
Myotis emarginatus (E.Geoffroy, 1806)
Auch bekannt als: Wimperfledermaus
E.Geoffroy, 1806
Die Wimperfledermaus (Myotis emarginatus) erkennst du an ihrem rötlich-braunen, fast wolligen Rückenfell und den mittelgroßen Ohren, die am äußeren Rand eine deutliche Einkerbung aufweisen. Dieses flinke Säugetier ist streng nachtaktiv und nutzt strukturreiche Gärten vor allem zur Jagd in der Dämmerung. In deinem Garten sucht sie als reiner Insektenfresser nach Beute, wobei sie ihre Nahrung oft geschickt direkt von der Vegetation absammelt. Den Tag verbringt sie gerne in warmen Dachböden oder Viehställen, während sie den Winter in frostfreien Höhlen oder Kellern verbringt. Dort hält sie einen tiefen Winterschlaf (einen Zustand stark reduzierter Körperfunktionen zur Energieeinsparung). Du kannst diese nützliche Art unterstützen, indem du Einflugmöglichkeiten in Scheunen oder Dachstühle offen hältst. Auch das Anbringen spezieller Fledermauskästen an Gebäuden bietet wertvolle Ersatzquartiere. Ein naturnaher Garten ohne chemische Spritzmittel sichert ihr zudem die nötige Nahrungsgrundlage. Im Februar befindet sich das Tier noch tief in seiner Winterruhe und sollte in seinen Quartieren keinesfalls gestört werden.
Die Wimperfledermaus ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt; sie darf weder gefangen noch in ihren Quartieren gestört werden. Sollte ein Tier am Boden liegen, darfst du es nur mit dicken Handschuhen berühren, da Fledermäuse bei Abwehrversuchen zubeißen können. Eine eigenmächtige Umsiedlung einer Kolonie ist verboten.
Die Wimperfledermaus gehört zur Familie der Glattnasen (Vespertilionidae) innerhalb der Gattung Myotis. Ihr Verbreitungsgebiet umfasst weite Teile Mitteleuropas, darunter Deutschland, Österreich, die Schweiz und Belgien. Mit einer Kopf-Rumpf-Länge von etwa 41 bis 53 Millimetern zählt sie zu den mittelgroßen heimischen Fledermausarten. Sie bevorzugt als Lebensraum eine Kombination aus bewaldeten Gebieten und menschlichen Siedlungen mit geeigneten Gebäudequartieren.
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Foto: © Michal Pesata 2010 / Adobe Stock
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