Bild folgtKI-generierte IllustrationPinguicula alpina
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An ihren hellen, fast weißen Blüten mit dem markanten gelben Schlundfleck lässt sich das Alpen-Fettkraut (Pinguicula alpina) sofort erkennen. Diese faszinierende fleischfressende Pflanze ist eine botanische Besonderheit, die auf feuchte, nährstoffarme Standorte spezialisiert ist. Mit ihrer Einstufung auf der Roten Liste (Stufe 3: gefährdet) leistest du durch ihre Ansiedlung im Garten einen wertvollen Beitrag zum Erhalt einer selten gewordenen Art. Da sie ihren Stickstoffbedarf über winzige Insekten deckt, besetzt sie ökologische Nischen, in denen herkömmliche Stauden kaum Überlebenschancen haben. Wenn du einen feuchten Platz mit kalkhaltigem Boden hast, ist dieser kleine Überlebenskünstler genau die richtige Wahl für dich.
Seltener Fleischfresser für den Garten: Ein gefährdeter Alpen-Schatz für Feuchtstellen
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In der ökologischen Vernetzung nimmt das Alpen-Fettkraut eine Sonderrolle als Prädatoren-Pflanze ein. Da keine spezifischen Bestäuberdaten vorliegen, konzentriert sich ihr ökologischer Nutzen auf die Regulierung kleiner Insektenpopulationen wie Trauermücken, die an ihren klebrigen Blättern haften bleiben. Durch Enzyme werden diese Beutetiere zersetzt, was der Pflanze ermöglicht, an Standorten mit extremem Nährstoffmangel zu gedeihen. Dies fördert eine spezialisierte Biodiversität auf Flächen, die für konkurrenzstarke Pflanzen ungeeignet sind. So schaffst du ein kleines Refugium für eine Art, die in der freien Landschaft zunehmend ihren Lebensraum verliert.
Da die Pflanze als nicht kindersicher eingestuft wird, ist bei der Platzierung in Gärten mit kleinen Kindern Vorsicht geboten. Ein Verzehr der Blätter kann zu Unverträglichkeiten führen. Es besteht eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Gemeinen Fettkraut (Pinguicula vulgaris), das jedoch violette Blüten trägt und somit während der langen Blütezeit leicht zu unterscheiden ist.
Licht
Sonne
Feuchtigkeit
Frisch (Mäßig feucht)
Boden
Schwachzehrer (Magerer Boden)
Blütezeit
Apr – Sep
Bodenreaktion
Basisch / Kalkhold
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.04 m
Standort: Wähle einen vollsonnigen Platz, damit die Pflanze ausreichend Licht für die Photosynthese erhält.
Boden: Der Untergrund muss unbedingt ein Schwachzehrer-Boden (magerer, nährstoffarmer Boden) sein, da die Art hochempfindlich auf Düngung reagiert.
Feuchtigkeit: Der Boden sollte stets frisch bis feucht sein, was einer moderaten, aber beständigen Bodenfeuchte entspricht.
Pflanzzeit: Setze die Jungpflanzen am besten von März bis Mai oder im Herbst zwischen September und November, solange der Boden frostfrei ist.
Pflege: Verzichte konsequent auf Dünger; die Pflanze versorgt sich selbst über gefangene Insekten.
Winter: Das Alpen-Fettkraut ist absolut frosthart und benötigt keinen Winterschutz, da es als kompakte Knospe überwintert.
Kombination: Eine ideale Partnerin ist die Mehl-Primel (Primula farinosa) oder das Sumpf-Herzblatt (Parnassia palustris). Beide Arten teilen die Vorliebe für feuchte, kalkreiche Standorte und ergänzen das Alpen-Fettkraut in seiner natürlichen Pflanzengesellschaft.
Das Alpen-Fettkraut gehört zur Familie der Wasserschlauchgewächse (Lentibulariaceae) innerhalb der Ordnung der Lippenblütlerartigen (Lamiales). In unserer Region ist es vor allem in den Alpen und im Alpenvorland der Schweiz, Österreichs und Deutschlands verbreitet, wo es kalkreiche Quellfluren (nasse Bereiche an Quellen) und Niedermoore besiedelt. Morphologisch auffällig ist die bodenständige Blattrosette aus fettig glänzenden Blättern, die als Klebfalle fungieren. Im Winter zieht sich die Pflanze vollständig in eine kleine, knospenartige Überdauerungsform, das sogenannte Hibernakel, zurück.
1 Video zu Alpen-Fettkraut

•EuPPollNet (Zenodo 10.5281/zenodo.14747448)
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
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