Bild folgtKI-generierte IllustrationOrobanche alba
Auch bekannt als: Weiße Sommerwurz, Thymian-Sommerwurz
An ihren rötlich-braunen bis gelblichen Stängeln ohne Blattgrün lässt sich die Quendel-Sommerwurz (Orobanche alba) sofort erkennen. Da sie kein Chlorophyll besitzt, wirkt sie fast wie eine kleine, fremdartige Skulptur in deinem Beet. Diese Art ist für den Naturgarten besonders wertvoll, da sie auf der Roten Liste als stark gefährdet (Stufe 2) eingestuft ist und somit ein echtes Ausrufezeichen für den Artenschutz setzt. Sie zeigt dir, dass dein Garten ein Rückzugsort für hochspezialisierte Pflanzen geworden ist. Wenn du ein Faible für botanische Besonderheiten hast, ist dieser seltene Spezialist genau das Richtige für dich.
Hochspezialisierter Überlebenskünstler: Hol dir ein Stück Rote Liste in den Garten.
Als Art der Roten Liste 2 ist die Quendel-Sommerwurz eine hochgradig gefährdete Spezialistin unserer heimischen Flora. Mit einem extrem geringen Diasporengewicht (Samengewicht) von nur 0.0043 mg nutzt sie den Wind zur Fernausbreitung ihrer staubfeinen Samen. Da sie keine Photosynthese betreibt, greift sie nicht in den Konkurrenzkampf um Licht ein, sondern bereichert das Ökosystem als seltener Mitbewohner trockener Magerstandorte. Ihr Vorkommen in deinem Garten ist ein direktes Zeugnis für eine hohe Standortqualität und den erfolgreichen Schutz der regionalen Biodiversität in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Die Quendel-Sommerwurz ist laut Datenbank nicht als kindersicher eingestuft. Da sie als seltener Spezialist unter Artenschutz steht und für Kinder oder Haustiere ungeeignet sein kann, sollte sie nur betrachtet und nicht gepflückt oder verzehrt werden. Achte in Gärten mit kleinen Kindern auf einen geschützten Standort.
Licht
Sonne
Feuchtigkeit
Trocken
Boden
Schwachzehrer (Magerer Boden)
Blütezeit
Jun – Jul
Bodenreaktion
Basisch / Kalkhold
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.341 m
Morphologische Merkmale: TRY ID3 (CC BY 3.0) & TRY ID81 (CC BY)
Ellenberg Licht 8: Wähle einen vollsonnigen Platz, der mindestens 6 bis 8 Stunden direkte Sonne am Tag erhält.
Ellenberg Feuchte 4: Der Boden sollte trocken bis frisch (mäßig feucht) sein; vermeide Staunässe unbedingt durch eine gute Drainage.
Ellenberg Reaktion 8: Achte auf einen kalkhaltigen oder basischen Boden; bei Bedarf kannst du mit etwas Gartenkalk nachhelfen.
Bodenbeschaffenheit: Die Pflanze ist ein Schwachzehrer (Magerer Boden) und benötigt einen nährstoffarmen Standort ohne Düngung.
Pflanzzeit: Setze die Quendel-Sommerwurz idealerweise im Frühling (März bis Mai) oder im Herbst solange der Boden offen ist.
Pflege: Da sie einjährig bis ausdauernd wächst, solltest du die verblühten Stände für die Selbstaussaat stehen lassen.
Gute Partnerin: Arznei-Thymian (Thymus pulegioides) – er teilt die Standortansprüche und dient in der Natur oft als notwendige Lebensgrundlage für diese Art.
Die Quendel-Sommerwurz gehört zur Familie der Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae) und ist in Deutschland, Österreich sowie der Schweiz indigen (heimisch). Sie wächst bevorzugt in Xerothermrasen (trockene, warme Magerwiesen) auf kalkhaltigem Untergrund. Als krautige Pflanze erreicht sie eine Wuchshöhe von genau 0.34 m und ist nicht verholzt. Eine morphologische Besonderheit ist ihr Status als Vollschmarotzer (Pflanze ohne Blattgrün, die Nährstoffe von anderen Pflanzen bezieht), was sie vollkommen von ihren Wirtspflanzen abhängig macht.
1 Video zu Quendel-Sommerwurz
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•TRY Categorical Traits (ID3) — Kattge et al. (2012), DOI: 10.17871/TRY.3 (CC BY 3.0)
•TRY Global Spectrum (ID81) — Díaz et al. (2016/2021), DOI: 10.17871/TRY.81 (CC BY)
•Govaerts R et al. (2025) — World Checklist of Vascular Plants (WCVP) v14. Royal Botanic Gardens, Kew. DOI: 10.34885/xs7h-ze42 (CC BY 4.0)
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