Bild folgtKI-generierte IllustrationJuncus pygmaeus
Auch bekannt als: Zwergsimse, jonc nain, Juncus pygmaeus
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Arten
interagieren
4
Interaktionen
dokumentiert
Du erkennst die Zwerg-Binse (Juncus pygmaeus) an ihrem extrem zierlichen Wuchs und den dichten, kopfigen Blütenknäueln, die oft rötlich überlaufen sind. Als eine der seltensten Pflanzen Deutschlands – sie steht auf der Roten Liste 1 und ist damit vom Aussterben bedroht – ist sie ein wahrer Schatz für deinen Naturgarten. Besonders Falter wie der Rostfarbige Dickkopffalter (Ochlodes sylvanus) oder das Braunauge (Lasiommata maera) profitieren von ihrem Vorhandensein. Indem du dieser Pionierpflanze einen Platz gibst, leistest du einen direkten Beitrag zum Erhalt einer fast verschwundenen Art. Trau dich ruhig an diese botanische Rarität heran, sie wird es dir mit ihrer dezenten Schönheit danken.
Botanische Rarität: Rote Liste 1 Schutz für den Rostfarbigen Dickkopffalter.
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Trotz ihrer geringen Größe spielt die Zwerg-Binse eine wichtige Rolle im lokalen Ökosystem. Sie dient als Nektarquelle für spezialisierte Schmetterlingsarten. Nach aktuellen Bestäubungsdaten besuchen insbesondere der Rostfarbige Dickkopffalter (Ochlodes sylvanus) und das Braunauge (Lasiommata maera) die Blüten zwischen Mai und September. Durch ihre Mykorrhiza-Symbiose (AM - Arbuskuläre Mykorrhizapilze) ist sie fest in das unterirdische Pilznetzwerk des Bodens eingebunden, was den Nährstoffaustausch im Boden fördert. Auch wenn keine spezifischen Vogelfutterdaten vorliegen, bieten Binsen im Winter generell wertvolle Strukturen für überwinternde Kleinstlebewesen.
Die Zwerg-Binse wird nach vorliegenden Daten als nicht kindersicher eingestuft. Auch wenn keine spezifische Giftigkeit bekannt ist, sollte man im Umgang mit Kindern vorsichtig sein, da die feinen Halme mechanische Reizungen verursachen könnten. Es besteht keine Verwechslungsgefahr mit bekannten giftigen Doppelgängern in dieser Größenordnung.
Licht
Sonne
Feuchtigkeit
Frisch (Mäßig feucht)
Boden
Schwachzehrer (Magerer Boden)
Blütezeit
Mai – Sep
Bodenreaktion
Mäßig sauer bis neutral
Bioregion
Continental
Wuchsform
Gras
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.05 m
Standort: Wähle einen vollsonnigen Platz in deinem Garten.
Boden: Die Pflanze ist ein Schwachzehrer (Magerer Boden), sie benötigt also ein sehr nährstoffarmes Substrat.
Feuchtigkeit: Der Boden sollte "frisch" sein, was im gärtnerischen Sinne einer gleichmäßigen, mäßigen Feuchte entspricht, ohne jedoch dauerhaft im Wasser zu stehen.
Pflanzzeit: Setze die Zwerg-Binse am besten im Frühjahr von März bis Mai oder im Herbst von September bis November, solange der Boden offen ist.
Vermehrung: Da sie einjährig ist, solltest du die Samenstände im Herbst unbedingt stehen lassen, damit sie sich selbst versamen kann.
Pflege: Keinen Dünger verwenden, da sie auf nährstoffreichen Böden schnell von konkurrenzstarken Gräsern verdrängt wird.
Begleitpflanze: Eine gute Partnerin ist der Lungen-Enzian (Gentiana pneumonanthe). Beide teilen die Vorliebe für feuchte, magere Standorte und ergänzen sich hervorragend in einem spezialisierten Moor- oder Heidebeet.
Die Zwerg-Binse gehört zur Familie der Binsengewächse (Juncaceae) innerhalb der Ordnung der Süßgrasartigen. In Deutschland gilt sie als indigene (einheimische) Art, ist jedoch aufgrund des Verlusts ihrer Lebensräume – offene, zeitweise feuchte Pionierstandorte – extrem selten geworden. Typisch für diesen Archäophyten (Pflanze, die vor 1492 eingeführt wurde oder bereits heimisch war) ist die Wuchsform als einjährige Pflanze. Morphologisch zeichnet sie sich durch ihre geringe Größe von meist nur wenigen Zentimetern und die für Binsen typischen, stängelartigen Blätter aus, die hier jedoch sehr fein ausgebildet sind.
3 Videos zu Zwerg-Binse



3 Arten interagieren mit dieser Pflanze
•Middleton-Welling_2020
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
Alle Daten sind CC BY 4.0 oder kompatibel lizenziert. Namensnennung gemäß Lizenzbedingungen. Vollständige Quellenübersicht →