Bild folgtKI-generierte IllustrationStipa capillata
Auffällig sind die extrem langen, silbrig glänzenden Grannen (borstenartige Fortsätze an den Samen), die sich bei trockenem Wetter wie feines Haar im Wind wiegen. Dieses Gras ist ein Juwel für deinen Naturgarten, da es als gefährdete Art der Roten Liste 3 einen wertvollen Beitrag zum Erhalt unserer heimischen Flora leistet. Da es ursprünglich in Xerothermrasen (trockene, warme Magerwiesen) zu Hause ist, bringt es echte Steppen-Ästhetik in dein Grün. Die dichten Horste dienen als wichtiger Rückzugsort für Kleinstlebewesen in sonnigen Magerbeeten. Du tust der Natur etwas Gutes, indem du dieses seltene und charaktervolle Gras bei dir heimisch machst.
Silberner Steppenglanz für Trockenkünstler: Schütze eine gefährdete Rarität.
Nach aktuellen Daten zur Bestäubungsökologie liegen für dieses spezifische Gras keine direkten Abhängigkeiten von Insekten vor, da Gräser überwiegend windbestäubt werden. Dennoch ist seine Bedeutung für die Artenvielfalt hoch: Als Art der Roten Liste 3 stützt es die regionale Pflanzengemeinschaft in bedrohten Trockenlebensräumen. Die dichten Blattbüschel bieten im Winter wertvolle Versteckmöglichkeiten für nützliche Käfer und Spinnen. Die Samen stellen im Spätsommer eine natürliche Nahrungsquelle für verschiedene Vogelarten dar. Mit der Ansiedlung förderst du ein stabiles und authentisches Ökosystem auf mageren, sonnenexponierten Standorten.
Die Pflanze ist nicht kindersicher. Die langen, spitzen Grannen (Samenborsten) können sich leicht in Haut, Kleidung oder im Fell von Haustieren verhaken und dort mechanische Reizungen oder Verletzungen verursachen. Es besteht keine Vergiftungsgefahr, aber wegen der scharfen Samenträger sollte man das Gras nicht direkt an Spielbereichen oder schmalen Wegrändern pflanzen.
Licht
Sonne
Feuchtigkeit
Trocken
Boden
Schwachzehrer (Magerer Boden)
Blütezeit
Jul – Aug
Bodenreaktion
Basisch / Kalkhold
Bioregion
Continental
Wuchsform
Gras
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.57 m
Standort: Wähle den sonnigsten und heißesten Platz in deinem Garten, idealerweise in voller Südausrichtung.
Boden: Die Erde muss mager (nährstoffarm) und sehr gut durchlässig sein; Staunässe im Winter verträgt das Gras gar nicht.
Pflanzzeit: Setze das Haar-Pfriemengras am besten von März bis Mai oder im Herbst von September bis November, solange der Boden offen ist.
Düngung: Verzichte komplett auf Dünger, da das Gras als Schwachzehrer (Pflanze mit geringem Nährstoffbedarf) an karge Verhältnisse angepasst ist.
Rückschnitt: Schneide die Halme erst im späten Frühjahr zurück, damit die Struktur über den Winter erhalten bleibt.
Wasserbedarf: Nur in der Anwachsphase gießen, danach kommt die Pflanze mit extremer Trockenheit problemlos zurecht.
Vermehrung: Eine Aussaat ist im Frühjahr möglich, meist versamt es sich an zusagenden Stellen im Kiesgarten dezent selbst.
Gute Partnerin: Die Kartäuser-Nelke (Dianthus carthusianorum) – beide teilen die Vorliebe für extrem trockene Magerstandorte und ergänzen sich optisch durch das Spiel aus feinen Gräsern und kräftigen Blütenfarben.
Stipa capillata gehört zur Familie der Süßgräser (Poaceae) und zur Ordnung der Süßgrasartigen (Poales). Es ist in den trockenwarmen Regionen von Deutschland, Österreich und der Schweiz indigen (einheimisch), bevorzugt aber Gebiete mit kontinentalem Klima und kalkhaltigem Untergrund. Die Pflanze wächst horstig (in dichten Büscheln) und erreicht eine Höhe von etwa 40 bis 80 Zentimetern. Typisch sind die schmalen, oft eingerollten Blätter und die namensgebenden, bis zu 15 Zentimeter langen, unbegrannten Haare an den Samenkörnern, die für die Ausbreitung durch den Wind optimiert sind.
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
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