
Scilla siberica
Auch bekannt als: Sibirische Sternhyazinthe, Nickende Sternhyazinthe
7
Arten
interagieren
13
Interaktionen
dokumentiert
Wer den Sibirischen Blaustern (Scilla siberica) einmal gesehen hat, vergisst ihn nicht: Die intensiv azurblauen, nickenden Glockenblüten und die schmalen, fleischigen Blätter bilden im zeitigen Frühjahr leuchtende Teppiche. Für deinen Naturgarten ist er besonders wertvoll, da er bereits ab März Nahrung bietet, wenn viele andere Pflanzen noch ruhen. Vor allem die Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta) und der Kleine Fuchs (Aglais urticae) steuern die blauen Blüten gezielt an. Wenn du unter deinen noch kahl wirkenden Sträuchern für einen kräftigen Farbtupfer sorgen und gleichzeitig den ersten Insekten helfen willst, ist diese Zwiebelpflanze die ideale Wahl für dich.
Blaues Wunder im März: Die erste Kraftnahrung für die Gehörnte Mauerbiene.
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Nach aktuellen Bestäubungsdaten ist der Sibirische Blaustern eine lebenswichtige Tankstelle im Vorfrühling. Besonders die Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta) und die Rotbeinige Furchenbiene (Halictus rubicundus) profitieren von dem frühen Nektar- und Pollenangebot. Auch Schmetterlinge wie der Kleine Fuchs (Aglais urticae) nutzen die Blüten zur ersten Stärkung nach der Winterruhe. Die Ausbreitung erfolgt über schwere Samen (Diasporen), die meist in unmittelbarer Nähe der Mutterpflanze zu Boden fallen oder durch Tiere über kurze Distanzen verschleppt werden. So entstehen mit der Zeit dichte, ökologisch wertvolle Bestände, die den Boden im Frühjahr vor Austrocknung schützen.
Der Sibirische Blaustern ist nicht kindersicher, da alle Pflanzenteile bei Verzehr giftig wirken können. Falls Kinder oder Haustiere Teile der Pflanze verschluckt haben, kontaktiere bitte umgehend den Giftnotruf unter der Nummer 0228 19 240. Trage beim Pflanzen vorsichtshalber Gartenhandschuhe, um Hautreizungen zu vermeiden.
Licht
Halbschatten
Feuchtigkeit
Frisch (Mäßig feucht)
Boden
Mittelzehrer (Normaler Boden)
Blütezeit
Mär – Apr
Bodenreaktion
Mäßig sauer bis neutral
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.144 m
Morphologische Merkmale: TRY ID3 (CC BY 3.0) & TRY ID81 (CC BY)
Wähle einen Standort im Halbschatten (Lichtzahl 6), idealerweise unter laubabwerfenden Gehölzen.
Der Boden sollte frisch (mäßig feucht, Feuchtezahl 6) und mäßig nährstoffreich sein.
Achte auf eine neutrale bis schwach saure Bodenreaktion (Reaktionszahl 5).
Pflanzzeit: Setze die Zwiebeln am besten im Herbst (September bis November) etwa 5 bis 8 cm tief in die Erde.
Pflege: Lass das Laub nach der Blüte unbedingt vollständig gelb werden und von selbst einziehen. Nur so kann die Pflanze die Energie für das nächste Jahr in der Zwiebel speichern.
Wuchshöhe: Die Pflanze erreicht zuverlässig eine Höhe von 0,14 m.
Gute Partnerin: Das heimische Buschwindröschen (Anemone nemorosa) – es teilt den Lebensraum im lichten Schatten und bildet einen wunderbaren weiß-blauen Kontrast zur gleichen Blütezeit.
Der Sibirische Blaustern gehört zur Familie der Spargelgewächse (Asparagaceae). Er gilt in unserer Region als Neophyt (eine Pflanze, die nach 1492 bei uns eingeführt wurde), hat sich aber in Deutschland, Österreich und der Schweiz fest etabliert. Sein natürlicher Lebensraum sind lichte Laubwälder und Gebüsche, was ihn zu einem typischen Bewohner des Halbschattens macht. Auffällig ist sein Wuchs: Mit einer Höhe von exakt 0,14 m bleibt er bodennah. Die Pflanze bildet als Überdauerungsorgan Zwiebeln aus und nutzt die Symbiose mit Bodenpilzen, die sogenannte AM (Arbuskuläre Mykorrhiza), um Nährstoffe effizienter aufzunehmen.
2 Videos zu Sibirischer Blaustern


7 Arten interagieren mit dieser Pflanze
•DoPI - Database of Pollinator Interactions (UK)
•Interaktionsdaten via GloBI (CC-BY 4.0)
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•TRY Categorical Traits (ID3) — Kattge et al. (2012), DOI: 10.17871/TRY.3 (CC BY 3.0)
•TRY Global Spectrum (ID81) — Díaz et al. (2016/2021), DOI: 10.17871/TRY.81 (CC BY)
•Checklist Alien Plants Belgium — Verloove F (2023), Botanic Garden Meise (CC BY 4.0)
•Govaerts R et al. (2025) — World Checklist of Vascular Plants (WCVP) v14. Royal Botanic Gardens, Kew. DOI: 10.34885/xs7h-ze42 (CC BY 4.0)
•Foto: © Adobe Stock / AdobeStock_1976159131
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