Bild folgtKI-generierte IllustrationSalix serpillifolia
Wer die Quendelblättrige Weide (Salix serpillifolia) einmal gesehen hat, vergisst sie nicht: Mit ihrem extrem flachen, teppichartigen Wuchs und den winzigen, ovalen Blättchen schmiegt sie sich wie ein grüner Polster eng an den Boden. Da dieser Zwergstrauch ursprünglich aus den Hochalpen stammt, ist er die ideale Wahl für deinen kalkreichen Steingarten oder für Pflanztröge. Er ist an extreme Kälte und karge Böden angepasst und zeigt eine beeindruckende Ausdauer gegenüber widrigen Wetterlagen. Du schaffst mit dieser einheimischen Art einen authentischen Gebirgscharakter auf kleinstem Raum und förderst die Vielfalt in deinem Garten. Hast du schon einen sonnigen Platz für diesen robusten Überlebenskünstler?
Alpiner Winzling: Der robuste Kriechstrauch für sonnige Kalksteingärten.
Als spezialisierter Gebirgsbewohner erfüllt diese Weide eine wichtige ökologische Funktion bei der Bodenfestigung. Durch ihren mattenbildenden Wuchs verhindert sie aktiv die Erosion (Abtragung von Boden durch Wind oder Wasser) auf schutzlosen Geröllflächen. Da sie indigen (einheimisch) ist, bietet sie in Felsspalten und Steingärten einen geschützten Lebensraum für spezialisierte Kleinstlebewesen. In deinem Garten förderst du mit ihr die Biodiversität an Standorten, die für die meisten anderen Pflanzen zu karg oder zu exponiert sind. Sie ist ein wertvoller Baustein für ein funktionierendes Gebirgsbiotop und zeigt die Anpassungsfähigkeit der heimischen Flora an extreme Kälte.
Die Quendelblättrige Weide wird als nicht kindersicher eingestuft. Wie viele Weidengewächse enthält sie Salicylate (Wirkstoffe der Salicylsäure), die bei versehentlichem Verzehr zu Unverträglichkeiten führen können. Achte in Gärten mit kleinen Kindern oder Haustieren darauf, dass keine Pflanzenteile verschluckt werden. Aufgrund ihres Standortes im Steingarten ist das Risiko jedoch meist gering.
Licht
Sonne
Feuchtigkeit
Frisch (Mäßig feucht)
Boden
Schwachzehrer (Magerer Boden)
Blütezeit
—
Bodenreaktion
Basisch / Kalkhold
Bioregion
Continental
Standort: Wähle einen vollsonnigen Platz (Ellenberg Licht 7), idealerweise in einem Alpinum oder Steingarten.
Boden: Die Erde sollte mager (Ellenberg Nährstoffe 2) und sehr kalkreich sein (Ellenberg Reaktion 9).
Feuchtigkeit: Halte den Boden frisch (Ellenberg Feuchte 5); trotz der steinigen Umgebung darf die Pflanze nie völlig austrocknen.
Pflanzzeit: Setze die Weide am besten im Frühling (März bis Mai) oder im Herbst (September bis November) in die Erde.
Vorbereitung: Sorge für einen guten Wasserabzug (Drainage), um Staunässe im Winter zu vermeiden.
Pflege: Ein Rückschnitt ist nicht notwendig, da der langsame, polsterartige Wuchs den Charakter der Pflanze ausmacht.
Bodenbeschaffenheit: Mische bei Bedarf Kalksplitt oder Schotter unter den Boden, um die Durchlässigkeit zu erhöhen.
Gute Partnerin: Silberwurz (Dryas octopetala) – sie teilt die Vorliebe für kalkhaltige, alpine Standorte und bildet zusammen mit der Weide dichte, naturnahe Polster.
Die Quendelblättrige Weide (Salix serpillifolia) gehört zur Familie der Weidengewächse (Salicaceae). Ihr natürliches Verbreitungsgebiet umfasst die Alpen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, wo sie bevorzugt in der alpinen Stufe auf Felsschutt und in Magerrasen vorkommt. Typisch ist ihr Lebensraum auf Kalkstein, was sie als basenhold (kalkliebend) kennzeichnet. Morphologisch unterscheidet sie sich von anderen Weiden durch ihre kriechenden, am Boden wurzelnden Äste und die sehr kleinen, ledrigen Blätter. Zudem geht sie eine Ektomykorrhiza (eine Lebensgemeinschaft zwischen Pilz und Wurzel) ein, die ihr bei der Nährstoffaufnahme hilft.
3 Videos zu Quendelblättrige Weide
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Govaerts R et al. (2025) — World Checklist of Vascular Plants (WCVP) v14. Royal Botanic Gardens, Kew. DOI: 10.34885/xs7h-ze42 (CC BY 4.0)
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