Bild folgtKI-generierte IllustrationFamilie: Candonidae
Wenn du an deinem Gartenteich oder an einer feuchten Stelle im Garten eine Probe nimmst, entdeckst du vielleicht winzige, bohnenförmige Wesen, die geschäftig über den Boden krabbeln. Bei Pseudocandona lobipes handelt es sich um einen Muschelkrebs. Diese Tiere sind keine Insekten, sondern Krebstiere, deren Körper von zwei kalkhaltigen Schalenhälften umschlossen ist – ganz ähnlich wie bei einer Miesmuschel, nur im Millimeterformat. Diese spezielle Art ist meist weniger als einen Millimeter groß und hat eine weißliche bis gräuliche Färbung. Im Gegensatz zu vielen anderen Wasserbewohnern wirst du sie selten frei schwimmen sehen; sie sind darauf spezialisiert, sich durch die Lücken im feuchten Sediment oder zwischen Wasserpflanzen hindurchzuschieben. Sie gehören zu den stillen Helfern im Garten-Ökosystem, die organische Reste verwerten und so das Wasser reinigen.
Damit diese kleinen Krebse in deinem Garten überleben können, ist eine gute Wasserqualität entscheidend. Da sie empfindlich auf chemische Veränderungen reagieren, solltest du in der Nähe von Wasserstellen konsequent auf Kunstdünger und Pestizide verzichten. Besonders wichtig ist der Schutz des Bodenwassers: Eine übermäßige Bodenverdichtung durch schwere Geräte kann die lebensnotwendigen Porenräume im Erdreich zerstören, in denen sich diese Tiere bewegen. Wenn du einen Teich hast, lass am Rand ruhig etwas organisches Material wie Laub liegen. Als Destruenten – das sind Lebewesen, die abgestorbene Biomasse in einfache anorganische Stoffe zerlegen – benötigen sie diese Reste als Nahrungsgrundlage. Ein natürliches Gleichgewicht ohne den Einsatz von Bioziden ist der beste Schutz für diese unsichtbaren Gartenbewohner.
Pseudocandona lobipes gehört zur Familie der Candonidae innerhalb der Klasse der Ostracoda (Muschelkrebse). Ein markantes Merkmal dieser Gattung ist der Aufbau ihrer Gliedmaßen: Während viele Muschelkrebse lange Schwimmborsten an ihren Antennen besitzen, fehlen diese bei Pseudocandona lobipes fast völlig. Das macht sie zu rein benthischen Bewohnern – das bedeutet, sie leben ausschließlich auf oder in dem Substrat am Boden des Gewässers. Ihre Schalen (der sogenannte Karapax) sind recht robust und schützen sie vor Fressfeinden und Austrocknung. Die Art bevorzugt Lebensräume, die einen Kontakt zum Grundwasser haben, wie etwa Quellen, Gräben oder kleine, kühle Tümpel. Sie ernähren sich von Detritus, also zerfallenden pflanzlichen und tierischen Resten, sowie von Algenfilmen, die sie mit ihren spezialisierten Mundwerkzeugen abweiden.
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
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