
Sempervivum tectorum
Auch bekannt als: Sempervivum tectorum var. tectorum
Auffällig sind bei der Dach-Hauswurz (Sempervivum tectorum) die dicken, fleischigen Blattrosetten, die wie kleine, geometrische Kunstwerke eng am Boden oder auf Steinen sitzen. In deinem Naturgarten ist sie die Spezialistin für Extremstandorte, an denen es anderen Pflanzen zu heiß und zu trocken ist. Da sie Wasser in ihren Blättern speichert, übersteht sie selbst lange Hitzeperioden ohne zusätzliches Gießen völlig mühelos. Als indigene (ursprünglich heimische) Art gehört sie zur Grundausstattung für ökologische Steingärten oder die Dachbegrünung. Wenn du versiegelte Flächen wie Mauerkronen oder Garagendächer ökologisch aufwerten willst, ist diese Sukkulente (Wasserspeicherpflanze) die ideale Wahl für dich.
Die unverwüstliche Überlebenskünstlerin: 0,27 Meter Genügsamkeit für Sonnenplätze.
Die Dach-Hauswurz blüht in den Hochsommermonaten Juli bis September und bietet damit eine wichtige Nahrungsquelle in einer Zeit, in der viele andere Wiesenpflanzen bereits verblüht sind. Ihre Samen sind mit nur 0,0096 mg extrem leicht, was eine Fernausbreitung durch den Wind ermöglicht. So besiedelt sie auch isolierte Standorte wie Mauerkronen oder Dächer und trägt zur Vernetzung von Lebensräumen bei. In Xerothermhabitaten (extrem trockene und warme Lebensräume) schafft sie durch ihre dichten Polster wertvollen Kleinstlebensraum. Da sie ein Schwachzehrer ist, fördert sie die biologische Vielfalt auf mageren Böden, die für spezialisierte Insektengruppen besonders wertvoll sind.
In der Datenbank wird die Dach-Hauswurz als nicht kindersicher geführt. Obwohl sie in der traditionellen Naturheilkunde verwendet wird, solltest du darauf achten, dass Kinder keine Pflanzenteile verzehren, da dies bei empfindlichen Personen zu Unverträglichkeiten führen kann. Für Haustiere ist sie im Garten unproblematisch, sollte jedoch nicht als gezieltes Futtermittel dienen.
Licht
Sonne
Feuchtigkeit
Trocken
Boden
Schwachzehrer (Magerer Boden)
Blütezeit
Jul – Sep
Bodenreaktion
Mäßig sauer bis neutral
Bioregion
Continental
Wuchsform
Sukkulente
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.265 m
Morphologische Merkmale: TRY ID3 (CC BY 3.0) & TRY ID81 (CC BY)
Licht: Wähle einen vollsonnigen Platz (Ellenberg Licht 8), an dem die Pflanze mindestens sechs Stunden direkte Sonne bekommt.
Boden: Setze sie in mageren, nährstoffarmen Boden (Schwachzehrer); normale Gartenerde solltest du mit viel Sand oder Kies abmagern.
Feuchtigkeit: Der Standort muss trocken sein (Ellenberg Feuchte 2), da Staunässe zur Fäulnis der Rosetten führt.
Pflanzzeit: Setze die Hauswurz im Frühling (März bis Mai) oder im Herbst (September bis November), solange der Boden frostfrei ist.
Wuchshöhe: Beachte bei der Planung die Höhe von genau 0,27 m während der Blütezeit von Juli bis September.
Pflege: Die Pflanze ist extrem pflegeleicht; ein Rückschnitt ist nicht nötig, lediglich vertrocknete Blütenstände kannst du nach der Samenreife entfernen.
Vermehrung: Sie bildet kleine Tochterrosetten, die du einfach abtrennen und an neuen Stellen wieder einpflanzen kannst.
Gute Partnerin: Der Scharfe Mauerpfeffer (Sedum acre) ergänzt die Hauswurz ideal, da er die gleichen kargen Bedingungen liebt.
Die Dach-Hauswurz gehört zur Familie der Dickblattgewächse (Crassulaceae) und ist in Deutschland, Österreich sowie der Schweiz heimisch. Als Sukkulente hat sie sich perfekt an das Leben auf Felsen und in Trockenrasen (trockene, warme Magerwiesen) angepasst. Charakteristisch ist ihre Wuchsform als nicht verholzende Rosette mit breitblättrigen, fleischigen Blättern, die eine Blattfläche von etwa 373,43 mm² erreichen. Mit einer Wuchshöhe von genau 0,27 m zur Blütezeit ist sie eine kompakte, aber markante Erscheinung in sonnigen Lagen. Sie tritt oft als Archäophyt (Pflanze, die vor 1492 eingeführt wurde) oder indigen auf.
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•TRY Categorical Traits (ID3) — Kattge et al. (2012), DOI: 10.17871/TRY.3 (CC BY 3.0)
•TRY Global Spectrum (ID81) — Díaz et al. (2016/2021), DOI: 10.17871/TRY.81 (CC BY)
•Checklist Alien Plants Belgium — Verloove F (2023), Botanic Garden Meise (CC BY 4.0)
•Govaerts R et al. (2025) — World Checklist of Vascular Plants (WCVP) v14. Royal Botanic Gardens, Kew. DOI: 10.34885/xs7h-ze42 (CC BY 4.0)
•Foto: © Alain Guerrier / Adobe Stock / AdobeStock_1048506246
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