Bild folgtKI-generierte IllustrationOrchis simia
3
Arten
interagieren
3
Interaktionen
dokumentiert
Wer das Affen-Knabenkraut (Orchis simia) einmal gesehen hat, vergisst es nicht: Die einzelnen Blütenlippen wirken wie winzige Männchen oder Äffchen mit langen Gliedmaßen. Mit ihrem silbrig-rosa Blütenstand ist diese Orchidee ein echtes Highlight für Kenner. Da sie auf der Roten Liste (Stufe 2 - stark gefährdet) steht, leistest du mit ihrer Ansiedlung einen aktiven Beitrag zum Erhalt einer fast verschwundenen Art. In ihrem Blütenstand lauert oft die Glanzkrabbenspinne (Synema globosum) auf Beute. Wenn du einen sonnigen, mageren Platz hast, kannst du dieses botanische Juwel erfolgreich in deine Gartenkultur integrieren.
Bedrohtes Juwel: Hol dir die Orchidee mit den tanzenden Äffchen in den Garten.
Klicken hebt Verbindungen hervor · Nochmals klicken öffnet die Artenseite
Netzwerk wird geladen...
Nach aktuellen Beobachtungsdaten ist das Affen-Knabenkraut ein wichtiger Lebensraum für die Glanzkrabbenspinne (Synema globosum). Diese nutzt die markant geformten Blüten als Ansitzwarte für die Jagd. Da die Pflanze zu den Täuschblumen gehört, bietet sie keinen Nektar an, lockt aber durch visuelle Reize Bestäuber an. Ihre Bedeutung für den Naturgarten liegt primär im Schutz einer hochgradig gefährdeten Art (Rote Liste 2). Durch ihre Präsenz förderst du die spezialisierte Fauna von Magerstandorten, die in der modernen Landschaft kaum noch Nischen findet.
Das Affen-Knabenkraut ist nicht kindersicher und sollte nicht verzehrt werden. Es besteht eine Verwechslungsgefahr mit dem Helm-Knabenkraut (Orchis militaris), dessen Blütenlippen jedoch weniger tief geschlitzt sind. Da alle heimischen Orchideen streng geschützt sind, ist der Bezug ausschließlich über zertifizierte Fachbetriebe zulässig – Entnahmen aus der Natur sind verboten.
Licht
Sonne
Feuchtigkeit
Trocken
Boden
Schwachzehrer (Magerer Boden)
Blütezeit
Mai – Mai
Bodenreaktion
Basisch / Kalkhold
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.31 m
Standort: Wähle einen vollsonnigen Platz, der Wärme speichert.
Boden: Die Erde muss unbedingt mager sein, da die Pflanze ein Schwachzehrer (kommt mit sehr wenig Nährstoffen aus) ist.
Feuchtigkeit: Ein trockener Untergrund ist ideal; Staunässe führt zum Faulen der Knollen.
Pflanzzeit: Setze die Pflanze im März bis Mai oder im Herbst zwischen September und November, solange der Boden offen ist.
Pflege: Verzichte komplett auf Dünger, um die empfindliche Lebensgemeinschaft mit Bodenpilzen nicht zu stören.
Rückschnitt: Schneide die Pflanze erst zurück, wenn die Samenstände im Hochsommer komplett vertrocknet sind.
Vermehrung: Die Ausbreitung erfolgt im Garten zumeist über die Tochterknollen im Boden.
Kombination: Eine ideale Partnerin ist die Aufrechte Trespe (Bromus erectus). Beide Arten kommen in der Natur gemeinsam auf Kalk-Magerrasen vor und stützen sich gegenseitig im ökologischen Gefüge.
Das Affen-Knabenkraut gehört zur Familie der Orchideengewächse (Orchidaceae) und ist in Deutschland, Österreich sowie der Schweiz heimisch. Als Indigen oder Archäophyt (alteingesessene Pflanze) besiedelt es bevorzugt Xerothermrasen (trockene, warme Magerwiesen). Eine morphologische Besonderheit ist die akropetale Blühfolge: Im Gegensatz zu den meisten anderen Orchideen öffnen sich die Blüten beim Affen-Knabenkraut von der Spitze des Blütenstandes abwärts nach unten.
3 Videos zu Affen-Knabenkraut



•EuPPollNet (Zenodo 10.5281/zenodo.14747448)
•Interaktionsdaten via GloBI (CC-BY 4.0)
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
Alle Daten sind CC BY 4.0 oder kompatibel lizenziert. Namensnennung gemäß Lizenzbedingungen. Vollständige Quellenübersicht →