Bild folgtKI-generierte IllustrationFamilie: Macrochelidae
Wenn du im Komposthaufen oder an verrottendem organischen Material arbeitest, begegnest du oft winzigen, flinken Bewohnern, die man leicht übersieht: Macrocheles peniculatus. Diese Milbenart gehört zur Familie der Macrochelidae, den sogenannten Makrocheliden. Mit einer Größe von unter einem Millimeter sind sie mit bloßem Auge kaum auszumachen. Interessant ist ihre Lebensweise als sogenannte phoretische Tiere – das bedeutet, sie nutzen größere Insekten wie Mistkäfer als Transportmittel, um sich von einer Futterquelle zur nächsten tragen zu lassen. In deinem Garten leisten sie einen wichtigen Beitrag zum Abbau organischer Substanz, indem sie sich von kleineren Bodenlebewesen oder deren Eiern ernähren und so die mikrobiellen Prozesse im Humus mitgestalten.
Der Lebenszyklus dieser Milben ist eng an das Vorhandensein organischer Nahrung gebunden. Im Frühjahr, wenn die Temperaturen im Boden steigen, beginnt ihre Aktivitätsphase. Den Sommer über sind sie besonders in Phasen hoher biologischer Aktivität, etwa bei der Zersetzung von Grünschnitt, anzutreffen. Mit Einsetzen der kühleren Witterung im Spätherbst reduzieren sie ihren Stoffwechsel und überwintern in tieferen, frostgeschützten Bodenschichten oder direkt innerhalb des isolierenden Kompostmaterials. Da sie auf ein feuchtes Milieu angewiesen sind, ziehen sie sich bei anhaltender Sommertrockenheit in feuchtere Bodennischen zurück.
Diese Milben sind für den Menschen sowie für unsere Haustiere völlig harmlos. Sie fungieren als natürliche Regulatoren im Bodenökosystem und sind weder Schädlinge an Gartenpflanzen, noch treten sie als Lästlinge im Wohnbereich auf. Eine Bekämpfung ist daher in keiner Weise erforderlich oder sinnvoll. Du kannst ihre Anwesenheit als Zeichen für einen gesunden, lebendigen Boden betrachten, da sie einen stabilen Kompostierungsprozess anzeigen.
Die Art Macrocheles peniculatus ist innerhalb der Ordnung Mesostigmata (Milben mit einem Atemorgan auf Höhe des dritten Beinpaares) systematisch klar eingeordnet. Ihre Morphologie – also ihr Körperbau – ist optimal an das Leben in instabilen Habitaten wie Dung oder verrottendem Pflanzenmaterial angepasst. Charakteristisch für die Gattung Macrocheles sind die kräftig entwickelten Vorderbeine, die nicht primär zur Fortbewegung, sondern zum Tasten und Greifen dienen. Die Art zeichnet sich durch spezifische Anordnung der Borsten am Rückenschild aus, was ihre Bestimmung unter dem Mikroskop für Experten ermöglicht.
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
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