Bild folgtKI-generierte IllustrationSaxifraga bryoides
Auch bekannt als: Moosartiger Steinbrech
An den dichten, moosartigen Blattpolstern lässt sich der Moos-Steinbrech (Saxifraga bryoides) sofort erkennen. Er ist ein spezialisierter Bewohner unserer Hochgebirge, der dort gedeiht, wo kaum eine andere Pflanze Fuß fasst. In deinem Naturgarten ist er besonders wertvoll, da er zu den extrem seltenen Arten gehört (Rote Liste R) und somit zum Erhalt der alpinen Biodiversität beiträgt. Auch wenn er mit nur zwei Zentimetern Höhe bescheiden wirkt, ist er ein zäher Pionier auf kargem Grund. Er bietet einen faszinierenden Anblick in Felsspalten oder auf Schotterflächen. Wenn du einen Steingarten hast, ist dieser kleine Überlebenskünstler genau das Richtige für dich.
Seltener alpiner Überlebenskünstler: Winzige Polster für karge Felsspalten.
Der Moos-Steinbrech spielt eine wichtige Rolle als Pionierpflanze in kargen Gebirgslagen. Da nach aktuellen Daten keine spezifischen Bestäuberbeziehungen gelistet sind, lässt sich seine ökologische Bedeutung vor allem durch seine Seltenheit und Spezialisierung erklären. Er besetzt Nischen auf saurem Urgestein, die für die meisten anderen Arten unbewohnbar sind. Seine winzigen Samen wiegen nur 0,03 mg und nutzen den Wind für die Fernausbreitung, was die Neubesiedlung entlegener Felsvorsprünge ermöglicht. Im Garten fördert er die Spezialisierung deines Standortes und schützt als Bodenbedecker die feine Humusschicht in Spalten vor Erosion. Er ist ein wertvoller Baustein für die Erhaltung der gefährdeten Flora unserer Alpenregion.
Der Moos-Steinbrech ist laut Datenbank als nicht kindersicher eingestuft. Es sollte darauf geachtet werden, dass Kinder oder Haustiere keine Teile der Pflanze verzehren, um Unverträglichkeiten zu vermeiden. Im Falle eines versehentlichen Verzehrs wende dich bitte an den Giftnotruf unter 0228 19 240. Die Pflanze sollte als reiner Zierwert an ungestörten Plätzen im Steingarten verwendet werden.
Licht
Sonne
Feuchtigkeit
Frisch (Mäßig feucht)
Boden
Schwachzehrer (Magerer Boden)
Blütezeit
Jul – Aug
Bodenreaktion
Sauer (Säurezeiger)
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.024 m
Morphologische Merkmale: TRY ID3 (CC BY 3.0) & TRY ID81 (CC BY)
Wähle einen vollsonnigen Platz (Lichtzahl 9), er braucht den ganzen Tag ungehindertes Sonnenlicht.
Der Boden muss mager sein (Nährstoffzahl 2) – mische bei Bedarf reichlich Quarzsand oder feinen Kies unter.
Achte auf eine saure Bodenreaktion (Reaktionszahl 3) und vermeide kalkhaltige Steine oder Erden.
Halte das Substrat frisch (Feuchtezahl 5), achte aber auf einen sehr guten Wasserabzug gegen Staunässe.
Die ideale Pflanzzeit ist im Frühjahr (März bis Mai) oder im Herbst vor den ersten starken Frösten.
Mit einer Wuchshöhe von genau 0,02 m bleibt er sehr flach und benötigt keinen Rückschnitt.
Die Vermehrung geschieht durch Selbstaussaat der extrem leichten Samen (0,03 mg) über den Wind.
Gute Partnerin: Berg-Hauswurz (Sempervivum montanum) – sie schätzt ebenfalls kalkfreie Felsspalten und ergänzt das Polsterwachstum an kühlen Standorten ideal.
Der Moos-Steinbrech (Saxifraga bryoides) gehört zur Familie der Steinbrechgewächse (Saxifragaceae) und ist in den Gebirgsketten Deutschlands, Österreichs und der Schweiz indigen (heimisch). Sein natürlicher Lebensraum liegt in der alpinen Stufe, wo er auf Silikatfelsen und saurem Urgestein wächst. Als nicht verholzte, krautige Pflanze bildet er extrem flache Matten, um sich gegen Kälte und Wind zu schützen. Er zählt zu den Schwachzehrern, die an extrem nährstoffarme Bedingungen angepasst sind. Seine Vermehrung erfolgt über winzige Diasporen (Ausbreitungseinheiten), die durch den Wind über weite Strecken getragen werden können.
2 Videos zu Moos-Steinbrech
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•TRY Categorical Traits (ID3) — Kattge et al. (2012), DOI: 10.17871/TRY.3 (CC BY 3.0)
•TRY Global Spectrum (ID81) — Díaz et al. (2016/2021), DOI: 10.17871/TRY.81 (CC BY)
•Govaerts R et al. (2025) — World Checklist of Vascular Plants (WCVP) v14. Royal Botanic Gardens, Kew. DOI: 10.34885/xs7h-ze42 (CC BY 4.0)
Alle Daten sind CC BY 4.0, CC0 oder kompatibel lizenziert. Namensnennung gemäß Lizenzbedingungen. Vollständige Quellenübersicht →