Bild folgtKI-generierte IllustrationLathraea squamaria subsp. tatrica
Auch bekannt als: Lathraea squamaria subsp. tatrica
3
Arten
interagieren
3
Interaktionen
dokumentiert
Kaum zu übersehen: Die Tatra-Schuppenwurz (Lathraea squamaria subsp. tatrica) fällt durch ihre aufrechten, fleischigen Blütenstände in Blassrosa bis Purpur auf, die ganz ohne grünes Blattwerk auskommen. Als sogenannter Holoparasit (Vollschmarotzer) zieht sie all ihre Kraft aus den Wurzeln benachbarter Gehölze und benötigt daher kein Chlorophyll für die Photosynthese. Für Deinen Naturgarten ist sie eine echte Kostbarkeit, da sie als Rote-Liste-Art extrem selten ist und spezialisierten Schmetterlingen wie dem Baldrian-Scheckenfalter (Melitaea diamina) dient. Wenn Du diese seltene Schönheit im Garten entdeckst, machst Du alles richtig – sie ist ein Zeichen für einen gesunden, ungestörten Waldboden.
Ein seltener Schatz im Schatten: Die blattlose Helferin für Scheckenfalter.
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Nach aktuellen Bestäubungsdaten ist diese seltene Art eine wichtige Energiequelle für gefährdete Schmetterlinge. Besonders der Baldrian-Scheckenfalter (Melitaea diamina) und der Wachtelweizen-Scheckenfalter (Melitaea celadussa) suchen die Blüten zur Nektaraufnahme auf. Auch für den Östlichen Scheckenfalter (Melitaea britomartis) stellt sie eine wertvolle Ressource dar. Da die Pflanze keine grünen Blätter besitzt, dient sie nicht als Raupenfutter, gleicht dies aber durch ihr frühes Blütenangebot im schattigen Unterholz aus. Ihre Anwesenheit fördert die natürliche Artenvielfalt, da sie als Parasit die Konkurrenzkraft starker Gehölze leicht reguliert.
Achtung: Die Tatra-Schuppenwurz ist nicht kindersicher. Sie gilt als schwach giftig und sollte nicht verzehrt werden. Da sie keine essbaren Pflanzenteile besitzt und optisch sehr eigenwillig erscheint, ist die Verwechslungsgefahr mit Küchenkräutern jedoch äußerst gering. Dennoch sollten Kinder im Garten für den vorsichtigen Umgang sensibilisiert werden.
Licht
Schatten
Feuchtigkeit
Frisch (Mäßig feucht)
Boden
Mittelzehrer (Normaler Boden)
Blütezeit
—
Bodenreaktion
Mäßig sauer bis neutral
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.28 m
Standort: Die Pflanze benötigt einen Platz im Schatten, idealerweise unter alten Laubbäumen.
Boden: Der Boden sollte frisch (mäßig feucht) sein. Als Mittelzehrer (Pflanze mit mittlerem Nährstoffbedarf) bevorzugt sie normale, humose Gartenerde.
Mykorrhiza: Sie lebt in einer AM-Symbiose (Arbuskuläre Mykorrhiza), einer engen Gemeinschaft mit Bodenpilzen, die für den Nährstoffaustausch wichtig ist.
Pflanzzeit: Du kannst sie im Frühling von März bis Mai oder im Herbst von September bis November setzen, sofern der Boden nicht gefroren ist.
Besonderheit: Da sie als Parasit an Wurzeln lebt, darf im Wurzelbereich ihrer Wirtspflanzen nicht gehackt werden.
Pflege: Ein Rückschnitt ist nicht nötig, da die Pflanze nach der Samenreife komplett unter die Erde einzieht.
Kombinationsempfehlung: Ein idealer Partner ist die Hasel (Corylus avellana). Sie dient als notwendiger Wirt und bietet genau das schattige Mikroklima, das die Schuppenwurz zum Gedeihen braucht.
Die Tatra-Schuppenwurz gehört zur Familie der Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae) und ist eine seltene Unterart der Schuppenwurz. Sie ist in Deutschland indigen (einheimisch), wird aber auf der Roten Liste als extrem seltene Art (R) geführt. Ihr typischer Lebensraum sind schattige, frische Standorte in der Nähe ihrer Wirtsbäume. Da sie keine Photosynthese betreibt, fehlen ihr grüne Laubblätter völlig; stattdessen besitzt sie unterirdische, fleischige Schuppenblätter an einem kräftigen Rhizom (unterirdischer Spross).
3 Arten interagieren mit dieser Pflanze
•Middleton-Welling_2020
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
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