Bild folgtKI-generierte IllustrationOphioglossum vulgatum
Auch bekannt als: ophioglosse vulgaire
Wer die Gewöhnliche Natternzunge (Ophioglossum vulgatum) einmal gesehen hat, vergisst sie nicht: Aus einem einzigen, eiförmigen Blatt wächst ein schmaler, ährenförmiger Stiel empor, der an die Zunge einer Schlange erinnert. Dieser urzeitliche Farn ist in unseren Gärten eine echte Rarität und zeigt an, dass dein Boden gesund und nährstoffarm ist. Da sie auf der Roten Liste steht, leistest du mit ihrer Ansiedlung einen wertvollen Beitrag zum Artenschutz. Sie lebt in einer engen Gemeinschaft mit nützlichen Bodenpilzen, der Arbuskulären Mykorrhiza (Symbiose zwischen Pilz und Wurzel). Wenn du ein Herz für botanische Besonderheiten hast, wirst du an diesem winzigen Überlebenskünstler viel Freude haben.
Seltener Urzeit-Farn für Kenner: Ein biologisches Juwel für den Magerstandort.
Die Gewöhnliche Natternzunge (Ophioglossum vulgatum) nimmt eine besondere ökologische Nische ein. Als Farn bietet sie zwar keinen Nektar für Wildbienen wie die Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta), ist aber essenziell für das Bodenleben durch ihre Symbiose mit der Arbuskulären Mykorrhiza (spezielle Pilzgemeinschaft). Die Ausbreitung erfolgt über winzige Sporen mit einem Diasporengewicht von 0,0 mg, die durch Wind- oder Fernausbreitung neue Lebensräume erreichen. Mit dem Status 3 auf der Roten Liste ist sie eine gefährdete Art, deren Erhalt in naturnahen Gärten den regionalen Genpool sichert. Sie ist eine wichtige Zeigerpflanze für die Abwesenheit von Stickstoffüberschuss im Boden.
Die Gewöhnliche Natternzunge (Ophioglossum vulgatum) wird als nicht kindersicher eingestuft. Da sie selten ist und empfindlich reagiert, sollte sie ohnehin nicht gepflückt oder verzehrt werden. Bei Verdacht auf eine Vergiftung durch versehentlichen Verzehr ist der Giftnotruf unter 0228 19 240 erreichbar. Bitte schütze die Pflanze vor Trittbelastung, um ihren Fortbestand zu sichern.
Licht
Halbschatten
Feuchtigkeit
Frisch (Mäßig feucht)
Boden
Schwachzehrer (Magerer Boden)
Blütezeit
Jun – Jul
Bodenreaktion
Basisch / Kalkhold
Bioregion
Continental
Wuchsform
Farn
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.137 m
Morphologische Merkmale: TRY ID3 (CC BY 3.0) & TRY ID81 (CC BY)
Wähle einen Standort im Halbschatten oder in der Sonne, sofern der Boden niemals ganz austrocknet.
Der Boden sollte unbedingt mager (nährstoffarm) sein; verzichte komplett auf Dünger, da sie als Schwachzehrer gilt.
Achte auf eine frische (mäßig feuchte) Bodenbeschaffenheit, ideal ist eine neutrale bis schwach saure Reaktion (pH-Wert 6 bis 7).
Pflanzzeit Frühling: Setze junge Pflanzen zwischen März und Mai vorsichtig ein.
Pflanzzeit Herbst: Auch von September bis November ist eine Pflanzung möglich, solange der Boden frostfrei ist.
Halte den Standort ungestört, da das empfindliche Wurzelwerk auf Bodenbearbeitung negativ reagiert.
Die Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von genau 0,14 m und sollte nicht von wüchsigen Gräsern unterdrückt werden.
Gute Partnerin: Wiesenschaumkraut (Cardamine pratensis) — es teilt die Vorliebe für frische, ungedüngte Böden und ergänzt den Farn ökologisch perfekt.
Die Gewöhnliche Natternzunge (Ophioglossum vulgatum) gehört zur Familie der Natternzungengewächse (Ophioglossaceae). Sie ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz indigen (heimisch) und besiedelt bevorzugt frische Magerwiesen (nährstoffarme Grünlandflächen) sowie lichte Auenwälder. Als Farn bildet sie keine Blüten, sondern Sporen aus. Charakteristisch ist die Teilung des Blattwedels in einen sterilen, flächigen Teil und einen fertilen (sporentragenden), stielartigen Teil. Da sie oft sehr unauffällig wächst und empfindlich auf Düngung reagiert, gilt sie als wichtiger Bioindikator für naturnahe Standorte.
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•TRY Categorical Traits (ID3) — Kattge et al. (2012), DOI: 10.17871/TRY.3 (CC BY 3.0)
•TRY Global Spectrum (ID81) — Díaz et al. (2016/2021), DOI: 10.17871/TRY.81 (CC BY)
•Govaerts R et al. (2025) — World Checklist of Vascular Plants (WCVP) v14. Royal Botanic Gardens, Kew. DOI: 10.34885/xs7h-ze42 (CC BY 4.0)
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