Bild folgtKI-generierte IllustrationFamilie: Hydridae
Wenn du an einem ruhigen Nachmittag mit einer Lupe am Rand deines Gartenteichs sitzt, könntest du auf ein faszinierendes Lebewesen stoßen: die Süßwasserpolypen, zu denen auch Hydra circumcincta gehört. Diese winzigen Tiere, kaum größer als ein Fingernagel, sind sesshaft, das heißt, sie verbringen ihr Leben fest verankert an Wasserpflanzen oder Steinen. Ihr Körper besteht aus einem schmalen Stiel, an dessen oberem Ende ein Kranz aus beweglichen Tentakeln sitzt. Mit diesen Fangarmen tasten sie das Wasser nach winzigen Kleinkrebsen ab. Interessant ist ihre Regenerationsfähigkeit: Sie besitzen eine außergewöhnliche Kapazität, verlorene Körperteile oder beschädigtes Gewebe durch Stammzellen vollständig zu erneuern. Sie sind ein Zeichen für ein biologisch intaktes Gewässer, da sie sauberes, nährstoffarmes Wasser bevorzugen.
Im Frühjahr, wenn die Wassertemperaturen steigen und sich das Nahrungsangebot durch Kleinkrebse erhöht, beginnt die Phase der ungeschlechtlichen Vermehrung durch Knospung. Über den Sommer hinweg kannst du die Tiere meist problemlos an den Unterseiten von Wasserpflanzenblättern beobachten. Wenn der Herbst naht und die Temperaturen sinken, stellen viele Hydren auf die geschlechtliche Fortpflanzung um. Dabei bilden sie sogenannte Dauerstadien oder Eier, die auf dem Gewässergrund überwintern. Im Winter ziehen sich die Tiere in eine Ruhephase zurück, in der ihr Stoffwechsel deutlich reduziert ist, bis sie bei den ersten warmen Sonnenstrahlen im nächsten Jahr wieder aktiv werden.
Süßwasserpolypen sind für den Menschen vollkommen harmlos, da ihre Nesselzellen ausschließlich auf die mikroskopisch kleine Beute ausgerichtet sind. Sie benötigen keine besonderen Schutzmaßnahmen, da sie Teil eines gesunden Ökosystems im Gartenteich sind. Bitte verzichte in deinem Teich vollständig auf chemische Zusätze oder Algizide, also Mittel zur Algenbekämpfung, da diese das empfindliche Gleichgewicht stören, in dem die Polypen leben. Ein natürliches Gewässer mit ausreichend Wasserpflanzen und ohne synthetische Dünger aus dem Gartenbau bietet den Hydren den besten Lebensraum.
Die Hydra circumcincta gehört zur Familie der Hydridae innerhalb des Stammes der Nesseltiere. Ihr wissenschaftlicher Name leitet sich von ihrer ringförmigen Struktur am Fuß ab. Als räuberische Organismen nutzen sie Nesselzellen an ihren Tentakeln. Das sind spezialisierte Zellstrukturen, die bei Berührung durch Beute einen winzigen Giftfaden abfeuern, um das Beutetier zu lähmen. Anders als viele andere Nesseltiere, die im Meer leben, haben sich die Hydren an das Leben im Süßwasser angepasst. Sie vermehren sich sowohl ungeschlechtlich durch Knospung – hierbei wächst ein genetisch identischer Tochterpolyp direkt aus dem Körperstamm des Muttertiers heraus – als auch geschlechtlich durch die Bildung von Keimzellen im Spätsommer oder Herbst.
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
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