Bild folgtKI-generierte IllustrationEpipactis muelleri
Auch bekannt als: Müllers Stendelwurz, Müller-Ständelwurz
An ihren schräg abwärts gerichteten, blassgrünen bis weißlichen Blüten lässt sich Müllers Ständelwurz (Epipactis muelleri) sofort erkennen. Diese heimische Orchidee ist eine echte Spezialistin für kalkreiche, warme Standorte und steht bereits auf der Vorwarnliste (Rote Liste V) der gefährdeten Arten. Da sie in Mykorrhiza (Lebensgemeinschaft zwischen Pilzen und Pflanzenwurzeln) lebt, zeigt sie dir an, dass dein Gartenboden biologisch intakt ist. Auch wenn für diese Art keine spezifischen Bestäubendaten vorliegen, bereichert sie als seltene Wildpflanze die Vielfalt in halbschattigen Gartenbereichen ungemein. Wenn du ihr den passenden kalkhaltigen Platz unter Gehölzen gibst, leistest du einen wertvollen Beitrag zum Artenschutz.
Seltene Orchideen-Schönheit: Ein 42 cm hohes Juwel für kalkreiche Gärten.
Diese Orchidee ist ein hochspezialisierter Bestandteil unserer heimischen Flora. Da sie auf die Arbuskuläre Mykorrhiza (AM) angewiesen ist, fördert sie die Vernetzung nützlicher Bodenpilze, die auch anderen Gartenpflanzen zugutekommen. Obwohl in den aktuellen Daten keine spezifischen Insektenarten als Bestäuber gelistet sind, ist die Erhaltung dieser auf der Vorwarnliste stehenden Art (Rote Liste V) für die regionale Biodiversität von großer Bedeutung. In ihrem natürlichen Verbund mit anderen kalkliebenden Pflanzen bildet sie einen stabilen Lebensraum für die Bodenfauna. Ihre Anwesenheit im Garten ist ein Indikator für ein gesundes, chemiefreies Ökosystem.
Müllers Ständelwurz ist nicht als kindersicher eingestuft und sollte daher nicht in Reichweite kleiner Kinder oder neugieriger Haustiere gepflanzt werden. Wie viele Orchideen kann sie Inhaltsstoffe enthalten, die bei Verzehr unvorhersehbare Reaktionen auslösen. Im Falle eines versehentlichen Verzehrs kontaktiere bitte umgehend den Giftnotruf unter der Nummer 0228 19 240.
Licht
Halbschatten
Feuchtigkeit
Frisch (Mäßig feucht)
Boden
—
Blütezeit
Jul – Aug
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.42 m
Morphologische Merkmale: TRY ID3 (CC BY 3.0) & TRY ID81 (CC BY)
Standort: Wähle einen Platz im Halbschatten (Lichtwert 6), idealerweise unter lichtem Laubgehölz.
Boden: Der Untergrund muss zwingend kalkhaltig und basisch sein (Reaktionswert 8); bei Bedarf Kalksplitt einarbeiten.
Nährstoffe: Als Schwachzehrer (Nährstoffwert 3) benötigt die Orchidee mageren Boden; verzichte auf jeglichen Dünger.
Feuchtigkeit: Halte den Boden gleichmäßig frisch, aber achte darauf, dass keine Staunässe entsteht (Feuchtewert 4).
Pflanzzeit: Setze die Pflanze im Frühling (März bis Mai) oder im Herbst (September bis November) in den Boden.
Wuchshöhe: Plane genau 0,42 m Platz in der Höhe ein, damit sie sich voll entfalten kann.
Pflege: Da sie auf Bodenpilze angewiesen ist, solltest du den Boden im Wurzelbereich niemals umgraben.
Gute Partnerin: Die Stinkende Nieswurz (Helleborus foetidus) – sie besiedelt ähnliche kalkhaltige Waldränder und ergänzt die Orchidee ökologisch perfekt.
Müllers Ständelwurz gehört zur Familie der Orchideengewächse (Orchidaceae) und ist als Indigen (einheimisch) oder Archäophyt (vor 1492 eingewandert) in Deutschland, Österreich und der Schweiz verbreitet. Ihr natürlicher Lebensraum umfasst lichte Laubwälder und Gebüschsäume auf kalkhaltigen Untergründen. Mit einer Wuchshöhe von genau 0,42 m ist sie eine eher zierliche, krautige Pflanze, die nicht verholzt. Typisch für diese Art sind die breiten Blätter und der Wärmebedarf, der sie vor allem in tieferen Lagen mit mildem Klima gedeihen lässt.
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•TRY Categorical Traits (ID3) — Kattge et al. (2012), DOI: 10.17871/TRY.3 (CC BY 3.0)
•TRY Global Spectrum (ID81) — Díaz et al. (2016/2021), DOI: 10.17871/TRY.81 (CC BY)
•Govaerts R et al. (2025) — World Checklist of Vascular Plants (WCVP) v14. Royal Botanic Gardens, Kew. DOI: 10.34885/xs7h-ze42 (CC BY 4.0)
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