Bild folgtKI-generierte IllustrationLignyoptera fumidaria
An den fein bestäubten, graubraunen Vorderflügeln der Männchen lässt sich Lignyoptera fumidaria sofort erkennen. Dieser seltene Nachtfalter aus der Familie der Spanner (Geometridae) ist ein ganz besonderer Bewohner trockenwarmer Gartenbereiche in Regionen wie dem pannonischen Osten Österreichs. Du wirst ihn im Sommer vergeblich suchen, denn die einzige Generation des Jahres schlüpft erst im Spätherbst zwischen Oktober und November. Auffällig ist der starke Unterschied zwischen den Geschlechtern: Die Weibchen sind brachypter (flugunfähig mit verkümmerten Flügeln) und klettern zur Paarung lediglich an Halmen empor. Die Raupen schlüpfen im Frühjahr und ernähren sich bevorzugt von heimischen Wildpflanzen wie Echtem Labkraut (Galium verum) und Feld-Beifuß (Artemisia campestris). Den Hochsommer verbringt das Tier als Puppe im Boden, um die Hitze zu überdauern. Um diese bedrohte Art zu unterstützen, solltest du trockene Pflanzenstängel im Winter unbedingt stehen lassen, da sie dort als Ei in Kältestarre (winterliche Ruhephase) überwintern. Ein naturnaher Garten mit sonnigen Magerstellen bietet den Raupen im Frühling die nötige Lebensgrundlage. Indem du auf das herbstliche Aufräumen verzichtest, bewahrst du diesen faszinierenden Steppenbewohner vor dem Erfrieren.
Diese Schmetterlingsart ist für Menschen und Haustiere vollkommen harmlos, da sie weder stechen noch beißen kann. Da sie streng an bedrohte Lebensräume gebunden und extrem selten ist, sollte man die Tiere lediglich beobachten und keinesfalls einsammeln. Sie ist ein schützenswerter Nützling im Ökosystem.
Lignyoptera fumidaria gehört zur Familie der Spanner (Geometridae) innerhalb der Ordnung der Schmetterlinge. Die Art ist in Mitteleuropa sehr lokal verbreitet und auf wärmebegünstigte Steppenlandschaften sowie Trockenrasen spezialisiert. Während die Männchen eine graubraune Färbung und normale Flügel mit einer Spannweite von etwa 25 bis 30 Millimetern besitzen, sind die Weibchen flugunfähig mit stark reduzierten Flügelstümpfen. Eine Verwechslung ist aufgrund der extrem späten Flugzeit im Spätherbst und der charakteristischen Flügelzeichnung der Männchen im Siedlungsraum kaum möglich.
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
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