Bild folgtKI-generierte IllustrationOrobanche hederae
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Unverwechselbar ist die Efeu-Sommerwurz (Orobanche hederae) durch ihre fleischigen, bräunlich-violetten Stängel, die komplett ohne grünes Blattwerk auskommen. Da sie als Vollschmarotzer (Pflanze ohne eigenes Blattgrün) ihre gesamte Lebensenergie aus den Wurzeln des Efeus bezieht, ist sie eine botanische Rarität. In deinem Garten bietet sie eine spezialisierte Nahrungsquelle für die Dunkelgrüne Schmalbiene (Lasioglossum nitidulum). Da sie auf der Roten Liste mit der Stufe 3 als gefährdet geführt wird, ist ihr Vorkommen ein wertvoller Beitrag zum Artenschutz. Wenn du sie entdeckst, darfst du stolz sein: Dein Garten bietet ein stabiles ökologisches Gleichgewicht.
Ein seltener Gast: Die Efeu-Sommerwurz ist das geheime Juwel in deinem Schattenbeet.
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Die ökologische Bedeutung dieser Art liegt in ihrer hohen Spezialisierung. Nach aktuellen Beobachtungsdaten ist sie eine wichtige Anlaufstelle für die Dunkelgrüne Schmalbiene (Lasioglossum nitidulum), die den Nektar der röhrigen Blüten nutzt. Da die Efeu-Sommerwurz zu den gefährdeten Arten zählt, sichert ihr Erhalt im Garten das Überleben lokaler Populationen dieser seltenen Lebensgemeinschaft. Sie dient zwar nicht als Raupenfutterpflanze für Schmetterlinge, ist aber als Teil der Mykorrhiza-Gemeinschaft (Symbiose zwischen Pilzen und Pflanzenwurzeln) fest im Bodennetzwerk verankert.
Die Efeu-Sommerwurz ist nicht kindersicher. Da sie verschiedene Bitterstoffe und Glykoside (pflanzliche Wirkstoffe) enthält, sollte sie nicht verzehrt werden. Es besteht jedoch keine Verwechslungsgefahr mit gängigen Giftpflanzen, da ihr blattloses Erscheinungsbild im Garten einzigartig ist.
Licht
Schatten
Feuchtigkeit
Frisch (Mäßig feucht)
Boden
Mittelzehrer (Normaler Boden)
Blütezeit
Mai – Jul
Bodenreaktion
Mäßig sauer bis neutral
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.36 m
Standort: Die Pflanze benötigt einen schattigen Platz, an dem bereits Efeu (Hedera helix) wächst.
Bodenfeuchte: Der Untergrund sollte frisch (mäßig feucht) sein, Staunässe ist jedoch zu vermeiden.
Bodenbeschaffenheit: Sie gedeiht am besten auf normalem Gartenboden (Mittelzehrer).
Pflanzzeit: Da sie auf einen Wirt angewiesen ist, erfolgt eine Ansiedlung am besten durch Aussaat von März bis Mai direkt im Wurzelbereich des Efeus.
Pflege: Die größte Hilfe ist das Unterlassen von Bodenarbeiten im Umfeld des Efeus, um die Verbindung der Wurzeln nicht zu trennen.
Vermehrung: Unter guten Bedingungen versamt sich die Pflanze von selbst.
Rückschnitt: Die vertrockneten Blütenstände können im Winter stehen gelassen werden.
Kombinationsempfehlung: Die einzige lebensnotwendige Partnerin ist der Gemeine Efeu (Hedera helix) - diese Kombination ist ökologisch wertvoll, da die Sommerwurz den Wuchs des Efeus ganz natürlich und sanft reguliert.
Die Efeu-Sommerwurz gehört zur Familie der Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae) und ist eine indigen (einheimisch) vorkommende Art in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Als obligater (zwingend angewiesener) Parasit lebt sie ausschließlich auf dem Gemeinen Efeu (Hedera helix). Man findet sie an schattigen Standorten, oft in alten Gärten oder parkähnlichen Wäldern. Da sie keine Photosynthese (Energiegewinnung aus Licht) betreibt, besitzt sie keine grünen Blätter, sondern lediglich kleine Schuppenblätter am Stängel.
3 Videos zu Efeu-Sommerwurz



•Interaktionsdaten via GloBI (CC-BY 4.0)
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
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