Bild folgtKI-generierte IllustrationFamilie: Phoridae
Hast du schon einmal winzige Fliegen beobachtet, die auf Gartenblättern eher rennen als fliegen? Das ist ein typisches Verhalten für Megaselia hypopygialis. Diese Art gehört zur Familie der Phoridae, die im Volksmund oft Buckelfliegen genannt werden. Der Name rührt von ihrem stark gewölbten Thorax her – das ist der Brustabschnitt, der den Tieren eine markante, bucklige Silhouette verleiht. Mit einer Körperlänge von meist nur zwei bis drei Millimetern sind sie sehr unauffällig. Ihr Flug wirkt oft etwas ruckartig, und bei einer Störung flüchten sie bevorzugt zu Fuß in einer schnellen, zickzackartigen Weise über die Blattoberfläche.
Die Aktivität von Megaselia hypopygialis ist eng an die frostfreie Zeit gebunden. Du kannst die adulten, also die ausgewachsenen Insekten, in der Regel von Mai bis in den September hinein an schattigen, feuchten Plätzen im Garten entdecken. In dieser Zeit findet die Paarung und die Eiablage in feuchtes, organisches Substrat statt. Die Larven wachsen dort geschützt heran und verpuppen sich schließlich. Die Überwinterung findet meist im Larven- oder Puppenstadium im Boden oder in tieferen, frostsicheren Schichten der Laubstreu statt, bevor im nächsten Frühjahr die neue Generation schlüpft.
Du kannst ganz unbesorgt sein: Diese kleinen Fliegen sind für dich, deine Haustiere und deine lebenden Gartenpflanzen vollkommen harmlos. Sie stechen nicht und übertragen keine Krankheiten. Da sie ein wichtiger Teil des natürlichen Stoffkreislaufs sind, solltest du auf keinen Fall chemische Insektizide einsetzen. Solche Gifte würden nicht nur diese nützlichen Zersetzer vernichten, sondern das gesamte ökologische Gleichgewicht stören. Ein naturnaher Garten, in dem auch mal ein Haufen Herbstlaub oder ein wenig Totholz liegen bleiben darf, bietet diesen Tieren genau den Lebensraum, den sie für ihre Arbeit benötigen.
In der Zoologie gilt die Gattung Megaselia als eine der artenreichsten überhaupt. Megaselia hypopygialis nimmt in deinem Garten die wichtige Rolle eines Destruenten ein. Als Destruenten bezeichnen wir Lebewesen, die abgestorbenes organisches Material zersetzen und so die Nährstoffe für den Boden wieder verfügbar machen. Die Larven entwickeln sich in moderndem Pflanzenmaterial oder Pilzen und leisten damit einen wesentlichen Beitrag zur Humusbildung. Die genaue Bestimmung dieser Art ist selbst für Fachleute schwierig, da sie oft nur anhand des Hypopygiums – das ist der fachsprachliche Begriff für die männlichen Begattungsorgane – unter dem Mikroskop sicher von verwandten Arten unterschieden werden kann.
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
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