Bild folgtKI-generierte IllustrationFamilie: Curculionidae
heimisch Deutschland
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Wenn du in einer milden Mainacht mit der Taschenlampe durch deinen Garten gehst, entdeckst du vielleicht diesen besonderen Käfer auf den Blättern deiner Sträucher. Otiorhynchus chalceus ist ein etwa 7 bis 10 Millimeter großer Rüsselkäfer, der durch seinen kupferfarbenen, metallischen Glanz auffällt. Sein Körper ist kräftig gebaut und die Flügeldecken, in der Fachsprache Elytren genannt, sind miteinander verwachsen. Das bedeutet, dass er nicht fliegen kann und stattdessen behäbig zu Fuß unterwegs ist. Sein Kopf läuft in einen kräftigen Rüssel aus, an dessen Ende die Beißwerkzeuge sitzen. Charakteristisch für diese Art sind die feinen, schuppenartigen Strukturen auf seinem Panzer, die das Licht brechen und ihm diesen warmen, metallischen Schimmer verleihen, der ihn von seinen schlichteren, schwarzen Verwandten unterscheidet.
Das Jahr von Otiorhynchus chalceus beginnt für uns meist im späten Frühjahr, etwa ab Mai, wenn die adulten, also ausgewachsenen Käfer aus ihren Puppen im Boden schlüpfen. Den Tag verbringen sie gut versteckt in der Laubschicht oder in Bodenritzen, erst nachts werden sie aktiv. Nach einer Phase des Reifungsfraßes legen die Weibchen im Hochsommer ihre Eier direkt in die Erde nahe der Wurzeln von Wirtspflanzen ab. Aus diesen schlüpfen die Larven, die den Winter über im Boden verbringen und an feinen Wurzeln knabbern. Während sie in der kalten Jahreszeit ihre Aktivität stark einschränken, verpuppen sie sich im zeitigen Frühjahr, um den Zyklus von neuem zu beginnen. Im Gegensatz zu vielen anderen Insekten können manche Altkäfer in geschützten Lagen sogar überwintern.
Solltest du typische buchtenartige Fraßspuren an den Blatträndern deiner Ziergehölze entdecken, ist das kein Grund zur Sorge oder gar zum Griff nach der Chemiekeule. In einem naturnahen Garten reguliert sich der Bestand meist von selbst. Anstatt Insektizide zu nutzen, die auch nützliche Insekten schädigen, empfehle ich dir, den Garten für natürliche Gegenspieler wie Erdkröten, Spitzmäuse und Igel attraktiv zu gestalten. Diese Tiere fressen die Käfer nachts sehr gerne. Wenn der Befall an Kübelpflanzen zu stark wird, kannst du die Käfer nach Einbruch der Dunkelheit einfach absammeln oder nützliche Nematoden einsetzen. Das sind mikroskopisch kleine Fadenwürmer, die im Gießwasser ausgebracht werden und die Larven im Boden auf natürliche Weise dezimieren, ohne anderen Tieren zu schaden.
Innerhalb der Ordnung der Coleoptera, also der Käfer, gehört diese Art zur Familie der Curculionidae (Rüsselkäfer). Otiorhynchus chalceus ist ursprünglich im südosteuropäischen Raum beheimatet, breitet sich aber durch den Pflanzenhandel zunehmend in unseren Gärten aus. Die Art ist polyphag, was bedeutet, dass sie an einer Vielzahl verschiedener Pflanzen frisst, ohne auf eine einzige Art spezialisiert zu sein. Eine biologische Besonderheit vieler Dickmaulrüssler-Arten ist die Parthenogenese, die Jungfernzeugung. Das bedeutet, dass die Weibchen ohne Befruchtung durch Männchen eierlegende Nachkommen produzieren können. Im Gartenökosystem übernimmt der Käfer die Rolle eines Primärkonsumenten, er wandelt also pflanzliche Biomasse um und dient gleichzeitig als wichtige Nahrungsquelle für größere Tiere.
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•GBIF Occurrence Database (CC BY 4.0 / CC0)
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