Bild folgtKI-generierte IllustrationOsmoderma barnabita
An seinem massiven, tiefbraun bis fast schwarz glänzenden Körper lässt sich Osmoderma barnabita sofort erkennen. Dieser imposante Käfer wird etwa 24 bis 35 Millimeter groß und wirkt sehr kräftig. Eine Generation benötigt für ihre vollständige Entwicklung drei bis vier Jahre. Die Weibchen legen etwa 20 bis 40 Eier tief in den Mulm (durch Pilze zersetztes Holzmehl) hohler Baumstämme ab. Die Larven ernähren sich saproxylophag (von verrottendem Holz) und verlassen den schützenden Baum meist ihr ganzes Leben lang nicht. Im Sommer findest du die Käfer nur selten an Blüten, sondern eher an Saftstellen von Eichen (Quercus) oder Weiden (Salix). Die Überwinterung erfolgt als Larve im Inneren der Baumhöhle, wo sie in einer Kältestarre (Zustand reduzierten Stoffwechsels) verharrt. Du kannst die Art fördern, indem du hohle Obstbäume oder Linden (Tilia) unbedingt als Biotop (Lebensraum) erhältst. Greife niemals in die Mulmhöhlen ein, um die empfindliche Entwicklung der Larven nicht zu stören.
Der Käfer ist nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie streng geschützt und darf weder gefangen noch umgesiedelt werden. Er ist für den Menschen völlig harmlos, da er weder sticht noch beißt. Bei einem Fund in deinem Garten solltest du den betroffenen Baum unangetastet lassen und dich über diesen seltenen Gast freuen.
Osmoderma barnabita gehört zur Familie der Blatthornkäfer (Scarabaeidae) innerhalb der Ordnung der Käfer. Die Art ist vor allem im östlichen Mitteleuropa verbreitet und besiedelt dort alte Laubwälder, Alleen und Parkanlagen. Mit einer Größe von bis zu 35 Millimetern zählt er zu den größten heimischen Käferarten. Er lebt spezialisiert in Baumhöhlen und wird aufgrund seiner verborgenen Lebensweise oft als Eremit (Einsiedler) bezeichnet. Ein wichtiges Merkmal zur Unterscheidung von verwandten Arten ist die spezifische, fast glatte Struktur der Flügeldecken.
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
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