Bild folgtKI-generierte IllustrationStipa bavarica
Auch bekannt als: Stipa bavarica
An den silbrigen, federleichten Grannen (lange Borstenanhänge an den Samen) lässt sich das Bayerische Federgras (Stipa bavarica) sofort erkennen. Es ist eine der seltensten Pflanzen unserer Heimat und kommt weltweit natürlicherweise nur an ganz wenigen Standorten in Bayern vor. In deinem Garten hilft die Ansiedlung dieser Rarität dabei, die genetische Vielfalt einer vom Aussterben bedrohten Art zu bewahren. Das Gras bringt eine feine Struktur und Bewegung in sonnige Beete, besonders wenn der Wind durch die zarten Halme streicht. Da es spezialisierte Standorte besiedelt, ist es ein wunderbarer Baustein für einen anspruchsvollen Naturgarten. Probiere es doch einmal an einem warmen, kargen Platz aus, um diesen botanischen Schatz zu fördern.
Botanische Kostbarkeit: Hol dir eine der seltensten Pflanzen Deutschlands heim.
Nach aktuellen Bestäubungsdaten liegen für diese extrem seltene Art keine spezifischen Verzeichnisse über Insektenbesuche vor. Dennoch erfüllt das Gras als Strukturpflanze wichtige Funktionen, da seine dichten Horste (Pflanzenbündel) kleinen Bodenbewohnern Schutz und Deckung bieten. In den Wintermonaten dienen die stehengelassenen Halme verschiedenen Insekten als frostgeschütztes Überwinterungsquartier. Die Samen können, wie bei vielen Süßgräsern üblich, als Nahrung für kleine Vögel dienen, auch wenn hierzu keine quantitativen Daten gelistet sind. Da die Art in der Natur fast verschwunden ist, liegt ihr größter ökologischer Wert im Garten in der Erhaltung der biologischen Vielfalt. Du schaffst damit ein Refugium für eine Pflanze, die auf Hilfe angewiesen ist.
Das Bayerische Federgras ist nicht als giftig eingestuft, gilt jedoch als nicht kindersicher. Die langen, spitzen Grannen (Samenanhänge) können bei Kontakt leicht in die Haut oder in Kleidung eindringen und mechanische Reizungen verursachen. Auch bei Haustieren sollte man darauf achten, dass sich die Grannen nicht im Fell oder in den Pfoten festsetzen.
Licht
—
Feuchtigkeit
—
Boden
—
Blütezeit
—
Bioregion
Continental
Wuchsform
Gras
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Morphologische Merkmale: TRY ID3 (CC BY 3.0) & TRY ID81 (CC BY)
Wähle einen vollsonnigen Standort, da das Gras für eine gesunde Entwicklung viel Licht und Wärme benötigt.
Der Boden muss sehr durchlässig und kalkreich sein; mische bei Bedarf etwas Kalkschotter unter die Erde.
Achte auf eine nährstoffarme Umgebung, da das Gras auf zu fetten Böden seine Standfestigkeit verliert.
Pflanzzeit Fruehling: Setze das Gras zwischen März und Mai, damit es sich vor der Hitze gut etablieren kann.
Halte einen Pflanzabstand von etwa 35 Zentimetern ein, damit jeder Horst ausreichend Platz zur Entfaltung hat.
Gießen ist nur in der Anwurzelphase nötig, danach verträgt die Pflanze extreme Trockenheit problemlos.
Schneide die alten Halme erst im zeitigen Frühjahr vor dem neuen Austrieb bodennah zurück.
Gute Partnerin: Die Berg-Aster (Aster amellus) – sie gedeiht ebenfalls auf kalkhaltigen Magerböden und ergänzt das feine Gras mit ihren violetten Blüten.
Das Bayerische Federgras gehört zur Familie der Süßgräser (Poaceae) und zur Ordnung der Süßgrasartigen (Poales). Es ist ein sogenannter Endemit, was bedeutet, dass sein natürliches Vorkommen weltweit auf eine sehr kleine Region in Deutschland begrenzt ist. Sein Lebensraum sind Xerothermrasen (trockene, warme Magerwiesen) über Kalkgestein, wo es oft an felsigen Hängen wächst. Die Pflanze bildet dichte Horste (kompakte Pflanzenbündel) aus schmalen, meist eingerollten Blättern, die perfekt an starke Sonneneinstrahlung angepasst sind.
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•TRY Categorical Traits (ID3) — Kattge et al. (2012), DOI: 10.17871/TRY.3 (CC BY 3.0)
•TRY Global Spectrum (ID81) — Díaz et al. (2016/2021), DOI: 10.17871/TRY.81 (CC BY)
•Govaerts R et al. (2025) — World Checklist of Vascular Plants (WCVP) v14. Royal Botanic Gardens, Kew. DOI: 10.34885/xs7h-ze42 (CC BY 4.0)
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