Bild folgtKI-generierte IllustrationPinguicula vulgaris
Auch bekannt als: Kiwitzfettkraut, Gemeines Fettblatt, Gewöhnliches Fettkraut, Blaues Fettkraut, Gemeines Fettkraut, Gemeine Fettkraut
2
Arten
interagieren
4
Interaktionen
dokumentiert
Wer das Echte Fettkraut (Pinguicula vulgaris) einmal gesehen hat, vergisst es nicht: Die hellgrünen, fettig glänzenden Blätter liegen wie eine flache Rosette am Boden, während darüber eine violette Blüte an ein zierliches Veilchen erinnert. Als fleischfressende Pflanze ist sie ein faszinierendes Highlight für spezialisierte Standorte im Naturgarten. Nach aktuellen Beobachtungsdaten profitieren seltene Besucher wie das Ampfer-Grünwidderchen (Adscita statices) oder der Rapsweißling (Pieris napi) von ihrem Angebot. Da die Art auf der Roten Liste mit der Stufe 3 (gefährdet) geführt wird, leistest du mit ihrer Ansiedlung einen echten Beitrag zum Artenschutz. Mit dieser Wahl zeigst du, dass du auch den anspruchsvollen Spezialisten in deinem Garten einen sicheren Platz bieten möchtest.
Karnivore Schönheit: Das gefährdete Fettkraut lockt seltene Grünwidderchen an.
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Das Echtes Fettkraut ist eine ökologische Besonderheit, die spezialisierte Insekten anzieht. Nach aktuellen Bestäubungsdaten besuchen vor allem der Rapsweißling (Pieris napi) und das metallisch glänzende Ampfer-Grünwidderchen (Adscita statices) die violetten Blüten zwischen Mai und Juni. Interessant ist die Rolle der Pflanze im Nährstoffkreislauf: Durch den Fang kleinster Insekten führt sie dem nährstoffarmen Ökosystem zusätzliche Energie zu. Da die Art in der Natur durch Entwässerung stark zurückgegangen ist, bietet dein Garten ein wichtiges Refugium für die damit assoziierte Insektenwelt. Quantitative Daten zur Samennutzung durch Vögel liegen nicht vor, doch die Winterfestigkeit der Rosette bietet Kleinstlebewesen am Boden Schutz.
Das Echtes Fettkraut gilt als nicht kindersicher. Es enthält Enzyme zur Insektenverdauung und bestimmte Inhaltsstoffe, die bei Verzehr oder Hautkontakt bei empfindlichen Personen zu Reizungen führen können. Es besteht jedoch keine Verwechslungsgefahr mit stark giftigen Doppelgängern in seinem speziellen, nassen Lebensraum.
Licht
Sonne
Feuchtigkeit
Feucht
Boden
Schwachzehrer (Magerer Boden)
Blütezeit
Mai – Jun
Bodenreaktion
Basisch / Kalkhold
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.06 m
Wähle einen vollsonnigen Standort, da die Pflanze viel Licht benötigt.
Der Boden muss dauerhaft feucht sein, Staunässe ist im Gegensatz zu vielen anderen Pflanzen hier ausdrücklich erwünscht.
Achte auf ein nährstoffarmes Substrat, da das Fettkraut ein extremer Schwachzehrer (Pflanze mit geringem Nährstoffbedarf) ist.
Die ideale Pflanzzeit ist von März bis Mai oder im Herbst von September bis November, sofern der Boden frostfrei ist.
Vermeide jegliche Düngung, da dies die empfindlichen Wurzeln schädigt und die Konkurrenzkraft schwächt.
Kalkreiches Wasser wird meist gut vertragen, da die Art oft auf kalkhaltigen Sumpfstandorten vorkommt.
Die Vermehrung erfolgt im Garten meist über die Bildung von Winterknospen, sogenannten Hibernakeln.
Da die Pflanze kaum Konkurrenz verträgt, solltest du wüchsige Nachbarn regelmäßig zurücknehmen.
Gute Partnerin: Die Sumpf-Stendelwurz (Epipactis palustris) – beide teilen die Vorliebe für nasse, kalkhaltige Standorte und ergänzen sich in der feinen Struktur.
Das Echtes Fettkraut (Pinguicula vulgaris) gehört zur Familie der Wasserschlauchgewächse (Lentibulariaceae) und ist in Deutschland, Österreich sowie der Schweiz heimisch. Als Indigen (einheimische Art) besiedelt es natürlicherweise Moore, Quellfluren und feuchte Magerwiesen. Die Pflanze lebt karnivor (fleischfressend), indem sie mit klebrigen Drüsen auf den Blattoberflächen kleine Insekten fängt, um ihren Stickstoffbedarf auf kargen Böden zu decken. Sie geht zudem eine AM-Mykorrhiza (Symbiose mit arbuskulären Mykorrhizapilzen) ein, was ihr bei der Nährstoffaufnahme hilft.
•DoPI - Database of Pollinator Interactions (UK)
•Interaktionsdaten via GloBI (CC-BY 4.0)
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
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