
Petrorhagia prolifera
Auch bekannt als: Sprossende Felsennelke, Kopfnelke
An ihren zarten, rosafarbenen Blütenköpfen, die in einer festen Hülle aus bräunlichen Hochblättern sitzen, lässt sich das Sprossende Nelkenköpfchen sofort erkennen. Diese zierliche Pflanze ist eine spezialisierte Bewohnerin für die trockensten und sonnigsten Ecken in deinem Garten, an denen viele andere Arten aufgeben. Als heimischer Archäophyt (eine Pflanze, die schon vor langer Zeit eingeführt wurde und fest etabliert ist) bereichert sie unsere Artenvielfalt auf kargen Böden. Da sie von Juni bis tief in den Oktober hinein blüht, bietet sie eine verlässliche Ressource für die Insektenwelt deines Gartens. Mit dieser Wahl förderst du gezielt die Flora trockener Magerstandorte.
Zierlicher Trockenkünstler: Blüht unermüdlich von Juni bis Oktober.
Durch ihre Vorliebe für extrem trockene und nährstoffarme Standorte besetzt diese Art eine ökologische Nische, die im Zuge trockenerer Sommer immer wertvoller wird. Die Pflanze produziert sehr leichte Diasporen (Ausbreitungseinheiten) mit einem Gewicht von nur etwa 0,3039 mg, was eine effiziente Fernausbreitung ermöglicht. Da die Blütezeit von Juni bis Oktober reicht, stellt sie eine der wenigen stabilen Nahrungsquellen im Spätsommer dar. Als heimische Art ist sie fest in das regionale Ökosystem integriert. Da keine spezifischen Bestäubungsdaten vorliegen, ist vor allem ihre Rolle als Spezialist für Magerstandorte hervorzuheben, die das Überleben seltener Pflanzengesellschaften sichert.
Bitte beachte, dass das Sprossende Nelkenköpfchen als nicht kindersicher eingestuft wird. Auch wenn keine spezifischen Vergiftungsnotfälle bekannt sind, sollte die Pflanze im Garten so platziert werden, dass Kleinkinder keinen direkten Zugang haben oder Pflanzenteile in den Mund stecken können. Im Zweifelsfall oder bei versehentlichem Verzehr kontaktiere den Giftnotruf unter 0228 19 240.
Licht
Sonne
Feuchtigkeit
Trocken
Boden
Schwachzehrer (Magerer Boden)
Blütezeit
Jun – Okt
Bodenreaktion
Mäßig sauer bis neutral
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.272 m
Morphologische Merkmale: TRY ID3 (CC BY 3.0) & TRY ID81 (CC BY)
Wähle einen vollsonnigen Platz (Lichtwert 8), der mindestens sechs Stunden direkte Besonnung pro Tag erhält.
Der Boden muss trocken sein (Feuchtewert 3); vermeide Standorte, an denen sich Regenwasser sammeln könnte.
Nutze einen schwachzehrenden, mageren Boden (Nährstoffwert 2) – herkömmliche Blumenerde sollte mit viel Sand oder Kies abgemagert werden.
Die Pflanzung erfolgt idealerweise im Frühjahr (März bis Mai) oder im Herbst (September bis November), solange der Boden frostfrei ist.
Der Boden sollte neutral bis schwach sauer sein (Reaktionszahl 5).
Mit einer Wuchshöhe von 0,27 m eignet sich die Pflanze hervorragend für Steingärten oder den vorderen Rand von Trockenbeeten.
Ein Rückschnitt ist nicht notwendig; lass die Pflanze im Herbst stehen, damit sie sich über ihre leichten Samen selbst aussäen kann.
Gute Partnerin: Die Kartäuser-Nelke (Dianthus carthusianorum) ist eine ideale Begleiterin, da sie die gleichen extremen Standortansprüche an Trockenheit und Sonne teilt.
Das Sprossende Nelkenköpfchen (Petrorhagia prolifera) gehört zur Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae) und ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz indigen (einheimisch). Sein natürlicher Lebensraum sind Xerothermrasen (trockene, warme Magerwiesen) sowie sandige Standorte. Die krautige Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von exakt 0,27 m und bleibt damit eher niedrig und kompakt. Charakteristisch sind die schmalen, gegenständigen Blätter und der unverholzte Stängel, der an der Spitze die knopfartigen Blütenstände trägt. Ihre Ausbreitung erfolgt über sehr leichte Samen, die bereits durch schwachen Wind transportiert werden können.
1 Video zu Sprossende Felsennelke
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•TRY Categorical Traits (ID3) — Kattge et al. (2012), DOI: 10.17871/TRY.3 (CC BY 3.0)
•TRY Global Spectrum (ID81) — Díaz et al. (2016/2021), DOI: 10.17871/TRY.81 (CC BY)
•Govaerts R et al. (2025) — World Checklist of Vascular Plants (WCVP) v14. Royal Botanic Gardens, Kew. DOI: 10.34885/xs7h-ze42 (CC BY 4.0)
•Foto: © Adobe Stock / AdobeStock_909276783
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