnen ist sie für uns völlig harmlos. Ihre Kieferklauen sind darauf ausgelegt, die Panzer kleiner Gliederfüßer zu durchdringen, aber sie sind nicht in der Lage, die menschliche Haut zu durchdringen. Sie ist ein scheuer Bewohner der unteren Bodenschichten, der bei Störung sofort den Rückzug antritt. Ein Schutzstatus besteht nicht, dennoch ist sie ein wertvoller Teil deines Gartens, da sie zur natürlichen Regulation der Bodenfauna beiträgt.
Systematisch ordnen wir Harpactocrates globifer in die Familie der Dysderidae (Sechsaugenspinnen) ein. Diese Gruppe zeichnet sich dadurch aus, dass sie – wie der Name vermuten lässt – über lediglich sechs Augen verfügt, während die Mehrzahl der Spinnen acht besitzt. Die Gattung Harpactocrates ist in Europa vertreten, wobei das Verbreitungsgebiet insbesondere den Südwesten, etwa Spanien, umfasst. Wie bei vielen Spinnen dieser Familie sind die Kieferklauen, die sogenannten Cheliceren, kräftig ausgebildet, um ihre Beute im Bodenmilieu effizient zu überwältigen.
•TraitCH — CC BY 4.0TraitCH 2.0 contributors; imported as source-preserving NaturKompass taxon evidence.
•GBIF Occurrence Database (CC BY 4.0 / CC0)
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