
Serratula tinctoria
Auch bekannt als: Serratula tinctoria
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Arten
interagieren
40
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dokumentiert
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Wirtsbeziehungen
Arten
An den tief gesägten, fast kammartigen Blättern lässt sich die Färber-Scharte (Serratula tinctoria) sofort erkennen. Sie ähnelt optisch einer Flockenblume, trägt ihre purpurfarbenen Blütenköpfe aber an stachellosen Stängeln, was sie zu einer sehr angenehmen Gartenbewohnerin macht. Für die Artenvielfalt ist sie ein echter Gewinn: Gefährdete Tagfalter wie der Flockenblumen-Scheckenfalter (Melitaea phoebe) nutzen sie gezielt als Nektarquelle. Zudem dient sie der seltenen Färberscharten-Eule (Acosmetia caliginosa) als lebensnotwendige Futtergrundlage für ihre Raupen. Wenn du einen aktiven Beitrag zum Artenschutz leisten willst, ist diese auf der Roten Liste stehende Schönheit genau die richtige Wahl für dein Beet.
Gefährdete Schönheit: Die purpurne Überlebensinsel für seltene Scheckenfalter.
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Nach aktuellen Bestäubungsdaten ist diese Pflanze eine hochspezialisierte Kinderstube: Die Färberscharten-Eule (Acosmetia caliginosa) und die Dreipunkt-Glanzeule sind auf sie als Raupenfutter angewiesen. Für Schmetterlinge wie den Flockenblumen-Scheckenfalter (Melitaea phoebe), den Westlichen Scheckenfalter (Melitaea ornata) und den Alpen-Scheckenfalter (Melitaea varia) bietet sie von Juli bis August eine energiereiche Nektarquelle. Auch der Amerikanische Distelfalter (Vanessa virginiensis) wird von ihren purpurroten Blüten angezogen. Durch die Ausbildung einer Arbuskulären Mykorrhiza (AM) fördert sie zudem die Gesundheit des Bodens und unterstützt ein intaktes Netzwerk aus nützlichen Bodenpilzen.
Die Färber-Scharte wird als nicht kindersicher eingestuft. Sie enthält Inhaltsstoffe, die bei Verzehr zu Unwohlsein führen können, weshalb sie rein als ökologisch wertvolle Zierpflanze betrachtet werden sollte. Eine Verwechslungsgefahr mit stark giftigen Arten besteht aufgrund der markanten Blattform kaum.
Licht
Halbschatten
Feuchtigkeit
Frisch (Mäßig feucht)
Boden
Mittelzehrer (Normaler Boden)
Blütezeit
Jul – Aug
Bodenreaktion
Mäßig sauer bis neutral
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.44 m
Setze die Färber-Scharte an einen halbschattigen Platz im Garten.
Sie bevorzugt frische (mäßig feuchte) Böden und kommt als Mittelzehrer mit einem normalen Nährstoffangebot gut zurecht.
Die ideale Pflanzzeit liegt im Frühling von März bis Mai oder im Herbst von September bis November, solange der Boden frostfrei ist.
Da sie eine Arbuskuläre Mykorrhiza (eine nützliche Lebensgemeinschaft mit Bodenpilzen) eingeht, ist sie nach dem Anwachsen recht standorttreu.
Achte in trockenen Sommern auf eine gleichmäßige Wasserversorgung, da sie keine Staunässe, aber stetige Feuchtigkeit schätzt.
Eine Vermehrung ist durch die Teilung des Wurzelstocks im zeitigen Frühjahr unkompliziert möglich.
Lasse die verblühten Stängel über den Winter unbedingt stehen, damit die Samenstände Vögeln Nahrung bieten können.
Gute Partnerin: Der Heil-Ziest (Betonica officinalis) – beide teilen die Vorliebe für frische Wiesenstandorte und bilden zusammen ein wertvolles Buffet für Bestäuber.
Die Färber-Scharte ist ein ausdauerndes Mitglied der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Sie ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz indigen (einheimisch) und besiedelt natürlicherweise wechselfeuchte Wiesen oder lichte Waldränder. Morphologisch zeichnet sie sich durch ihren straffen Wuchs und die charakteristisch eingekerbten Blätter aus. Da sie in der Fachliteratur auf der Roten Liste mit der Stufe 3 geführt wird, gilt sie in der freien Landschaft als gefährdet und sollte im Garten besonders gefördert werden.
2 Videos zu Färber-Scharte


19 Arten interagieren mit dieser Pflanze
3 weitere Arten besuchen die Blüten
•EuPPollNet (Zenodo 10.5281/zenodo.14747448)
•DoPI - Database of Pollinator Interactions (UK)
•Cook et al. (2025) UK Butterfly & Moth Traits (DOI: 10.5285/dbc7cc17-cbbd-49dd-bab4-8e8855768d66)
•Middleton-Welling_2020
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
•Foto: © Adobe Stock / AdobeStock_1399692863
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