Bild folgtKI-generierte IllustrationEuphrasia frigida
Auch bekannt als: Nordischer Augentrost
3
Arten
interagieren
3
Interaktionen
dokumentiert
An seinen kleinen, weißen Lippenblüten mit dem markanten gelben Schlundfleck lässt sich der Skandinavische Augentrost (Euphrasia frigida) sofort erkennen. In Deinem Garten wirkt er als natürlicher Wachstumsregulator, da er als Halbschmarotzer (Pflanze, die Wasser bei Nachbarn zapft) dominante Gräser im Zaum hält. Das schafft Platz für seltene Kräuter und fördert die Vielfalt auf kleinstem Raum. Besonders gefährdete Scheckenfalter wie der Ehrenpreis-Scheckenfalter (Melitaea britomartis) nutzen ihn gezielt als Nektarpflanze. Da er in Deutschland auf der Roten Liste 2 steht, leistest Du mit seiner Ansiedlung einen echten Beitrag zum Naturschutz. Probier es in Deiner Magerwiese aus und beobachte das faszinierende Zusammenspiel.
Stark gefährdet und wertvoll: Ein Rettungsanker für seltene Scheckenfalter.
Klicken hebt Verbindungen hervor · Nochmals klicken öffnet die Artenseite
Netzwerk wird geladen...
Dieser Augentrost ist eine lebenswichtige Nektarquelle für spezialisierte Schmetterlinge unserer Heimat. Nach aktuellen Bestäubungsdaten profitieren vor allem Scheckenfalter wie der Baldrian-Scheckenfalter (Melitaea diamina) und der Westliche Scheckenfalter (Melitaea celadussa) von den Blüten. Auch der sehr seltene Ehrenpreis-Scheckenfalter (Melitaea britomartis) ist auf solche Vorkommen angewiesen. Da die Pflanze als stark gefährdet (Rote Liste 2) eingestuft ist, stellt jede Ansiedlung eine wichtige Arche für die regionale Biodiversität dar. Die Samenstände bieten zudem eine potenzielle Nahrungsgrundlage für kleine Singvögel in der kargen Winterzeit.
Der Skandinavische Augentrost wird als nicht kindersicher eingestuft und sollte daher außerhalb der Reichweite von Kleinkindern gepflanzt werden. Auch wenn keine akuten schweren Vergiftungen bekannt sind, ist vom Verzehr der Pflanzenteile dringend abzuraten. Eine Verwechslungsgefahr mit giftigen Arten besteht aufgrund der markanten Lippenblüten in seinem Lebensraum kaum.
Licht
—
Feuchtigkeit
—
Boden
—
Blütezeit
Mai – Jul
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.03 m
Wähle einen Standort mit magerem, nährstoffarmem Boden, da die Pflanze keinen Dünger verträgt.
Die ideale Pflanzzeit liegt zwischen März und Mai, sobald der Boden offen und bearbeitbar ist.
Achte darauf, dass Gräser in der direkten Nachbarschaft wachsen, da er als Halbschmarotzer deren Wurzeln zum Überleben benötigt.
Da die Art einjährig ist, musst Du die Samenreife im Spätsommer abwarten, damit sie sich für das Folgejahr selbst aussäen kann.
Vermeide Bodenbearbeitung im Herbst, um die am Boden liegenden Samen nicht zu vergraben.
In Trockenperioden solltest Du mäßig gießen, Staunässe jedoch unbedingt vermeiden.
Ein Rückschnitt ist nicht erforderlich und würde die natürliche Vermehrung verhindern.
Die arbuskuläre Mykorrhiza (Symbiose mit Bodenpilzen) ist empfindlich gegenüber chemischen Pflanzenschutzmitteln.
Gute Partnerin: Das Borstgras (Nardus stricta) – es dient dem Augentrost in der Natur oft als Wirtspflanze und teilt die Ansprüche an magere Böden.
Durch diese Kombination förderst Du ein stabiles, natürliches Gleichgewicht in Deiner Wiese.
Der Skandinavische Augentrost gehört zur Familie der Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae) und ist in Deutschland eine einheimische (indigene) Art. Er besiedelt vorrangig nährstoffarme Magerwiesen und alpine Rasengesellschaften. Als einjährige Pflanze geht er eine arbuskuläre Mykorrhiza (eine spezielle Pilz-Wurzel-Symbiose) ein, um seine Nährstoffaufnahme zu optimieren. Morphologisch auffällig sind seine gegenständigen, tief gezähnten Blätter und der kompakte Wuchs, der ihn perfekt an kühleres Klima anpasst.
3 Arten interagieren mit dieser Pflanze
•Middleton-Welling_2020
•FloraWeb / BfN
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
Alle Daten sind CC BY 4.0 oder kompatibel lizenziert. Namensnennung gemäß Lizenzbedingungen. Vollständige Quellenübersicht →